Durchgetankt: Nadine Okrusch setzt zum Fallwurf an. Foto: Heiko Rhode
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Durchgetankt: Nadine Okrusch setzt zum Fallwurf an.

Handball, Oberliga

TSG Oberursel freut sich auf Spitzenspiel mit alten Bekannten

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
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Spitzenreiter TuS Kriftel gastiert am Samstagabend mit mehreren bestens bekannten Spielerinnen in Oberursel Da hat der Spielplanmacher ganze Arbeit geleistet. Das Derby ist eines von noch drei Top-Spielen für Oberursels Oberliga-Handballerinnen vor der Winterpause.

Die einen sind die Titelverteidigerinnen, die anderen haben sich den Titelgewinn als Ziel gesetzt. In der einen Mannschaft wirken zudem mehrere Spielerinnen mit, die früher in der anderen spielten. Und vor dem direkten Aufeinandertreffen am Samstag zwischen den amtierenden Hessenmeisterinnen der TSG Oberursel und dem aktuellen Tabellenführer der Oberliga Hessen, TuS Kriftel, liegen die Teams auch noch nahezu gleichauf. Ein Spiel mehr hat Kriftel absolviert und einen Sieg mehr auf dem Konto.

Es ist ein Spitzenspiel, das um 19.30 Uhr in der EKS-Halle angepfiffen wird, und für die TSGO-Handballerinnen aus einem weiteren Grund ein besonderes: "Das erste Mal sind wir nicht favorisiert", sagt Oberursels Trainer Paul Günther, "TuS Kriftel hat sich vor der Saison selbst zum Topfavoriten ernannt."

45 Minuten geredet

Dass die Orscheler Damen auf einen starken Gegner treffen, der zuletzt der SG Kirchhof II beim 32:22 die erste Niederlage beibringen konnte, hat sie am Montagabend aber nicht dazu bewegt, sich im Training länger als sonst zu besprechen. 45 Minuten habe sich die Mannschaft bei der turnusmäßigen Sitzung unterhalten, verrät Spielmacherin Nadine Okrusch. Länger als sonst. Thema waren aber die zuletzt gezeigten Leistungen, vor allem die schwache bei Eintracht Böddiger (27:34). "Dass wir uns deutlich steigern müssen, ist uns allen bewusst; ich glaube, jede Spielerin hat sich das Spiel nochmals auf Video angeschaut", sagt die 26-Jährige. Ihr Fazit: "Wir haben uns selbst im Weg gestanden."

Mehrere Gründe hat die erfahrene Rückraumspielerin dafür ausgedeutet: In der Abwehr habe das Team nach der Verletzung von Viktoria Heilmann "den Rhythmus verloren". Die bereits sehr guten Leistungen im ersten Saisonabschnitt hätten dazu geführt, dass man sich "ein wenig ausgeruht" habe. Außerdem, so Okrusch, stecke die Mannschaft weiterhin in einem "Findungsprozess". Da kämen Leistungsschwankungen immer mal wieder vor.

Den Ball nimmt ihr Trainer gerne auf. "Insgesamt bin ich top zufrieden, wie wir das hinbekommen, bei unserem Umbruch auf mehreren Positionen geht es grundsätzlich in die richtige Richtung. Jetzt treffen wir aber auf eine Mannschaft, die seit Jahren zusammenspielt. Das darf man nicht vergessen", betont Günther.

Drei frühere TSGOlerinnen

Neu bei der TuS Kriftel, die wie ihr Konkurrent aus dem Taunus schon einmal der 3. Liga angehörte, ist die Oberurselerin Charlotte Frölich, die sich in ihrem alten Verein nicht ganz hatte durchsetzen können. Auch Lena Giebe und Hannah Weißer trugen schon das TSGO-Trikot. Kriftel sei dennoch kein Gegner, mit dem man eine besondere Rivalität verknüpfe, behauptet Okrusch.

Es bestünden Freundschaften zwischen den Spielerinnen. Auch mit Christian Albat verstehe sie sich gut. Sowohl Okrusch als auch Kriftels Trainer studieren an der Frankfurter Goethe-Universität Grundschullehramt. Von einem "hitzigen Spiel" geht die beste Torschützin des Titelverteidigers (50 Treffer) dennoch für Samstag aus. Aber auch einem ansehnlichen, denn Kriftel - um die zweitbeste Werferin der Oberliga, Jana Lorenz (56) - gehöre wie auch Oberursel zu den spielstarken Teams.

Eine Rechnung habe seine Mannschaft nicht mit dem Kontrahenten aus dem Main-Taunus-Kreis offen, beteuert Günther, angesprochen auf die 31:32-Heimniederlage der Vorsaison. "Die hat mir damals wichtige Erkenntnisse gebracht, und am Ende waren wir ja Erster."

DHB-Pokal-Platz als Ziel

Die Meisterschaft strebt die TSG Oberursel dieses Mal offiziell nicht zwingend an ("Platz eins bis drei", heißt es weiterhin). Die Tabellenführung nach Abschluss der Vorrunde wäre aber schon schön, stellt Nadine Okrusch heraus. Wer als Primus in die Weihnachtspause geht, ist nämlich berechtigt, 2020 im DHB-Pokal mitzuspielen. Und das würden Oberursels Handballerinnen gerne wieder tun.

"Wir können es aus eigener Kraft schaffen", sagt Nadine Okrusch und weist auf die restlichen drei Vorrundenspiele hin. In diesen trifft die TSGO (12:4 Punkte) nach dem Derby gegen Kriftel (14:4) auswärts auf Kirchhof II (13:3) und empfängt am 21. Dezember im letzten Spiel des Jahres die TGS Walldorf (12:4). Am kommenden Sonntag spielen übrigens Kirchhof und Walldorf gegeneinander. Das verspricht eine heiße Vorweihnachtszeit zu werden.

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