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TSG Oberursel II, Meister der Bezirksliga A Wiesbaden/Frankfurt

Handball, Bezirksliga A Wiesbaden/Frankfurt

TSG Oberursel II: Gekommen, um zu bleiben

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Plötzlich standen sie in der Tabelle ganz oben, und von dort wollten sie auch nicht mehr weg. Was den Erfolg von Oberursels Handball-Reserve in der Bezirksliga A ausmacht.

Es war einer dieser Abende, an denen eine Handballmannschaft noch länger zusammensitzt, um gewisse Dinge zu besprechen, Ian Michelson weiß gar nicht mehr genau, wann das war. Jedenfalls ging es im Austausch unter den Handballern aus TSG Oberursels 2. Mannschaft nicht nur um organisatorische Dinge, sondern auch die sportliche Situation.

Dass sie die Winterpause als Tabellenführer erleben, damit hätten die Orscheler nicht wirklich gerechnet, „wir haben uns aber dann gesagt: Wenn wir schon mal oben stehen, wollen wir dort auch bleiben“, erzählt Ian Michelson, der mit seinen 32 Jahren zu den Ausnahmen im Team gehört. Der Torwart ist ein Routinier. Trotz der vielen jungen Spieler in der Mannschaft von Trainer Jürgen Merz, die eben noch nicht so oft solche Situationen im Handballerleben hatten – zu den „Gejagten“ zu gehören – hielt die TSGO-Reserve dem Druck stand und wurde den eigenen Ansprüchen gerecht.

26:24 im Spitzenspiel

Am frühen Samstagabend sprangen die Spieler in der Hattersheimer Sporthalle am Karl-Eckel-Weg im Kreis, Arm in Arm, und sangen, dass ihr Verein der geilste auf der Welt sei. Diesem und sich selbst hatten sie gerade mit dem 26:24-Sieg bei der TSG Eddersheim II einen Meistertitel geschenkt. Fünf Punkte beträgt nun schon der Vorsprung auf den einzig verbliebenen Verfolger, dem Gegner des Tages, zwei Spieltage sind es aber nur noch in dieser Saison.

Die Mannschaft habe in der zweiten Halbzeit ständig geführt, gibt Michelson kurz den Spielverlauf wieder. Mit bis zu fünf Toren habe man vorne gelegen, jedoch sei es am Ende nochmals knapp geworden. Aufgrund der konstant guten Abwehrleistung mit seinem starken Torhüter-Kollegen Kilian Witzel dahinter habe es dann geklappt mit dem 18. Sieg im 24. Spiel. Zuletzt waren es fünf Siege in Folge gewesen. Der erste Sektkorken knallte noch auf dem Spielfeld.

Der Trainer kam spät

Wer alles zur Meistermannschaft gehört? Dafür hätte der Team-Sprecher länger recherchieren müssen. Bis zu 30 Akteure seien in dieser Runde zum Einsatz gekommen, erzählt Michelson. Für eine 2. Mannschaft ist das im Handball mittlerweile nicht ungewöhnlich, da die jüngeren Spieler in mehreren Teams zum Einsatz kommen und von den älteren immer mal wieder jemand aushilft, wenn Not am Mann ist. Notstand herrschte bei Orschels „Zweiten“ aber nur für eine gewisse Zeit auf der Trainerposition. Deshalb äußerte sich die Mannschaft über die Homepage auch erst einmal vorsichtig. Es werde sich im Laufe der Saison zeigen, wohin die Reise gehe, ist da immer noch zu lesen.

Nachdem Trainer Christopher Ormond aufgehört hatte, war der Posten vakant geblieben, in der ersten Vorbereitungsphase trainierten die Spieler einfach mit dem Landesliga-Kader mit. In Jürgen Merz hatte der Verein dann erst im August einen Übungsleiter gefunden, der für die Mannschaft genau der richtige zu sein scheint.

„Er hat uns gut zusammengeschweißt“, sagt Ian Michelson, „ein bodenständiger Trainertyp, der genau weiß, was eine Mannschaft in gewissen Momenten braucht.“ Vor allem die Abwehrarbeit funktionierte unter der Regie des erfahrenen Coaches, der auch in der nächsten Runde das Team betreuen wird, viel besser als vor seiner Zeit. Die TSGO II hat die wenigsten Gegentreffer kassiert. Vorne warfen Yanik Scheich (129) und Max Macho (80) bis zum Eddersheim-Spiel am meisten Tore.

Die restlichen Partien (am 27. April gegen die MSG Niederhofheim/Sulzbach II und am 4. Mai bei TuS Nordenstadt) können die Meister aus der Brunnenstadt jetzt genießen. Ein wenig Ärger wird jedoch auch mitschwingen, denn als Krönung des Erfolgs wäre die 2. Mannschaft gerne aufgestiegen. Der Sprung in die Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt wird durch die „Erste“ aber blockiert, die aus der Landesliga Mitte dorthin absteigt. Womöglich wird der ein oder andere Meister aber dennoch künftig in der höchsten Spielklasse des Handballbezirks zum Einsatz kommen. Dem neuen Erstmannschaftstrainer Klemens Naß sind die Erfolge der „Zweiten“ nicht verborgen geblieben.

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