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Olivia Gürth über die frühe Startzeit, die beste Ernährung und die Tücken auf der Bahn

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Von: Marion Morello

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Olivia Gürth (Diezer TSK Oranien) – nach dem Wassergraben in Führung liegend (links, 638) – bereitet sich auf ihren Start bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in München vor. Ihr Vorlauf über 3000 Meter Hindernis wird am Donnerstag, 18. August, 9.20 Uhr, gestartet.
Olivia Gürth (Diezer TSK Oranien) – nach dem Wassergraben in Führung liegend (links, 638) – bereitet sich auf ihren Start bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in München vor. Ihr Vorlauf über 3000 Meter Hindernis wird am Donnerstag, 18. August, 9.20 Uhr, gestartet. © IMAGO

Die „European Championships“ in München – Europameisterschaften in den unterschiedlichsten Sportarten - werden in den nächsten Tagen die Sportwelt in Atem halten. Für die Titelkämpfe der Leichtathleten nachnominiert wurde überraschend die junge Olivia Gürth vom Diezer TSK Oranien, die über 3000 Meter Hindernis für Deutschland starten wird. Mit der 20 Jahre jungen Deutschen U23-Meisterin sprach NNP-Sport-Chefin Marion Morello.

Frau Gürth, hat Sie die Nachnominierung im positiven Sinne „kalt“ erwischt?

Eigentlich sollte die Saison für mich nach der U23-DM beendet sein, und ich befand mich schon eine Woche lang sozusagen im Urlaubs-Modus.

Wie hat sich die kurzfristige Umplanung auf Ihr Training ausgewirkt?

Ich hatte die ganze Zeit das World-Ranking-System im Auge. Als das aktualisiert wurde, war ich in Europa die Nummer 33 von 34 und hatte ein leise Hoffnung. Aber als der Anruf des Bundestrainers kam, war ich schon sehr glücklich. Wir haben dann einfach das Training wieder hochgefahren. Ich denke, dass ich an den wenigen Tagen Pause nicht allzu viel Substanz verloren habe.

Wurden Sie bereits offiziell eingekleidet, und wann geht die Reise los?

Die neue Kollektion des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ist am Dienstag bei mir eingetroffen. Am Montagvormittag fahre ich mit dem ICE nach München ins Team-Hotel.

Begleitet Sie Ihr Heimtrainer Lutz Preußner nach München?

Zunächst fahre ich alleine, aber mein Trainer, meine Eltern Sarah und Martin und meine Schwester Anabel kommen später nach.

Wie sieht der Zeitplan aus, und wer sind die anderen deutschen Starterinnen in Ihrer Disziplin?

Mein Vorlauf ist am Donnerstagvormittag (18. August) schon um 9.20 Uhr. Damit ich mich ein bisschen an die frühe Zeit gewöhne, werde ich auch mein letztes Bahntraining gegen 9 Uhr morgens absolvieren. Andererseits ist es um diese Uhrzeit auch noch nicht so heiß. Es hat also Vor- und Nachteile. Da die amtierende Europameisterin aus Deutschland kommt, haben wir eigentlich sogar vier Startplätze. Weil Gesa-Felicitas Krause aber aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hat, bin ich nachgerückt. Außer mir sind für Deutschland noch Lea Meyer vom ASV Köln und Elena Burkard von der LG Nordschwarzwald über 3000 Meter Hindernis am Start.

Was geschieht am Wettkampftag, wie ist der Ablauf?

Bei der frühen Startzeit werde ich wohl schon gegen 5 Uhr aufstehen müssen, damit der Kreislauf auf Trab kommt. Meistens mache ich dann gleich einen zehnminütigen Dauerlauf mit ein paar Steigerungen. Es wird nur ein leichtes Frühstück geben mit einer Scheibe Brot. Wichtiger ist das Abendessen einen Tag vor dem Wettkampf. Dabei werde ich – je nach Angebot auf dem Hotel-Buffet – möglichst Nudeln oder Reis essen. Ich ernähre mich vorwiegend vegetarisch, esse aber ab und zu Geflügel oder Fisch. Nach dem Frühstück geht’s zum Olympia-Stadion.

Was haben Sie sich persönlich vorgenommen?

Ich hoffe, dass ich eine gute Gruppe im Vorlauf erwische, damit ich eine schnelle Zeit laufen kann. Es wird das stärkste Teilnehmerfeld sein, mit dem ich es je in meinem Leben zu tun hatte und möchte möglichst mein Niveau bestätigen, die Atmosphäre im Stadion genießen, ganz viel lernen und meine Bestzeit von 9:47,76 Minuten, die ich kurz vor der U23-DM in Belgien gelaufen bin, attackieren. Aber eine Prognose zu stellen, fällt sehr schwer. In einem Vorlauf kann grundsätzlich immer alles passieren.

Gibt es Dinge, vor denen Sie sich ein bisschen fürchten? Etwa der Wassergraben, dass Sie sich eine Blase laufen in den nassen Schuhen oder die Hitze?

Ich hatte bislang noch nie größere Probleme mit dem Wassergraben. Herausfordernd wird es sein, den Anschluss zu halten, wenn sich vielleicht eine Lücke auftut. Man muss möglichst mit Schwung auf den Wassergraben zulaufen, um nicht langsamer zu werden. Um Blasen zu vermeiden, laufe ich immer ohne Socken und mit einem Tape auf der Ferse. Allerdings spürt man beim Laufen seine Füße und den Schmerz nicht. Das kommt erst hinterher. Wir müssen auf den 3000 Metern 35 Hindernisse bewältigen, die 76 Zentimeter hoch sind, und die fallen leider nicht um, wenn man dagegen stößt. Bislang bin ich von größeren Unfällen aber verschont geblieben.

Wir wünschen Ihnen für Ihren EM-Start, dass Sie Ihr persönlich gestecktes Ziel erreichen.

Ich bin eine der Jüngsten im Feld und werde mein Bestes geben.

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