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Ketia Kunelashvili (re.) konnte zuletzt für Ober-Eschbach nicht spielen. Die Georgierin benötigt eine Aufenthaltsgenehmigung.

Handball, 3. Liga Ost

Pirates der TSG Ober-Eschbach vor Schlüsselspiel im Abstiegskampf

Es ist so im Handball: Der Kopf entscheidet mit. Um ihn in verfahrenen Situationen wieder "freizubekommen", lassen sich die Ober-Eschbacher Verantwortlichen einiges einfallen.

Präsente werden am 1. Advent noch nicht verteilt, doch die Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach können sich am Sonntag (Anwurf: 16 Uhr) selbst beschenken. Ein Sieg gegen die Turnerschaft (TS) Herzogenaurach wäre dabei sogar viel mehr wert als nur die zwei Zähler für das Tabellenbild. Auch die werden zwar dringend benötigt, angesichts des zehnten Tabellenplatzes, den die Pirates innehaben und den man bei einer Niederlage an die Gäste abtreten müsste.

Vor allem braucht das Team aber wieder ein Erfolgserlebnis, um das angeknackste Selbstvertrauen wieder zu stärken. Seit fünf Spielen ist die TSG nun schon sieglos, und bei der jüngsten 17:24-Niederlage gegen die TSG Ketsch II merkte man den Spielerinnen die daraus resultierende Verunsicherung an.

Selbstvertrauen falle nicht vom Himmel, erklärte Co-Trainer Hakim Mirkamali nach der Partie, aber man müsse mit dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten und auch an einen Sieg das Spielfeld betreten. "Stattdessen haben sich die Spielerinnen ausgemalt, wie schlimm es wird, wenn wir wieder verlieren", ergänzte Mirkamali.

Auch Christoph Pohl ist davon überzeugt, dass der derzeitige Negativlauf eher eine Frage des Kopfes und nicht der Qualität ist. "Unsere schlechten Phasen treten ja nicht am Ende einer Partie auf. Da spielen wir bisher am besten", sagt der Manager, "wir haben vielmehr nahezu alle Spiele in den ersten paar Minuten schon verdaddelt." In der vergangenen Saison, als man ebenfalls im Abstiegskampf steckte und in die Relegation musste, war der Fokus schärfer. Damals hatte der Club einen Mentalcoach angeheuert, den man für die aktuelle Runde nicht mehr vorgesehen hatte.

"Die Mannschaft ist eigentlich gefestigt", so Pohl, "aber wir haben uns zuletzt darüber unterhalten, ob wir unsere Rituale ändern müssen." Eine Idee sei es, sich am Spieltag früher zu treffen, um beispielsweise gemeinsam spazieren zu gehen - als Gleitzeit zwischen Alltagsstress und Spieltagsdruck. Zugleich versucht die Sportliche Leitung, noch andere Baustellen zu schließen.

Der ohnehin nicht üppig besetzte Kader schrumpfte in den letzten Wochen noch weiter, so dass selten spielnah trainiert und Abläufe verinnerlicht werden konnten. Daher strebe man an, so Pohl, zumindest donnerstags gemeinsam mit der wJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt zu trainieren (was eigentlich schon geschehen sein sollte). Zudem habe man sich auch in Sachen Spielgemeinschaft für das kommende Jahr ein Stück weit in die richtige Richtung bewegt.

Auch auf dem Spielermarkt wird mit mehreren Beratern über eventuelle Verstärkungen gesprochen. "Wir sind da durchaus fleißig, aber man muss fairerweise sagen, dass es momentan extrem schwierig ist, jemanden zu bekommen", erklärt Pohl. Drei bis vier Optionen hat man für die Rückrunde ins Auge gefasst. Ob es zu einer Verpflichtung kommt, ist aber offen. Zuletzt nicht im Kader, sondern in ihrer georgischen Heimat war Ketia Kunelashvili. Der Verein sucht für die talentierte 19-jährige Rückraumspielerin eine Stelle als Aupair-Mädchen. Ein Beschäftigungsverhältnis ist Voraussetzung für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung.

"Wir gehen immer noch davon aus, dass das Potenzial in der Mannschaft groß genug ist, um den Klassenerhalt diesmal ohne Relegation zu schaffen", betont Pohl. Er sei vor dem Rundenbeginn von vier Punkten nach der Hinrunde ausgegangen, aktuell haben die "Pirates" fünf auf dem Konto. "Nur der Trend ist jetzt seit ein paar Wochen der falsche", sagt der Manager. Mit einem Sieg gegen Herzogenaurach - mit der vormaligen Ober-Eschbacherin Milena Deppisch zwischen den Pfosten - sähe das Gesamtbild schon deutlich besser aus.

Freikarten für das Heimspiel am Sonntagnachmittag

Auf der vereinseigenen Homepage www.tsg-frauen.de können sich Freunde des Handballsports für das wichtige Heimspiel der TSG Ober-Eschbach (Sonntag, 16 Uhr) Freikarten besorgen. Einfach das Ticket für die Partie im neuesten Web-Beitrag als Bild abspeichern, dann als Ausdruck oder per Smartphone in der Albin-Göhring-Halle vorzeigen. Eine 30-köpfige Fangruppe - bestehend aus drei Jugendmannschaften der HSG Herborn/Seelbach - hat sich bereits angesagt. Das ist der Heimatverein von Pirates-Trainer Christian Grzelachowski. Ein gutes Omen: Immer wenn der HSG-Nachwuchs solche Einladungen erhielt, gewann "dessen" Mannschaft auch. (rk/rem)

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