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Versteinerte Miene: Christof Kreutzer unterlag mit den Roten Teufeln gestern Abend in Deggendorf.

Eishockey

Rote Teufel Bad Nauheim verlieren in Deggendorf 1:2 n.V.

Ausgerechnet beim Tabellenvorletzten: Zu Gast beim bayerischen Kellerkind lässt der Seriensieger aus der Wetterau gestern Abend Federn.

Andrew Schembri war der Mann des Abends. Der Oldie des Deggendorfer SC schoss den EC Bad Nauheim mit einem Doppelpack im Alleingang ab. 1:2 (1:0, 0:1, 0:0; 0:1) nach Verlängerung hieß es am Ende aus Sicht des Wetterauer Eishockey-Zweitligisten, der sich mit acht Strafzeiten – ohne Gegentor – in einem harten Fight selbst den Wind aus den Segeln nahm. Nach drei Siegen kam so im vierten Duell der erste Fleck auf die DSC-Weste. Ohne den Zusatzpunkt müssen sich die Roten Teufel noch gedulden, bis sie rechnerisch den Haken ans Playoff-Viertelfinale machen dürfen, der ihnen aber bei 15 Punkten Vorsprung und ebenso vielen noch zu vergebenen Zählern sicher ist.

„Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben ab dem zweiten Drittel aber nicht mehr in dieselbe Richtung gespielt. Die Strafzeiten haben wir gut entschärft und wenigstens den einen Punkt mitgenommen“, sagte EC-Trainer Christof Kreutzer. DSC-Coach Kim Collins sah das ähnlich: „Ab dem zweiten Drittel waren wir besser. Das Powerplay ist heute das einzige Manko, abgesehen davon bin ich sehr zufrieden.“

Beim EC kehrte Cody Sylvester nach zweiwöchiger Verletzungspause zurück und übernahm den Platz von Zach Hamill, der erkältet ausfiel. Nico Kolb war bei Kooperationspartner Herner EV in der Oberliga unterwegs. Die Wetterauer waren zunächst gut auf den harten Fight in Niederbayern eingestellt und spielten im ersten Drittel nach und nach die individuellen Vorteile aus. Der Führungstreffer war dafür das beste Beispiel. Dennis Reimer kam gerade von der Strafbank zurück als Marcel Kahle den Puck vor der eigenen Bank eroberte und im Konter den Doppelpass mit Reimer zur Führung verwertete (19.). Zuvor hatte Daniel Stiefenhofer bei eigener Überzahl die dickste Möglichkeit zur EC-Führung, den Pass von Louke Oakley bekam der Verteidiger aber schief auf die Kelle und setzte den Puck daneben (15.).

1978 Zuschauer in Deggendorf sahen auch im zweiten Durchgang viele intensiv geführte Zweikämpfe und wenige Torchancen. Der DSC schaffte es aber, den EC immer stärker in Verlegenheit zu bringen und kam nicht unverdient zum Ausgleich. Andrew Schembri hatte den richtigen Riecher, stahl sich im Rücken von Dustin Sylvester und Denis Shevyrin davon und schob am langen Pfosten einen Querpass ein (27.). Bad Nauheim verlor in der Folge die defensive Ordnung, Deggendorf schnürte den EC – beflügelt durch den Ausgleich und vier Minuten in Überzahl am Stück – ein. Die Kurstädter überstanden diese Phase mit Glück und einem souveränen Torwart Felix Bick ohne weiteres Gegentor. Aufregend wurde es nur noch, weil Mike Dalhuisen seinen Frust nach zwei technischen Fehlern an Christopher Gawlik auslassen wollte.

Die Roten Teufel machten zu Beginn des dritten Drittels weiter mit dem munteren Strafenziehen, standen zeitweise mit zwei Spielern weniger auf dem Eis. Immerhin im Unterzahlspiel bestätigte der EC seine Form. Erst vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hatte der EC wieder Schwung geholt, nahm ihn sich aber mit der achten Strafzeit. Verlängerung. Dort besorgte Schembri nach Puckverlust von Steve Slaton die Entscheidung für den Tabellenvorletzten.

Torfolge: 0:1 (19.) Kahle (Reimer, Dalhuisen), 1:1 (27.) Schembri (Bindels, Gläßl), 2:1 Schembri (64). – Schiedsrichter: Hascher /Paule. – Strafminuten: Deggendorf 4, Bad Nauheim 16. – Zuschauer: 1978.

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