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Hat bei der TSG Ober-Eschbach weiterhin alle Hände voll zu tun: „Pirates“-Manager Christoph Pohl.

Handball, Hochtaunus

Die "Pirates" sind auf dem Weg in ruhiges Fahrwasser

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TSG Ober-Eschbachs Manager Christoph Pohl über die Kooperation mit der TG Bad Soden und die „Baustelle“ im Tor des Handball-Drittligisten.

Am Wochenende kann Christoph Pohl zum Spiel in die Halle laufen. Das verwundert erst einmal, denn Pohl ist Manager von TSG Ober-Eschbachs Handballerinnen. Die spielen am Sonntag um 17 Uhr aber beim Tabellenzweiten Germania Fritzlar. Die nordhessische Stadt ist jedoch die Heimat Pohls, der dort auch weiterhin seinen Lebensmittelpunkt sieht. Seine Familie lebt dort, seine beiden Firmen sind dort oder im nicht weit entfernten Kassel ansässig. Aufgrund seiner weiterhin umfangreichen Tätigkeit für das semiprofessionelle Handballteam böte sich für ihn aber schon fast ein Zweitwohnsitz in der Kurstadt an.

„Ich bin weiterhin zweimal pro Woche in Bad Homburg und auch bei den Spielen der Mannschaft dabei“, erzählt Pohl, „das Geschäft ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht schon hart.“ Mit der Fritzlarer Spielerin Franziska Chmurski, für die er einst einen Arbeitsplatz in seiner Firma organisiert hatte, war er im Vorjahr quasi als Sponsor zur TSG Ober-Eschbach gewechselt und sprang nach einem turbulenten Herbst als Manager und Geschäftsführer ein. Für Pohl und Chmurski, aber auch die zweite Ex-Fritzlarerin im Kader, Rica Wäscher, ist die Partie am Sonntag eine besondere.

Als Pohl im Februar einstieg, standen mehrere Monatsgehälter der Spielerinnen aus, die er teilweise aus eigener Tasche beglichen haben soll. Eigentlich hatte Pohl dann in dieser Saison vor, die Fahrerei (143 Kilometer einfach) zu reduzieren. Es gibt jedoch weiterhin genug zu tun bei den „Pirates“.

Mit der Spielbetriebs-UG sei er zwar auf bestem Weg in wirtschaftlich ruhiges Fahrwasser. Und auch sportlich scheint sich das neuformierte Team von Trainer Christian Grzelachowski wie gewünscht im Mittelfeld der Tabelle einzupendeln, wenn es auch in Fritzlar klarer Außenseiter ist. Allerdings hat Pohl ja schon geäußert, mit den „Pirates“ langfristig höhere Ziele anzustreben. Die Rückkehr in die 2. Liga ist mittelfristig erwünscht.

In diesem Zusammenhang streben der Manager und seine Mitstreiter um den Sportlichen Leiter Thomas Rösgen an, die Spielgemeinschaft mit der TG Bad Soden wiederzubeleben. Ein schlagkräftiger Unterbau ist längst eine der Voraussetzungen, um eine Zweitliga-Lizenz zu erhalten. Gar nicht in den Plan passte jedoch die Abmeldung der Sodener Frauenmannschaft, die in der Bezirksoberliga die Saison begonnen hatte. Mit einem Zweitspielrecht von Ober-Eschbachs U23-Spielerinnen wäre dieser personell bedingte Schritt vielleicht vermeidbar gewesen, räumt Pohl ein.

A-Jugendliche aus Bad Soden trainieren mit

Der 40-jährige Handball-Macher vermittelt aber nicht den Eindruck, dass er der Entscheidung des Partnervereins nachtrauert oder er sie kritisiert. Er hat sich längst auf die neue Situation eingestellt. Die Kooperation im Training und innerhalb des Trainerstabs funktioniere bereits gut, betont er lieber. Am Donnerstag habe die A-Jugend der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt wieder in der Albin-Göhring-Halle mittrainiert. Auch die B-Jugend wolle man schon mit einbinden. Ziel sei es nun eben, für die nächste Saison wieder eine Sodener Frauenmannschaft zu melden, die dann in einer Spielgemeinschaft als Reserve fungieren könne.

Eine weitere Baustelle gibt es im aktuellen Drittliga-Kader: Nachdem das Zweitspielrecht für Victoria Manger (HSG Goldstein/Schwanheim) nicht zustande gekommen war, ist Yvonne Petek, Neuzugang vom TV Idstein, die einzige Torhüterin. Ihr darf also nichts passieren. Sonst müsste eine Feldspielerin zwischen die Pfosten.

Längst hätte man neben der Feldspielerin Gabriela Djini (21), die bisher kaum spielte, den Kader auch mit einer Torfrau aus Bad Soden ergänzt. Jedoch sei das mit der Spielgenehmigung nicht so einfach, erläutert Pohl. Beispielsweise müsse eine Jugendliche zuvor der Hessenauswahl angehört haben, was aber nicht auf die Sodener A-Jugend-Talente zuträfe. Und die B-Jugendliche Miriam Aassou trainiert bereits einmal pro Woche bei der TSG Oberursel mit. Sie gehörte schon der Hessenauswahl an.

Eine Option sei es weiterhin, eine Torhüterin aus dem Ausland zu verpflichten, sagt Pohl. Dass sich Profispielerinnen im Training vorstellten, komme in Ober-Eschbach auch immer mal wieder vor. Für die Ausgewogenheit und Homogenität im Team genügten jedoch drei englischsprachige Akteurinnen. Wobei die Neuzugänge Martina Pandza (Bosnien-Herzegowina), Ketia Kunelashvili (Georgien) und Dzsenifer Laza (Ungarn, alle Jahrgang 1999) auf bestem Wege sind, auch auf Deutsch die Anweisungen ihres Trainers zu verstehen. In der Ober-Eschbacher Dreier-WG der Spielerinnen gehört eine Deutschlehrerin zu den regelmäßigen Gästen.

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