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Ex-Kapitän Qendron Hagija (rechts) wird nicht mehr für den 1. FC Oberursel auflaufen.

Fußball, Kreisliga A Hochtaunus

1. FC Oberursel: Statement eines Spielers zu seinem Rauswurf

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Nach dem Spielabbruch am Sonntag mussten vier Fußballer den A-Ligisten 1. FC 04 Oberursel verlassen. Einer davon beschuldigt nun den Vorstand.

Wer sich auf der Internetseite des 1. FC 04 Oberursel das Leitbild durchgelesen hat, der wird sich ob der Ereignisse in den vergangenen Tagen gewundert haben. Unter "Unseren Werten" ist dort unter anderem aufgeführt, dass Fairplay im Spiel und im Training an oberster Stelle stehen. Dass Gegner und Schiedsrichter respektiert werden. Und dass jeder Spieler als Individuum gesehen, akzeptiert und ernstgenommen wird.

Zuletzt spielte die Mannschaft und damit auch der Verein in der Kreisliga A Hochtaunus eine unrühmliche Rolle. An zwei Spielabbrüchen war man binnen drei Wochen beteiligt. Jüngst verließ das Team nach gut 70 Minuten in Köppern beim Stand von 0:5 aus Protest den Platz, weil ein Oberurseler Vorstandsmitglied den Platzverweis für einen eigenen Spieler gefordert hatte. Der Vorstand hatte sich dann am Montag zusammengesetzt und vier Spieler aus dem Verein ausgeschlossen. Als Gründe wurden "vereinsschädigendes Verhalten" und "unsportliches Verhalten gegenüber Mitspielern" genannt. Diese Maßnahme veranlasste Qendron Hagija, der einer der vier betroffenen Spieler ist, am Mittwoch ein Statement abzugeben.

Das Quartett habe von seinem Ausschluss aus der Zeitung erfahren, der FC sei dem Wunsch der Spieler jedoch nur zuvorgekommen. "Wir wollen ohnehin nicht mehr weiterspielen", sagt Hagija. Schon vorher sei klar gewesen, dass man sich im Winter trenne.

Hagija, der einst vom TV Burgholzhausen an die Stierstädter Heide gewechselt war, nach eigenen Angaben andere Spieler mitgebracht und bis zuletzt dort auch als Sponsor fungierte habe, widerspricht der Darstellung des Vorstands, dass es in der Mannschaft eine Kluft zwischen alten und neu verpflichteten Spielern gegeben habe. Das Klima in der Mannschaft sei ganz gut, sagt der Spieler. Vielmehr sei das Verhältnis zwischen Mannschaft und Vorstand schon länger zerrüttet gewesen. Es seien verschiedene Versprechungen nicht eingehalten worden. Im Winter habe sich das Team wegen des schlechten Zustandes des Platzes selbst nach einer Soccerhalle umsehen müssen. Und es sei gar nicht klar gewesen, wer im Vorstand überhaupt für die Mannschaft zuständig ist.

Zu der kuriosen Entscheidung, als Mannschaft vorzeitig das Spielfeld zu verlassen, steht Hagija weiterhin. Er gibt gar zu, seine Mitspieler dazu überredet zu haben. "Ich habe das organisiert." Zu diesem Zeitpunkt hatte Hagija verletzungsbedingt das Geschehen von außen verfolgt. Aushilfstrainer Rashed Rassuli hatte selbst mitgespielt.

Am Montag verhandelt das Kreissportgericht den Abbruch vom 13. Oktober. Den hatte der Schiedsrichter in der Partie bei der Usinger TSG II (0:0) veranlasst, als ein Oberurseler Spieler nach einem Feldverweis den Platz nicht verlassen wollte und weitere FC-Spieler protestiert hatten. rem

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