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Riskanter Pass: Die Anspacherin Tatjana Schroers sucht im Bezirksoberliga-Derby gegen Oberursel II die Anspielstation am Kreis.

Handball, Hochtaunus

TSG Oberursel II hält SG Anspach in Schach

Während das Derby in Oberursel letztlich noch eine klare Sache wird, setzen in der Bezirksoberliga die Handballerinnen des SV Seulberg ein echtes Ausrufezeichen - und verblüffen sogar ihren eigenen Trainer.

Hochtaunus. Seit einiger Zeit bewegen sich die Damenteams der TSG Oberursel II  und SG Anspach (vormals HSG Anspach/Usingen) im Gleichschritt durch die Handball-Welt. Sie stiegen vor einem Jahr gemeinsam in die Landesliga Mitte auf und nach nur einer Saison auch beide wieder ab. In dieser Runde könnte es allerdings sein, dass die Teams eine unterschiedliche Entwicklung nehmen: Oberursels Oberliga-Reserve festigte mit dem 31:23-Derbysieg die Tabellenführung in der Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt, während die Gäste aus Anspach aufgezeigt bekamen, dass es diesmal wohl für weit vorne nicht reichen wird. Diesen Anspruch hat das routinierte Team aus dem Usinger Land auch gar nicht. Geärgert hätte es den alten Rivalen aus dem Vordertaunus am Sonntag trotzdem gerne.

Trainer Ralf Kern hatte ob der besonderen Aufgabe mit einem großen Kader geliebäugelt. Letztlich war er krankheitsbedingt auch nicht dabei. "Die Mannschaft hat sich selbst gecoacht", verkündete er, von einer Grippe geplagt. Mit acht Feldspielerinnen lösten es die Gäste recht geschickt, lange Angriffe ließen den Spitzenreiter in der Abwehr öfters ungeduldig werden, vorne unterliefen viele Fehlwürfe. Mit 5:1 und 11:8 konnte Oberursel zwar davonziehen, jedoch war Anspach zur Pause wieder dran (13:12).

Die TSGO versuchte, das Tempo hoch zu halten, so dass die Anspacher Trefferserie vom 23:18 zum 23:21 das letzte Aufbäumen war (52.). Karina Limbacher machte für die Gastgeberinnen mit drei Toren in Folge alles klar. "Es war ein letztendlich auch in dieser Höhe verdienter Sieg", resümierte TSGO-Betreuerin Kathrin Nüchter.

TSGO-Tore: Knoblauch (7/3), Limbacher (6/2), Kramp, Ried, Budnik (je 4), Sailler (2/2), von der Wehl (2), Mahr, Kürten (je 1). - SGA-Tore: Schroers (8), Köll (4/2), Bank, Koch, Kalman (je 3), Bauernschmitt, Zeuner (je 1).

SV Seulberg - TG Kastel 28:21 (13:13).  Gegen einen Kontrahenten, der noch nie bezwungen werden konnte, gelang Suulberg nach fünf Niederlagen wieder ein Sieg. "Die Mannschaft hat ihren pessimistischen Trainer überrascht", sagte Coach Manfred Müller. Es habe keine Schwachstelle gegeben, "höchstens die Nerven des Trainers". Der SVS hatte viel an den Abläufen geändert: vor dem Warmmachen noch Fußball gespielt, neuer Kampfspruch vor dem Anpfiff, neue Anfangsformation mit Janina Peppel auf der Mitte. Die brachte gegen sehr offensiv verteidigende Kastelerinnen viel Sicherheit ins Spiel. Beim 17:18 (46.) lag Seulberg letztmals hinten, der entscheidende Vorstoß zum 25:19 (55.) mit fünf Toren in Serie gelang trotz zwischenzeitlicher Unterzahl. "In der zweiten Halbzeit haben sich die Mädels extrem gepusht", freute sich Müller. Wermutstropfen war der Fingerbruch von Esther Hardt.

SVS-Tore: Schmidt (7), Schiewer (6), Weiershäuser (4/1), Richter (4/3), Hardt, Weyand (je 3), Bützow (1).

