Geht künftig für die TSG Oberursel auf Torejagd: Gabriela Djini. Foto: Rhode
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Geht künftig für die TSG Oberursel auf Torejagd: Gabriela Djini.

Handball, Oberliga Hessen

TSG Oberursel: "Mädels geben Gas bis zum Gehtnichtmehr"

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
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Neulich waren die Handballerinnen der TSG Oberursel besonders aufgeregt. Sie spielten nach fünf Monaten das erste Mal wieder Handball. Dazu erhielt der Hessenmeister von 2019 noch eine Verstärkung.

Da war es wieder, das Kribbeln. In höherem Maße aufgeregt zu sein, widerfährt Paul Günther als Handballtrainer eigentlich erst in jener Zeit, wenn das erste Saisonspiel ansteht. In der Vorbereitungsphase geht es bei Spielen ja weniger um die Ergebnisse, als um verschiedene Entwicklungsschritte des eigenen Teams. Doch als seine Damenmannschaft wieder zu einem Spiel auf dem Parkett stand, neulich beim TV Bodenheim, da handelte es sich um die erste offizielle Partie seit fünf Monaten. Eine solch lange Spielpause - coronabedingt - gibt es im Handball normalerweise nicht. "Das war wie ein Kaltstart", blickt Günther zurück, "man hat das den Mädels auch deutlich angemerkt."

Nach einer Viertelstunde habe sich die Aufregung gelegt, und sein neu formiertes Oberliga-Team habe gegen den gleichklassigen Gegner schon Beachtliches geleistet. Ein 29:29 stand am Ende auf der Anzeigentafel.

Nur im individuellen Bereich habe er bis dato mit seinen Spielerinnen gearbeitet, verrät Günther, was ebenfalls den Corona-Beschränkungen geschuldet ist. Handballer dürfen noch nicht lange wieder in größeren Gruppen unter Körperkontakt üben. Mannschaftstaktisches war bei der TSGO bis dato noch gar nicht erarbeitet worden. Also konnten sich die Neuzugänge an die Bewegungsabläufe ihrer Nebenleute noch gar nicht wirklich gewöhnen. Unter diesen Voraussetzungen sei die Leistung schon sehr gut gewesen, vor allem mit 29 erzielten Toren, lobt Günther. Überhaupt bereitet dem "Trainer des Jahres", von den TZ-Lesern bei der Sportlerwahl 2019 gekürt, das Arbeiten mit seinem jungen Team "tierischen Spaß. Die Mädels geben Gas bis zum Gehtnichtmehr."

Nach dem Testspielauftakt wird es für die Oberurselerinnen bald Schlag auf Schlag gehen. Mehrere Vergleiche mit Drittligisten hat Günther vereinbart: gegen die TSG Eddersheim, die HSG Kleenheim/Langgöns und die HSG Gedern/Nidda. Am 12. September, so die Pläne des Hessischen Handball-Verbandes, soll die neue Spielzeit dann mit einem Heimspiel gegen die HSG Wettenberg beginnen. Andere Landesverbände warten lieber bis zum Oktober ab, und auch Günther weiß nicht so recht, ob es wegen des aktuellen Corona-Trends denn in vier Wochen für den "Vollkontaktsport" wie Handball tatsächlich auch wieder voll losgehen kann.

Wenn dem aber so ist, werden seine Spielerinnen topfit und hochmotiviert sein. Auf der Linksaußen-Position wäre für die TSGO dann Gabriela Djini am Start. Der Neuzugang kann als Verstärkung gewertet werden, spielte die heute 22-Jährige doch früher für die Jugendnationalmannschaft Mazedoniens und zuletzt für eine (abgebrochene) Saison in der 3. Liga für die TSG Ober-Eschbach.

"Sie passt bei uns voll rein", freut sich Günther über Djinis Zusage. Notwendig wurde die kurzfristige Verpflichtung, weil Jennifer Krasnansky sich wegen schon länger anhaltender Knieprobleme wohl einer Operation unterziehen muss. Günther kennt Djini von seinem ersten Engagement für die TG Bad Soden. Als die ihr Damenteam aus der Landesliga zurückzog, ging die Mazedonierin nach Ober-Eschbach - und erlebte erneut die Auflösung ihrer Mannschaft.

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