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Überschwänglicher Jubel beim 1. FC Oberursel. Gerade hat Mert Öztürk das 2:2 für den Aufsteiger erzielt.

Spiel der Woche

Oberursel entführt Punkt aus Wernborn

Im Topspiel der Fußball-Kreisliga A trennen sich die SG Eschbach/Wernborn und der 1. FC Oberursel 2:2 (2:1). Am Sportplatz auf der Elfengrube gibt’s zwei Kunstschüsse und jede Menge Gelber Karten zu sehen.

Den geflügelten Ausdruck „Schiri, hast du deine Karten nicht dabei?“ kennen Sportplatzbesucher so oder in ähnlicher Formulierung nur zu gut. Meist ist die Frage aber rein rhetorisch gemeint. Nicht so bei der Partie zwischen SG Eschbach/Wernborn und dem 1. FC Oberursel. Nach einer guten Viertelstunde gestikulierte Schiedsrichter Jose Chercoles aus Büdingen bei einem ruhenden Ball in Richtung der Zuschauerränge, und kurz darauf wurden ihm die Karten, die er in der Kabine vergessen hatte, gebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es aber auch keine Verwendung für sie gegeben, da das Spiel zwischen dem bisherigen Tabellenführer und dem viertplatzierten Aufsteiger fair begann.

Im weiteren Verlauf zückte Chercoles dann allerdings neunmal den gelben und einmal die Kombi aus gelb-rotem Karton. Speziell die Gäste wurden mit den Verwarnungen bedacht. Die Unterbrechungen ließen nur selten Spielfluss zu, was eher den Gästen half.

„Normalerweise spielen wir viel besser von hinten raus“, urteilte SG-Sprecher Rainer Wacup. Diesmal musste aber die individuelle Klasse von Patrick Gilles herhalten. Nach einem Ballverlust Oberursels in der Vorwärtsbewegung lauerte er clever an der Grenze zum Abseits und veredelte den Pass von Philipp Brendel in der 10. Minute zum 1:0. Bis zu diesem Zeitpunkt waren eigentlich die Gäste am Drücker, doch Ömer Hotaman ließ zwei gute Gelegenheiten (5., 6.) liegen.

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Besser machte es Selim Hotaman unmittelbar nach dem 0:1. Nach einem Freistoß bekam er den Ball in zentraler Position am Strafraum. Einen kurzen Blick sowie einen strammen Schuss aus der Halbdrehung später zappelte das Spielgerät im Netz – 1:1 (12.). Angesichts dieses technisch starken Abschlusses mussten selbst die Fans der Heimmannschaft anerkennend nicken.

Mit Ablauf der ersten Halbzeit war es erneut Gilles – er kann ebenfalls prima mit dem Ball umgehen – der die SG in Führung brachte. Einen Freistoß schoss er frech unter der Mauer durch zum 2:1 (45.+1). „Bei den zwei Freistößen zuvor ist mir aufgefallen, dass die Spieler in der Mauer stets hoch gegangen sind“, erklärte der Schütze später, „normalerweise klappt der Flachschuss zehnmal in Folge trotzdem nicht. Heute hat’s funktioniert.“

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Im zweiten Durchgang war Eschbach/Wernborn dann endgültig die spielbestimmende Mannschaft. Jedoch verpasste es das Team, das in Abwesenheit von Trainer Klaus Schöneich (Reha-Maßnahme) durch Sebastian Wirth betreut wurde, den entscheidenden dritten Treffer nachzulegen. So war es eine Viertelstunde vor Schluss der FC, der noch zu einem weiteren Torerfolg kam. Die Hausherren waren viel zu weit aufgerückt und wurden dabei von einem langen Ball auf Mert Öztürk kalt erwischt. Öztürk überlief die letzten beiden Verteidiger einfach und stellte dann unter Mithilfe des Innenpfostens auf 2:2 (75.).

Am Ende war es ein gerechtes Unentschieden: Eschbach/Wernborn hatte wesentlich mehr Spielanteile, Oberursel zeigte sich kaltschnäuziger. Allerdings muss angemerkt werden, dass die Gäste in zwei Szenen auch Glück hatten. In der 50. Minute kam der verwarnte Ömer Hotaman im Zweikampf einen Schritt zu spät, doch Chercoles beließ es bei einer letzten Verwarnung. Knapp zehn Minuten später übersah der Referee eine Tätlichkeit von Selim Hotaman am eingewechselten Luka Juko. Erst als Ömer Hotaman in der 77. Minute klar mit der Hand zum Ball ging, zückte der Schiedsrichter Gelb-Rot. Zur zweiten Halbzeit hatte der Offizielle die Karten übrigens gleich selbst mit aufs Feld gebracht.

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