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Viel Gesprächsbedarf: TTC-OE-Trainer Tobias Kirch mit Lev Katsman (links).

Tischtennis, 1. Bundesliga

Ohne seine Nummer eins ist der TTC OE Bad Homburg in Mühlhausen chancenlos - 0:3

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
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Auch das fünfte Erstliga-Spiel endet für den Aufsteiger mit einer Niederlage. Derweil reist Ober-Erlenbachs Topspieler ins Land, in dem mit Corona alles begann.

Bad Homburg -Wer hätte das beim Ausbruch der Corona-Pandemie gedacht. In dem Land, in dem das Virus begann, sich auszubreiten, versucht die International Table Tennis Federation (ITTF) nun den Re-Start. In China sollen die World Cups der Herren und Damen sowie die Grand Finals der World Tour durchgeführt werden. Das hat Auswirkungen auf den Bundesliga-Spielbetrieb und den TTC OE Bad Homburg im Speziellen: Der brasilianische Spitzenspieler des Aufsteigers, Gustavo Tsuboi, ist als Zweiter der panamerikanischen Meisterschaften teilnahmeberechtigt.

Bereits am Sonntagnachmittag war Ober-Erlenbachs etatmäßige Nummer eins nicht mehr dabei, als die Mannschaft ihren fünften Anlauf unternahm, ein Spiel in der 1. Bundesliga zu gewinnen. Ohne ihn stand der TTC OE beim Post SV Mühlhausen prompt auf verlorenem Posten. "Wir hatten nicht den Hauch einer Chance", musste der Sportliche Leiter Sven Rehde eingestehen. Nach nicht einmal zwei Stunden war die ungleiche Partie in Thüringen beim Fünften der Vorsaison beendet und mit 0:3 verloren.

Tsuboi hätte theoretisch auch später nach China fliegen können, räumte Rehde ein. Für die jungen Spieler im Erstliga-Kader des Taunus-Teams sei es aber auch wichtig, Spielpraxis zu sammeln. Man könnte also fast sagen, die fünfte Niederlage der Bundesliga-Runde war einkalkuliert. Denn dass die nun jüngste Mannschaft gegen die erfahrenste bestehen kann, damit konnte nach derzeitigem Leistungsstand nicht gerechnet werden.

Schon im Pokalviertelfinale am Freitag gegen den Ligakonkurrenten ASV Grünwettersbach hatte der TTC OE im Geisterspiel in Ober-Erlenbach mit 0:3 das Nachsehen gehabt. Da noch mit Tsuboi im Aufgebot. Weil auch die Dienstag-Partie bei Werder Bremen verloren worden war (1:3), sprach Geschäftsführer Mirko Kupfer von "einer Woche zum Vergessen".

35 Kilometer nördlich von Eisenach kam Nils Hohmeier (22 Jahre) gestern zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz. Der frühere deutsche Einzelmeister Steffen Mengel (32), dessen Bruder Michael früher für Ober-Erlenbach an den Tisch gegangen war, machte mit dem U23-Nationalspieler kurzen Prozess - 11:7, 11:2, 11:5.

Die nominelle Nummer eins des TTC OE, Rares Sipos (20), schlug sich beim 1:3 (7:11, 9:11, 11:8, 8:11) gegen Lubomir Jancarik deutlich besser. In allen vier Sätzen führte der junge Rumäne im roten Bad Homburger Trikot gegen den 13 Jahre älteren Tschechen, jedoch konnte er nur einen dieser Vorsprünge ins Ziel retten.

"Wenn's eng wird, sind

die anderen weiter"

Für den 19-jährigen Russen Lev Katsman blieb es dann gegen Daniel Habesohn (34) ebenfalls nur bei einem Achtungserfolg im dritten Satz. Der Weltranglisten-36. aus Wien setzte sich mit 3:1 (11:8, 11:4, 9:11, 11:6) durch. "Mal geht es um Konzentration, mal um Können, mal um Glück", sagte Sven Rehde, "immer wenn's eng wird, sind die anderen einen Schritt weiter als wir." Der Sportliche Leiter baut weiterhin darauf, dass die jungen Spieler des Aufsteigers diesen Schritt bald machen. Am besten am 6. Dezember, wenn es in Ober-Erlenbach zum voraussichtlichen "Kellerduell" gegen den TTC Zugbrücke Grenzau kommen soll.

Bis dahin wird auch Gustavo Tsuboi zurückerwartet. Gegen Borussia Düsseldorf (8. November), für die Timo Boll nach überstandener Rückenverletzung gerade sein Comeback gab (er ist nicht in China am Start), und gegen TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell (27. November) wird es wohl weiter heißen: Lehrgeld zahlen.

THORSTEN REMSPERGER

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