Bezirksliga A, Männer 

HSG MainHandball - TSG Oberursel 35:38 (15:18). Die Interimstrainer Ekram Amirzad und Benjamin Weber - beide Spieler sind derzeit verletzt - feierten einen gelungenen Einstand beim Titelverteidiger. Der Aufsteiger aus Flörsheim, Raunheim und Kelsterbach war ein unangenehmer Gegner, da er schnell den Abschluss sucht, und es bei einem solchen Spielrhythmus viele Auf und Abs gibt. Hoch ging es für Oberursel erstmals vom 5:6 auf eine 11:6-Führung (15.). Abschütteln ließen sich die Gastgeber aber erst in der hitzigen Schlussphase, als der Favorit von 31:29 auf 36:30 davonzog. Peter Olbrock konnte sich dabei im Tor auszeichnen. "Eine eigentlich gute Partie von uns, die allerdings wie letzte Woche auch unnötig spannend gehalten wurde", lautete das Fazit von Amirzad.

TSGO-Tore: Kluger (8), Rummel (7), Günther, Bond (je 5), Ormond (4), Strauch (3/1), Ried, Brühl (je 2), Gogolin, Amstutz (je 1).

HSG BIK Wiesbaden - SG Wehrheim/Obernhain 30:23 (16:10).  Nach fünf Siegen in Serie hat es den Aufsteiger beim Tabellennachbarn in Bierstadt wieder erwischt. "Wir hatten in den letzten Partien wenig Zugriff auf das Spiel, das muss sich dringend wieder ändern", sagte der Sportliche Leiter Steffen Wagner. Die Gastgeber seien deutlich willensstärker und frischer aufgetreten. Die schwache Wurfausbeute der SG begünstigte Wiesbadens Sechs-Tore-Führung zur Pause. Als sich Wehrheim/Obernhain dann gegen die Niederlage aufbäumte, brachten Zeitstrafen die Gäste aus dem Konzept.

SG-Tore: Butsch (8), Terkowsky, Pierags (je 4), Pohl (3), Dawid (2), Bachmann, Bonin (je 1).

Bezirksliga B, Männer 

SV Seulberg - TSG Münster III 35:23 (18:9).  Dem Tabellenführer kann auch die Grippewelle nichts anhaben. Torwart Sven Grauer half im Feld aus, Akteure der 2. Mannschaft ergänzten den Kader. Nachdem sich die Abwehr eingespielt hatte (5:5, 12.), setzte sich Seulberg schon bis zur Pause entscheidend ab. Der große Antreiber war Mathias Witzke, der ab der 15. Minute wegen einer Platzwunde am Auge mit "Turban" spielte.

SVS-Tore: Witzke (10), R. Hostert (9), Zeuner (4), Steffan (4/3), Grauer, Dammbach (je 3) Schröder (2).

Bezirksliga B, Frauen

TG Sachsenhausen - SG Wehrheim/Obernhain 7:38 (5:16).  SG-Trainer Stephan Hnatkow freute sich über eine durchgängig engagierte Abwehrarbeit. Vorne wurden die Lücken gegen einen überforderten Gegner konsequent zu erfolgreichen Abschlüssen genutzt. Mindestens zweimal traf jede Feldspielerin der SG W/O.

SG-Tore: Wagner (8), Ohly (5), Oerter (5/2), Lenzner (4), Serra, Zunke (je 3), Hoffmann, Kreh, Löw, Erker, Niestrat (je 2).

TV Hattersheim II (a. K.) - SV Seulberg II 13:17 (5:6).  In der ersten Hälfte lief es noch nicht so rund für Seulberg, dafür aber in der zweiten Hälfte umso besser. Eine starke Abwehr und die überragende Torfrau Anissa Tamimi sorgten für einen ungefährdeten vierten Sieg im vierten Saisonspiel.

SVS-Tore: Schröder (5), Müller (4/2(, Streb (3), Hübner, Ketter (je 2), Cipka (1).

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