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Schützin des Siegtores: Nadine Okrusch (links) setzt sich in dieser Szene gegen Leonie Dreizler (TV Nellingen) durch.

Handball, DHB-Pokal

TSG Oberursel schafft den Einzug in die 2. Runde

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24:22-Sieg gegen Drittligist TV Nellingen: Im DHB-Pokal feiern Oberursels Handballerinnen eine Siegpremiere. Was auch neu ist: dass die Abwehr den Grundstein zum Sieg legt.

Am Ende hielten die 120 Zuschauer in der EKS-Sporthalle zwar nochmals die Luft an, aber Paul Günther, Trainer der TSG Oberursel, fand genau das gut. Dass seine Handballmannschaft nicht heroisch den höherklassigen TV Nellingen aus dem DHB-Pokal gekegelt hatte. Günther hätte dann vielleicht Mühe gehabt, seine Spielerinnen wieder einzufangen. Lange hatte es am frühen Sonntagabend tatsächlich nach einem souveränen Sieg für die Hessenmeisterinnen ausgesehen, ehe der ehemalige Bundesligist doch noch aufkam – und die TSGO den Sieg aber mit 24:22 nach Hause fuhr.

Wir haben die Nerven nicht komplett verloren – das war eine sehr wertvolle Erfahrung heute für uns“, freute sich Günther.

Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren hatten die Oberurselerinnen in der 1. Runde des DHB-Pokals gestanden, Platz eins in der Oberliga-Hinrunde des Vorjahres berechtigte sie dazu. Die Zuseher in der trotz schönen Sommerwetters gut gefüllten Halle hatten sogleich ein gutes Gefühl und die treuen Fans ein viel besseres als bei den ersten beiden Versuchen in den Jahren 2015 und 2016. Damals waren mit der SG Mainz-Bretzenheim (27:34) und dem TV Beyeröhde (18:42) ebenfalls höherklassige Teams im Taunus gewesen, die sich als zu stark erwiesen.

Dieses Mal legten die Gastgeberinnen ohne Respekt los gegen einen völlig neuformierten Drittligisten los, der aus finanziellen Gründen den Rückzug aus der Beletage angetreten hatte. Mit Ausnahme des ersten Gegentores lag Oberursel stets vorne, zur Pause mit 12:8. Die beste Phase folgte zu Beginn des zweiten Abschnittes, als „auch noch unser Tempospiel funktionierte“, sagte Günther. Nach gut 41. Minuten traf Nadine Okrusch zum für die Schwaben Hornets, wie sich die TVN-Handballerinnen nennen, ernüchternden 21:11-Zwischenstand.

Günther wechselte Berit Mies (Steißbeinprellung, war beim Sprungwurf in der Luft gestoßen worden) und Okrusch, die eine Pause benötigte, aus – und deren noch unerfahrenen Vertreterinnen leisteten sich mehrere frühe Ballverluste. Die nutzte Nellingen, deren Vorzug das Konterspiel ist, gnadenlos aus, so dass es beim 22:21 (56.) plötzlich richtig spannend wurde. „Ich habe schon an die Verlängerung gedacht“, gestand Günther.

Doch seine Mannschaft besann sich in den Schlussminuten wieder auf ihre Stärken – und die lagen an diesem Tag eindeutig in der Abwehr. Die Neuzugänge Adrienn Zsigmond und Sasha Müller hatten die 6:0-Formation in den ersten 40 Minuten prima zusammengehalten und das Bollwerk funktionierte auch zum Schluss wieder. Der Wurfversuch zum 23:23 wurde geblockt, und in ihrem letzten Angriff spielten die Gastgeberinnen schließlich das 24:22 durch Nadine Okrusch heraus. Jetzt darf sich die TSGO auf eine weitere Herausforderung in der 2. Runde des deutschen Pokalwettbewerbs freuen.

TSGO: Alicia Zeiler, Claudia Schilling, Ayana Petri; Nadine Okrusch (8), Berit Mies (4), Viktoria Heilmann (3/2), Adrienn Zsigmond, Selina Walde (je 2), Caroline Stahl, Rabea Wehrum, Katharina Löbrich (je 1), Sasha Müller, Lisa Greb, Jennifer Krasnansky.

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