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Mit 143 Treffern Torschützenkönig der C-Liga: Silas Schmitz (rechts) vom TuS Schupbach.

Serie: Handball-Lockdown

Wie ein Orkan: Der Sturm des Limburger HV

Am 12. März war die Saison für die Handballer jäh beendet. Nachdem sämtliche Punktabzüge aufgrund diverser Bestrafungen (fehlende Schiedsrichter, Sportgerichtsurteile und so weiter) erfolgt waren, wurden anhand einer sogenannten Quotiententabelle (Pluspunkte geteilt durch Anzahl der Spiele, Ergebnis mal 100) die endgültigen Endstände ermittelt. Welche Konsequenzen dies für die Handballer aus dem NNP-Land hat, erläutern wir heute mit einem Blick auf die Bezirksliga C 2 der Männer.

Der Profiteur der abgebrochenen Saison 2019/2020 ist zweifellos der Limburger HV in der C-Klasse. Obwohl sie zum Zeitpunkt des Abbruchs nur den dritten Tabellenplatz belegten, dürfen die Domstädter den Aufstieg in die Bezirksliga B bejubeln.

Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Zum einen verzichtet Tabellenführer Langenhain II aus freien Stücken auf das Aufstiegsrecht, zum andern verfügte der direkte Konkurrent aus Rüdesheim nur aufgrund eines zusätzlich ausgetragenen Spiels über einen Zähler mehr. Erst durch die Anwendung der Quotientenregel zogen die Limburger (28:6) knapp an den Rheingauern (29:7) vorbei.

Limburg startete die Spielzeit mit zwei Siegen, ehe es bei der 3. Mannschaft der HSG VfR/Eintracht Wiesbaden den ersten Rückschlag setzte. Davon ließ sich das Team von Andreas Kullmann aber nicht beirren: Ein 10:0-Zwischenspurt in den fünf folgenden Partien deutete an, dass der LHV in der Lage war, den Kampf um den Aufstiegsplatz anzunehmen. Das Kunststück eines 10:0-Laufes wiederholten die Limburger in den letzten fünf Begegnungen der verkürzten Spielzeit schließlich noch einmal.

Den höchsten Sieg erzielte der künftige B-Ligist am 23. November des vergangenen Jahres mit 43:21 gegen BIK Wiesbaden II. Die 27:29-Heimniederlage gegen Mitkonkurrent Rüdesheim zum Rückrundenauftakt im Januar bedeutete derzeit einen herben Dämpfer im Aufstiegsrennen, der durch die Quotientenregelung aber ohne größere Folgen blieb. Im Gesamtklassement belegt der LHV den 2. Platz mit 28:6 Punkten und 532:438 Toren.

Weniger erfolgreich verlief die Saison für die Mannschaften aus Bad Camberg und Schupbach. Der SV Bad Camberg belegte in der Zwölfer-Staffel Rang zehn mit 6:28 Punkten und 374:470 Toren. Der TuS Schupbach wurde ohne Punktgewinn Tabellenletzter mit 0:34 Punkten und 368:572 Toren. Allerdings litten gerade die Kurstädter unter dem frühzeitigen Saisonabbruch, hätte sie doch an den verbleibenden sechs Spieltagen noch fünfmal Heimrecht genossen. Den höchsten Erfolg errang die Truppe des scheidenden Trainers Thomas Rennecke mit 33:22 im Derby gegen den TuS Schupbach. Es folgte nur eine Woche später die höchste Pleite mit 15:34 bei Hochheim/Wicker II.

Die Schupbacher scheiterten mehrmals denkbar knapp an einem Punktgewinn, so etwa in Eddersheim, als die Beselicher vier Minuten vor Schluss noch mit zwei Toren in Führung gelegen und doch durch einen Gegentreffer in den Schlusssekunden unglücklich mit 30:31 verloren hatten.

Limburg stellt besten Angriff der Liga

Den stärksten Angriff der Liga stellte der Limburger HV mit 532 Toren. Dies bedeutet einen Schnitt von 31,29 Treffern pro Spiel. Da verwundert es nicht, dass die LHVler auch in der Torschützenliste gut vertreten sind. Philipp Sitte liegt mit 140 Treffern auf dem herausragenden dritten Rang. Mit 85 Treffern gehört Alexander Schmidt als Achter ebenfalls zu den Top Ten. Torschützenkönig wurde fast sensationell Schupbachs Torjäger Silas Schmitz mit 143 Toren in 15 Spielen. Damit erzielte er knapp 40 Prozent aller TuS-Treffer in dieser Spielzeit.

Weitere Torschützen unter den Top 100: Limburger HV: 14. Lukas Meudt (78), 23. Justin Arbogast (57), 36. Jens Bornhäußer (46), 51. Christian Kruse (34), 68. Christian Rhensius (28), 79. Torben Arbogast (23); SV Bad Camberg: 12. Daniel Wagner (80), 16. Christian Litzinger (68), 24. Lukas Pertz (56), 65. Mathias Jung (29), 71. Niklas Krüger (27), 84. Tobias Radon (21), 92. Robin Daheim (18), 96. Matthias Drössler (17); TuS Schupbach: 25. Pascal Racky (54), 55. Johannes Eller (31), 60. Leon Hufsky (30), 78. Patrick Kilbinger (23), 95. Christian Mertins (18).

Auch die Siebenmeter-Quote der Schupbacher, die mit 81,08 Prozent sogar besser ist als die der Bad Camberger (77,46 Prozent) und des LHV (73,24), kann sich sehen lassen. In der Rangliste ist Silas Schmitz mit 24 Treffern bei 28 Versuchen auf Rang acht zu finden. Philipp Sitte brachte es als Ranglisten-Elfter auf 20 Tore bei 27 Versuchen, und Daniel Wagner vom SV Bad Camberg wurde Vierzehnter mit 18 Toren bei 22 Versuchen.

Andreas Kullmann wird auch in der kommenden Saison das Traineramt beim Limburger HV ausfüllen. Der LHV darf sich dann auch wieder auf zwei Derbys mit der HSG Eschhofen/Steeden freuen. Sowohl beim SV Bad Camberg als auch bei den Beselichern ist die Trainerstelle für die nächste Spielzeit in der Bezirksliga C 2 dagegen noch vakant.

ALOIS FRIEDRICH

Bezirksliga C2, Männer

1. Langenhain II 17 519:421 29:5 170,6

2. Limburger HV 17 532:438 28:6 164,7

3. TG Rüdesheim 18 494:429 29:7 161,1

4. VfR/Eintr. Wiesb. III 17 492:423 27:7 158,8

5. Schwarzbach II 17 529:439 22:12 129,4

6. TG Eltville II 17 455:467 20:14 117,6

7. Hochh./Wick. II 17 509:459 16:18 94,1

8. TG Rüsselsheim III 15 390:425 11:19 73,3

9. HSG BIK Wiesb. II 16 435:430 11:21 68,8

10. Bad Camberg 17 374:470 6:28 35,3

11. TSG Eddersheim III 17 416:540 3:31 17,6

12. TuS Schupbach 17 368:572 0:34 0,0

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