Mit 19 Jahren schon EM-Teilnehmer: Langstrecken-Spezialist Oliver Klemet.
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Mit 19 Jahren schon EM-Teilnehmer: Langstrecken-Spezialist Oliver Klemet.

Schwimmen, Hochtaunus

Oliver Klemet aus Wehrheim schwimmt bei der Europameisterschaft mit

  • vonKatja Weinig
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Das Schwimmen gehört zu den Sportarten, die im Lockdown von den meisten vermisst wird. Oliver Klemet gehört als Hochleistungssportler gerade zu den Privilegierten, die ins Wasser dürfen. Dabei hat der junge Wehrheimer Außerordentliches vollbracht.

Wehrheim -Oliver Klemet hat mit erst 19 Jahren den Schritt ins Nationalteam der Erwachsenenklasse geschafft. Der Wehrheimer gehört zum zwölfköpfigen Aufgebot des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) für die Freiwasser-EM, die vom 12. bis 16. Mai in Budapest stattfinden soll. Gemeinsam mit den Olympiateilnehmern Florian Wellbrock und Rob Muffels (beide SC Magdeburg) wird der für die SG Frankfurt startende Klemet am 13. Mai im nördlich der ungarischen Hauptstadt gelegenen Lupa-See den Freiwasser-Wettbewerb über 10 Kilometer bestreiten. Die Zusammensetzung der DSV-Mixed-Staffel über 4 x 1,25 Kilometer wird erst vor Ort entschieden.

Seinen ersten Einsatz auf internationaler Bühne hatte der Gymnasiast vor zwei Jahren bei der Junioren-EM, wo er über 7,5 Kilometer Platz fünf belegte und mit der Mixed-Staffel Silber holte. Die Premiere in der Männerklasse hat es nun für den hochtalentierten Nachwuchsschwimmer gleich in sich. Die 10 Kilometer sind die olympische Distanz im Freiwasserschwimmen. Das Rennen von Budapest wird im Olympia-Jahr entsprechend stark besetzt.

Hoffentlich wird das Wasser warm

Trotz der international erfahrenen Konkurrenz traut sich "Olli", wenn alles gut läuft, einen Platz unter den Top 15 zu. Er hofft auf ein Zutun des Wettergotts und möglichst viel Sonnenschein in Ungarn, denn in wärmeren Gewässern kann er sein Leistungsvermögen besser abrufen: "Wassertemperaturen von 22 oder besser noch 23 Grad wären schon schön."

Um bei der EM in den Lupa-See, der für sein türkisblaues Wasser und weiße Sandstrände bekannt ist, springen zu können, hat Klemet in den vergangenen Monaten hart trainiert. Bis zu 100 Kilometer kamen teilweise in einer Woche im Trainingsbecken am Frankfurter Olympiastützpunkt zusammen. Um sich für das Nationalteam zu qualifizieren, musste er sich Mitte März bei einem Qualifikationswettkampf in Heidelberg gegen die nationale Konkurrenz durchsetzen: In einem 50-Meter-Becken mussten 200 Bahnen gekrault werden. Mit einer Zeit von 1:48,13 Stunden lag der Wehrheimer am Ende nur rund 20 Sekunden hinter Routinier Ruwen Straub (SV Würzburg), der sich ebenfalls das Ticket zur EM sicherte.

Schon vor dem Startschuss hatte der 19-Jährige mit der Qualifikation geliebäugelt: "Wir waren fünf Schwimmer, und man kennt sich ja untereinander." Sein Plan ging auf, der Lohn fürs harte Training konnte eingefahren werden: Nach vier Kilometern hatte sich das Spitzenduo von der Konkurrenz abgesetzt, nach rund zwei Dritteln der Strecke überrundeten sie den bis dato Drittplatzierten, "da wusste ich, dass ich es eigentlich nur noch nach Hause schwimmen muss".

Das zweite Eisen im Feuer

Für den Fall, dass es mit der EM-Qualifikation beim ersten Versuch nicht geklappt hätte, hatte Oliver Klemet noch ein weiteres Eisen im Feuer. Auch auf den klassischen Beckendistanzen fühlt sich der Schüler wohl. EM-Ticket Nummer zwei erkraulte er sich bei der DSV-Olympiaqualifikation in Berlin: Auf der 1500-Meter-Freistil-Strecke blieb er in 15:07,81 Minuten rund eine Sekunde unter der EM-Norm.

Nach Rücksprache mit den DSV-Verantwortlichen fiel jedoch die Entscheidung, auf den Start bei der direkt im Anschluss an die Freiwasser-EM ebenfalls in Budapest beginnende Beckenmeisterschaft zu verzichten: "Das Freiwasserrennen wird hart genug", weiß Klemet, "wir wollen kein gesundheitliches Risiko eingehen, wenn ich längere Zeit im Risikogebiet in Ungarn bleiben würde."

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