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Testspiel: TSG Ober-Eschbach - SG Kirchhof 26:28

Handball, 3. Liga

Pirates: Zwei Punkte verloren, neuen Geschäftsführer gewonnen

Die vom Abstieg bedrohten Adamski-Schützlinge unterliegen dem SC Markranstädt klar. Wenn auch die kämpferische Leistung gegen den Zweiten der 3. Liga Ost (zuversichtlich) stimmt.

Hinter den Kulissen tut sich etwas bei den Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach. Am Freitagabend übernahm Christoph Pohl die Geschäftsführung der Spielbetriebs UG und stieg auch als Gesellschafter ein. Der Gründer der Eta/opt GmbH (Kassel) stieß zu Beginn der Saison als Sponsor zu den Pirates. Er unterstützt nun Abteilungsleiterin Antje Salzer und den Vereinsvorsitzenden Holger Fritzel im Bereich des Managements.

Um die sportlichen Belange kümmern sich bereits seit Ende 2018 Trainer Alexander Adamski, Co-Trainer Hakim Mirkamali, Teambetreuer Jürgen Preilowski, Rekonvaleszentin Celine Gehrke sowie deren Vater Michael Gehrke, der als Torwart-Trainer aushilft. Abseits des Feldes wächst die Besetzung stetig weiter an, doch auf dem Feld müssen die Pirates weiterhin von einem Mini-Kader zehren.

Das zeigte sich bei der Partie gegen den favorisierten SC Markranstädt bereits beim Einlaufen deutlich. Die Gastgeberinnen wurden von den Nachwuchsspielern der JSG Gonzenheim/Ober-Eschbach begleitet. Einige Spielerinnen führten dabei gleich zwei Kinder aufs Feld. Durch den Ausfall von Lilla Orban standen Adamski neben den Torfrauen Milena Deppisch und Sophie Löbig nur acht Feldspielerinnen zur Verfügung. Wie sich diese gegen den Tabellenzweiten präsentierten, imponierte dem routinierten Trainer trotz der deutlichen 23:33 (9:17)-Niederlage. „Die kämpferische Leistung war kometenhaft“, so Adamski, „wir nehmen viele blaue Flecken mit nach Hause, aber die Spielerinnen haben gezeigt, dass sie bis zum Schluss kämpfen können.“

Jene blauen Flecken durfte man durchaus wörtlich nehmen, denn die Pirates verteidigten von der ersten bis zur letzten Minute äußerst aggressiv und mit wechselnder Taktik. Immer wieder versuchte man das Angriffsspiel von Markranstädt mit schnellen Fouls früh zu stören. So sah Saskia Schwering beispielsweise bereits nach zwei Minuten die Gelbe Karte und keine 60 Sekunden später die erste Zeitstrafe. Allerdings blieb das Schiedsrichtergespann Anastasia Baumann/Eva Dauth (Köln/Bonn) nicht die gesamte Partie über so konsequent, was auf den Trainerbänken ein ums andere Mal für Irritationen sorgte.

So erfreut Adamski ob der ungebrochenen Moral seiner Mannschaft auch war, mit der Torausbeute konnte er nicht zufrieden sein. „Wir hatten sehr viel Pech im Abschluss. Zudem nahm Markranstädts Torfrau sehr viel raus“, urteilte er. Speziell in der ersten Halbzeit zeigte Stephanie Wähner in der Tat starke Paraden, etwa bei zwei Siebenmetern von TSG-Kapitänin Lena Riedel (21., 28.). Zudem verhinderte das Aluminium einige Treffer, beispielsweise in der 38. Minute, als zunächst Lisa Lichtlein die Latte und Riedel anschließend den Pfosten traf. Daher geht der Sieg des SC Markranstädt völlig in Ordnung, jedoch fiel das Ausmaß zu hoch aus.

Positiv hervorzuheben war die Leistung von Greta Bucher (7 Tore), die sich am Kreis immer wieder durchsetzte, in einigen Szenen auch clever bedient wurde. Über die Klasse für den Klassenerhalt verfügen die Pirates definitiv, doch in der aktuell kleinen Besetzung sind die Schwergewichte der Dritten Liga nicht zu stemmen. Kommenden Sonntag wartet bereits der nächste Hochkaräter – wenn es zum Tabellenführer HC Leipzig geht.

Robin Kunze

Spielfilm: 0:3 (4.), 1:5 (8.), 4:10 (18.), 6:15 (25.), 9:17 (30.), 13:19 (36.), 13:24 (42.), 19:29 (53.), 23:33 (60.).

TSG Ober-Eschbach: Deppisch, Löbig – Bucher (7/2), Lichtlein (6/2), Chmurski (4), Özer (3), Zsigmond (2), Riedel (1), Schwering, Mertens.

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