Kein Durchkommen gibt es für Andrea Mertens (TSG Ober-Eschbach, li.) gegen die Abwehr des SC Markranstädt. FOTO: strohmann
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Kein Durchkommen gibt es für Andrea Mertens (TSG Ober-Eschbach, li.) gegen die Abwehr des SC Markranstädt.

Handball, 3. Liga Ost

Die Pirates der TSG Ober-Eschbach geben alles, doch es reicht nicht

Gegen den SC Markranstädt gibt es für die Drittliga-Handballerinnen aus dem Taunus die nächste Niederlage. Das 23:30 war für den Interimstrainer trotzdem kein so schlechter Einstand.

Vor etwas mehr als einem Jahr kamen Hakim Mirkamali und Alexander Adamski zur TSG Ober-Eschbach - Adamski damals als Cheftrainer, Mirkamali als sein Assistent. Am Samstagabend gab es vor der Albin-Göhring-Halle ein Wiedersehen der beiden, in neuen Rollen. Adamski, der nach dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison zurücktrat, kam als Zuschauer und begrüßte Mirkamali, der vor seiner ersten Partie als hauptverantwortlicher Coach der "Pirates" stand, mit einem Scherz. "Soll ich dir das Händchen halten?", feixte der Routinier und entlockte seinem ehemaligen Schützling ein Schmunzeln. "So ruhig, wie vor dem Spiel, war ich noch nie", erwiderte Mirkamali und zeigte zum Beweis die Smartwatch samt Herzfrequenzmesser: Ruhepuls von 72 - bemerkenswert, stecken die TSG-Frauen doch im Abstiegskampf der 3. Liga.

Der Druck für den Neuen war gering, erwartete nach dem vorherigen Debakel gegen Herzogenaurach doch keiner einen Sieg. Der blieb am Ende auch aus, die Pirates verloren gegen Markranstädt mit 23:30. Doch auf was Mirkamali hoffte und was er letztlich auch bekam, war eine Reaktion der Spielerinnen. Diese kitzelte der Interimstrainer mit einigen taktischen Umstellungen, speziell in der Defensive, aus seinem Team heraus.

Begonnen wurde in einer 5-1-Abwehr, danach wurde phasenweise die 3-2-1- und 4-2-Formation eingestreut und in der zweiten Halbzeit versuchten die Gastgeber sogar mit einer 3-3-Deckung den SC aus dem Rhythmus zu bringen. Gerade Letzteres klappte für eine Weile richtig gut. Markranstädts Spielvortrag hatte unter dem Zeit- und Raummangel durch die offensive Verteidigung Ober-Eschbachs arg gelitten, die Kondition der Hausherrinnen jedoch auch. Schon kurz vor der Pause waren die TSGlerinnen schwer am Schnaufen, die in den letzten Wochen grippegeschwächte Chmurski musste sich anschließend in der Kabine vor Erschöpfung gar übergeben.

Als echte Mannschaft aufgetreten

Chmurski und ihre Mitspielerinnen warfen aber in der zweiten Hälfte weiterhin alles in die Waagschale. Gerade die wuchtige Kreisläuferin Greta Bucher packte ein ums andere Mal kräftig zu und steckte auch gehörig ein. Ein ansehnliches Spiel für Handball-Ästheten kam so zwar nicht zustande, doch Ober-Eschbach blieb dank der aggressiven Ausrichtung und einer abermals glänzend aufgelegten Torfrau Yvonne Petek sowie einer mutig agierenden Lena Rosenberg lange Zeit in Schlagdistanz. "Dass wir keinen tollen Handball spielen werden, war mir angesichts unserer Situation klar", sagte Mirkamali, "doch ich wollte, dass wir geschlossen als echte Mannschaft auftreten und den Gegner ärgern. Das haben wir getan." Die Spielerinnen scheinen Mirkamali zu vertrauen und der Verein täte gut daran, ihn nach Möglichkeit bis zum Saisonende auf der Bank zuhalten.

Dafür muss die Situation um die benötigte B-Lizenz geklärt werden. Diesen Trainerschein hat Mirkamali noch nicht. Zudem muss für die Rückrunde der Spielerstamm aufgefrischt werden. Lisa Lichtlein, die erneut mit einer Bänderverletzung ausfiel, sowie Ketia Kunelashvili, die nach wie vor auf ein Visum wartet, werden dringend benötigt. Weitere frische Beine wären für den jetzt eingeschlagenen kräftezehrenden Spielstil nicht verkehrt. Außerdem braucht das Team wieder mehr Support von den Rängen. Obwohl Besucher am Samstagabend den Eintrittspreis selbst festlegen durften, fanden nur knapp 60 Zuschauer in die Halle. Dabei gibt es in Ober-Eschbach noch immer ein Frauenhandball-Team, das angesichts solch kämpferischer Leistungen Unterstützung verdient.

Spielfilm:2:2 (4.), 2:5 (9.), 6:7 (13.), 7:14 (27.), 10:15 (30.), 14:15 (34.), 15:21 (43.), 19:24 (48.), 23:27 (56.), 23:29 (57.).

TSG Ober-Eschbach:Petek; Mertens (9/2), Rosenberg (5), Bucher (4), Wäscher (2), Chmurski (2), Djini (1), Pandza.

ROBIN KUNZE

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