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Oberursel sucht den Superstar

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Alles begann mit der (Schnaps-) Idee von vier fußballbegeisterten Vätern. Jetzt ist der Run auf die letzten Plätze bei einem der hochklassigsten Jugendturniere Europas in vollem Gange.

Bei der Weltmeisterschaft in Russland werden sie vielleicht zum letzten Mal im Rahmen eines solchen Großereignisses im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen: Lionel Messi (30) und Cristiano Ronaldo (33) haben sich mit Argentinien respektive Portugal qualifiziert, befinden sich mittlerweile aber im fortgeschrittenen Fußballalter. Dafür schützt auch ihr Superstar-Status nicht. Wer wohl einmal in ihre Fußstapfen tritt?

Zeitsprung: 2026 wird die über-übernächste Fußball-WM stattfinden. Noch ist gar nicht klar, wo das sein wird, derzeit gilt Marokko als aussichtsreicher Bewerber. Was aber von an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gesagt werden kann: Am 11. und 12. August werden zukünftige Nationalspieler von internationaler Klasse im Taunus auflaufen. Und wer weiß, vielleicht ist auch ein zukünftiger Superstar in den Mannschaften aus aller Welt und von Weltformat, die für den „Allianz U15-Cup gegen Rassismus“, so der offizielle Titel des Turniers des SC Eintracht Oberursel, gemeldet haben.

Mit ebenfalls an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gehört das zweitägige Sportspektakel, dass sich auf den Sportplätzen des SC Eintracht und der Frankfurter International School (FIS) in der Nähe der Hohemark abspielen wird, zu den bestbesetzten Jugendfußballturnieren in Europa, denn einen solch hohen Aufwand betreiben die wenigsten. Stephan Haida, Karsten Trompetter, Tobias Müller und Kai Kottwitz, vier fußballbegeisterte Väter aus Oberursel, haben eine Spezial-Agentur beauftragt, die sich um die Akquise prominenter Vereinsmannschaften kümmert. Als vorerst letzter Top-Verein hinzugekommen ist der FC Chelsea. Der Nachwuchs des Londoner Stadtteil-Clubs ist in bester Gesellschaft weiterer Europapokalsieger: Tottenham Hotspur, Glasgow Rangers und der FC Porto haben ihre Zusage gegeben.

Dazu kommen aus der Fußball-Bundesliga Bayern München, Hertha BSC Berlin, VfB Stuttgart, RB Leipzig, Schalke 04, VfL Wolfsburg, Mainz 05 und Eintracht Frankfurt. Neben Eintracht Trier und den „Local-Teams“ von Eintracht Oberursel und den FIS Warriors sind also im 18er-Teilnehmerfeld noch drei Startplätze frei.

Bewerber aus Deutschland stehen Schlange. Mit der Spezial-Agentur, erläutert Turnier-Pressesprecher Ralf Kissau, sei jedoch vertraglich vereinbart, dass mindestens noch zwei Top-Teams aus Europa verpflichtet werden. „In guten Gesprächen sind wir mit dem FC Barcelona, dem AC Mailand und einer Mannschaft aus Seattle in den USA“, sagt Kissau. Angefragt sind zudem die U-15-Teams von Real Madrid, AS Rom, Inter Mailand, Olympique Marseille und FC Liverpool. Auch japanische Teams zeigen Interesse.

Einen prominenten Schirmherren konnten die Organisatoren aus der Brunnenstadt gewinnen: Bundesliga-Rekordspieler und Eintracht-Legende Karl-Heinz „Charly“ Körbel steht gerne mit seinem Namen für das außergewöhnliche Turnier. Der heute 63-Jährige, der in seiner Karriere 602 Mal für die Frankfurter in der Bundesliga aufgelaufen ist, freue sich einerseits, dass es ein solch hochklassig besetztes Turnier in der Region überhaupt gibt, was für fantastische Erlebnisse junger Nachwuchsspieler aus dem Taunus sorge. Zudem betont Körbel: „Es ist gut und richtig, dass wir uns gemeinsam auch im Fußball für Integration und Toleranz, aber auch Respekt und Fairplay einsetzen. Dafür setzt der Allianz U15-Cup in Oberursel ein klares Zeichen.“

Wie die Veranstalter unterstreichen, werde das Turnier als sogenanntes Non-Profit-Event durchgeführt. Alle Organisatoren arbeiteten rein ehrenamtlich. Und alle Überschüsse kämen komplett einem guten Zweck zugute. So werde ein Teil des Überschusses an die Jugendabteilung des SC Eintracht Oberursel gehen. „Mit dem anderen Teil werden wir ein Projekt unterstützen, das sich um die Integration von ausländischen Jugendlichen kümmert“, erläutert Kissau. Welches Projekt das ist, wollen die Initiatoren bald festlegen.

Für die Moderation konnten die Oberurseler Fußball-Enthusiasten zwei Experten aus der ersten Reporter-Liga gewinnen. Sportschau-Moderator Markus Philipp kennen Fernsehzuschauer auch von Berichterstattungen über die Frauen-Fußball-WM, die Triathlon-WM-Serie in Yokohama oder den Biathlon auf Schalke. Stephan Schäuble arbeitet seit 2011 als Sportreporter für den Fernsehsender Sky und berichtete unter anderem 2013 vom Champions-League-Finale im Londoner Wembley-Stadion zwischen Bayern München und Borussia Dortmund.

Klangvolle Namen werden Philipp und Schäuble auch am 11. und 12. August in Oberursel verkünden – und vielleicht sogar, ohne es zu wissen, einen kommenden Superstar. In der Altersklasse U 15 entscheidet sich bei vielen Talenten der Top-Clubs bereits, ob sie einen Vertrag angeboten bekommen und eine Profilaufbahn einschlagen können.

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