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Gelungene Premiere: 67 Teilnehmer der Jahrgänge 2008 und jünger starten beim Schülerlauf über 2,5 Kilometer.

Brunnenfestlauf

TSG Oberursel verzichtet auf Einwegbecher, Abdu verbessert Streckenrekord

Die Müllvermeidung kommt bei den Läufern gut an. Der Rückgang von Teilnehmern liegt vor allem im morgendlichen Regen begründet.

Manchmal sind es die kleinen Gesten, die Veranstalter von Volksläufen darin bestätigen, dass sie einen guten Job machen. Bei der TSG Oberursel, durchführender Verein des Brunnenfestlaufes, ging die E-Mail eines Halbmarathon-Läufers ein, der sich nicht nur für die gute Organisation bedankte, sondern ein „großes Sonderlob“ dafür aussprach, dass die Getränke an den drei Verpflegungsstellen auf der Strecke in Mehrwegbecher verteilt wurden. „Das ist echte Müllvermeidung und im Sinne von Nachhaltigkeit“, freute sich der Läufer, dessen Lob sich viele Ausdauersportler anschlossen.

„Wir wollten das unbedingt versuchen“, sagte TSGO-Geschäftsführerin Jutta Stahl, „jetzt zählen wir die Becher und sind guter Dinge, dass noch viele da sind.“ Nur an einer Verpflegungsstelle reichten die Becher nicht, weshalb dort notgedrungen auf Einwegplastik zurückgegriffen wurde. Angesichts solch positiver Reaktionen konnten es die Organisatoren verkraften, dass es ausgerechnet am Sonntagmorgen regnete, was einige Starter kostete. Auch eine Konkurrenzveranstaltung in Eschborn wirkte sich negativ aus. Trotz des neuen Schülerlaufs gingen nur 530 Läufer auf die verschiedenen Strecken, also rund 70 weniger als im Vorjahr.

Abdus Streckenrekord

Kein Problem mit dem nicht optimalen Wetter hatte Sultan Abdu (LG Eintracht Frankfurt/M20). Der in Oberursel lebende Flüchtling aus Äthiopien verbesserte über die 10 Kilometer den erst einen Jahr alten Streckenrekord von Micha Thomas (LG Eder) um satte 24 Sekunden auf nun 33:52 Minuten. Es war aber eine knappe Angelegenheit, denn Abdu spürte den Atem von Christian Weis (Messko GmbH/M20) im Nacken, der nur drei Sekunden länger benötigte, um ins Ziel am alten Rathaus zu gelangen. Der drittplatzierte Triathlet Jochen Nieratschker aus Neu-Anspach (Team Tri-tra-trullala) konnte sich nach 38:25 Minuten über den Altersklassensieg in der M45 freuen. Der Wehrheimer Kai Kühnel wurde in 38:33 Minuten Vierter respektive Dritter in der M20.

Unter die Top-Ten kamen drei weitere Langstreckler aus dem Taunus: Dirk Lösel (TV Weißkirchen/6.) in 39:34 Minuten (2. M45), gefolgt von Harald Horstkotte (Schmitten/7.) in 39:41 Minuten (3. M45) und Sebastian Krause (TSGO/8.) in 39:57 Minuten (1. M40). Bei den Frauen wiederholte die Oberurselerin Ria Bohrer (W45) ihren Sieg aus dem Vorjahr und war in 44:54 Minuten über eine Minute schneller unterwegs. Mira Schwarzer reichte die Zeit von 48:29 Minuten für Rang drei. Lara Pavis, ebenfalls aus Oberursel, konnte sich nach 48:39 Minuten als Siegerin der B-Jugend feiern lassen.

Auch auf der Halbmarathon-Distanz gab es einen Oberurseler Sieg. Marco Diehl (DVAG Marathon Team), im Vorjahr noch Zweiter, hatte diesmal die Konkurrenz im Griff. Dem M50er, sonst eher auf den klassischen 42,195 Kilometern unterwegs, reichten 1:22:22 Stunden, um die von Norman Hertlein (MTV Kronberg/M35/1:25:24) angeführte Konkurrenz sicher auf Distanz zu halten. Durch Daniel Rösch (SG Hausen/1:26:42/M40) ging auch Rang drei auf dem langen Kanten an einen heimischen Langstreckler. Altersklassensiege gab es durch Michael John (Friedrichsdorf/1:32:57) in der M45 sowie Jonas Widerling (TSV Ober-Erlenbach/1:45:45 std.) bei den M20ern. Bei den Frauen setzte sich Carolyn Cozzo (Team Power Caros/W50) nach 1:43:11 Stunden durch, Zweite wurde Laura Tibitanzl vom SC Oberursel/1:43:58/W35). Die Nase vorne in ihrer Altersklasse W40 hatte die Königsteinerin Franziska Soyka (Königstein/1:47:44).

Lennart Fedler, Valentin Reuter

Feuerwehrleute laufen in Einsatzkleidung

Gut angenommen wurde der Schülerlauf über 2,5 Kilometer. Marlon Kreutz (TSG Nieder-Erlenbach/10:15 Minuten) und Lara Davis (Oberursel/11:07) gewannen die Premiere, bei der 67 Nachwuchsläufer durch die Brunnenstadt flitzten. Auf der 5-Kilometer-Strecke fielen Lennart Fedler und Valentin Reuter nicht unbedingt durch ihre Zeit auf (31:57 Minuten, Platz 28 und 29). Die beiden Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Oberursel liefen in voller Montur mit und waren sicher froh, als sie ihre Einsatzkleidung inklusive Helm wieder abstreifen konnten.

Marcel Heid (links), Roman Witzel.

Hut ab vor dem Duo Heid/Witzel

Diese beiden gehören mittlerweile zum Lauf wie die Brunnenkönigin zum Fest: Marcel Heid und Roman Witzel absolvieren seit 2012 gemeinsam den Brunnenfestlauf. Sie freundeten sich an, als Marcel einst Roman im Alfred-Delp-Haus betreute. Längst ist das Duo unzertrennlich, wenn es in Oberursel über die Fünf-Kilometer-Distanz geht. Auch dieses Mal kamen sie wieder gemeinsam ins Ziel (nach 29:44 Minuten auf den Rängen 21 und 22). Roman, ein Läufer mit Handicap, beginnt schon im Februar mit der Vorbereitung, dreht auf dem Sportplatz an der Bleibiskopfstraße seine Runden oder läuft zum Maasgrund. Marcel hält sich als Handballer fit. (rem/jp)

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