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Reinhart Odekerken (links), ein leidenschaftlicher Fußballtrainer, war im Jahr 1968 der Initiator des renommierten Pfingstturniers von Eintracht Oberursel.

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Ohne "Ode" gäbe es kein Pfingstturnier in Oberursel

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Eintracht Oberursel richtet zum 50. Mal den Wettbewerb aus, der zu den ältesten Jugendturnieren in Deutschland zählt. Auch bei der Jubiläumsausgabe  sind mit dem HSV und 1. FC Kaiserslautern wieder namhafte Vereine am Start. Den Stein ins Rollen brachte in Oberursel einst ein besonders engagierter Jugendtrainer.

Oberursel. Was für ein Jubiläum: Bereits zum 50. Mal richtet die Fußballabteilung des SC Eintracht Oberursel am Sonntag und Montag auf der Sportanlage am Eschbachweg ein – zumeist international besetztes – D-Jugend-Pfingstturnier aus. Es gehört zu den ältesten Jugendfußballturnieren in Deutschland. Anno 1968 wurde es vom damaligen Trainer Reinhart Odekerken ins Leben gerufen.

Der „Vater“ der Veranstaltung lebt nicht mehr, aber dessen Frau Anneliese (78) wurde von Sohnemann Tomas Odekerken beim Empfangsabend für das Turnier als Ehrengast präsentiert. Der Abend im Vereinsheim der Eintracht war ein großes Wiedersehensfest, bei dem auch Peter Baumberger nicht fehlen durfte, der in jener Saison 1967/68 im Club das Amt des Jugendleiters bekleidete. „Ohne ,Ode‘ wäre diese ganze Geschichte nie gelaufen“, erinnerte sich Baumberger noch sehr gut an den umtriebigen Trainer. Reinhart Odekerken hatte bei der Premiere sogar die US-Soldaten vom Camp King überredet, neben dem Sportplatz Armeezelte aufzubauen, damit die Mannschaften sich umziehen konnten.

Eintracht-Vorsitzender Sven Krailing führte als Moderator durch den unterhaltsamen Abend und ließ die Turniergeschichte im Norden Oberursel mit zahlreichen Videos, Fotos und historischen Dokumenten nochmals Revue passieren. Dabei ist auch erwähnt worden, dass das erste D-Jugendturnier am 2. und 3. Juni 1968 noch nicht international besetzt war, sondern erst das zweite ein Jahr später, als mit Racing Straßburg eine Mannschaft aus Frankreich zu Gast gewesen ist.

Auch der frühere deutsche Jugendnationalspieler Mike Kahlhofen ließ es sich nicht nehmen, die Eintracht zu besuchen, bei der er einst unter dem legendären Jugendtrainer Günter Engelhardt das Fußball-Einmaleins erlernt hat. Der überaus rüstige Engelhardt ist inzwischen 84 Jahre alt und noch nahezu täglich bei der Gartenarbeit anzutreffen.

Nervenkitzel für Brum

„Die Eintracht ist ein ganz besonderer Verein mit einer ausgesprochen familiären Atmosphäre“, lobte Bürgermeister Hans-Georg Brum den Sportclub. Er selbst habe als jugendlicher Fußballer in einem Endspiel in Epinay einmal einen Elfmeter verwandelt. „Das sind Erlebnisse, die vergisst man nie!“ Auch deshalb ist Brum stolz darauf, dass beim SC, dem zweitjüngsten Fußballclub in Oberursel nach dem 1997 gegründeten 1. Frauen-Fußballverein (1. FFV), rund 400 Kinder und Jugendliche betreut und gefördert werden.

Für das internationale Jubiläumsturnier, das am kommenden Sonntag um 9 Uhr beginnt und am Montag von 9 Uhr an fortgesetzt wird, haben sich 16 Mannschaften angemeldet. Darunter Nachwuchs-Teams des Hamburger SV, des 1. FC Kaiserslautern, aus Epinay-sur-Seine (Frankreich), Rushmore (England) und Etzella Ettelbruck (Luxemburg). Auch die D-Jugend des FSV Frankfurt ist dabei, der die Premiere im Jahr 1968 gewonnen hat. Das Endspiel um den „Hafer-Wanderpokal“ soll am Montag um 15 Uhr beginnen.

Der Ball rollt ab Samstag

Bereits am Samstag finden drei weitere Turniere für die Altersklassen E-, F- und G-Jugend statt. Einer der Höhepunkte des Rahmenprogramms ist der Jubiläumskick der 1968er D-Jugend gegen die Alten Herren der Oberurseler Eintracht.

Eine großartigen Job haben Thomas Pfettscher und Wolfgang Borgfeld gemacht, die eine 56-seitige Broschüre im DIN-A4-Format herausgebracht haben. Darin enthalten sind neben vielen Dokumenten aus der Turniergeschichte auch Fotos der teilnehmenden Mannschaften sowie Berichte über Mike Kahlhofen, Ralf Falkenmayer, Thomas Schaaf und Slaven Skeledzic, die alle schon ihre Erfahrungen beim Pfingstturnier gesammelt haben. Dass es im nächsten Jahr eine weitere Auflage geben wird, steht für den Eintracht-Vorsitzenden Uwe Krailing außer Frage: „Dann feiern wir schließlich unser 50. internationale D-Jugend-Turnier.“

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