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Momentaufnahme aus dem Frühjahr 2018. Wie geht?s im Herbst weiter mit den ?Pirates??

Handball, 3. Liga

Pirates: Die Zeit drängt, ein Trainer muss her

Nach dem Rücktritt von Manager Gerhard Döll melden sich die Drittliga-Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach zu Wort Der Spielbetrieb geht zunächst auch ohne Trainer und Manager weiter. Doch es gibt mehrere Baustellen.

Die TSG Ober-Eschbach kann eine gute Nachricht vermelden: Auch nach dem Rücktritt von Trainer Marc Langenbach vor zwei knapp Wochen sowie dem Abgang des langjährigen Managers Gerhard Döll in der vergangenen Woche werden die Handballerinnen weiterhin am Spielbetrieb der 3. Liga teilnehmen. Zumindest für die nächsten drei Spiele.

„Der Verband fordert auf der Trainerposition einen Lizenzinhaber“, erklärt Vereinsvorsitzender Holger Fritzel, „pro Saison dürfen maximal fünf Spiele ohne einen solchen lizenzierten Trainer ausgetragen werden. Wir haben also noch drei Schüsse frei.“ Beim 22:31 am Wochenende bei der TSG Eddersheim fehlte ein Lizenzinhaber auf dem Meldebogen, ebenso Mitte Oktober beim Gastspiel in Markranstädt, als Döll den erkrankten Langenbach vertrat.

Auch nachdem Langenbach aufgehört hatte, wollte Döll das Team übergangsweise führen. Dass es nun aber zum Bruch zwischen Mannschaft und Manager kam, habe nichts mit der Personalie des Interimstrainers zu tun. Das gab Spielerin Saskia Schwering am Mittwoch in einem Statement, das im Namen der gesamten Mannschaft verfasst wurde, zu Protokoll. „Am vergangenen Donnerstag zu Beginn des Trainings teilte Lena Riedel der Mannschaft in Anwesenheit von Gerhard Döll mit, dass sie aufgrund des Umgangs der vergangenen Tage und der folgenden Suspendierung keine Möglichkeit mehr sieht, weiterhin mit Gerhard Döll zusammenzuarbeiten und für die Pirates zu spielen. Die anderen anwesenden Spielerinnen trafen die gemeinsame Entscheidung, die Art und Weise der Suspendierung einer Spielerin nicht zu akzeptieren“, steht in der Stellungnahme geschrieben.

Auch Gerhard Döll berichtete der Taunus Zeitung von besagter Suspendierung gegen Lena Riedel. Diese sei erfolgt, da sich die Spielerin „wiederholt nicht an getroffene Absprachen gehalten“ habe. Diese Behauptung will die Spielführerin der TSG nicht auf sich sitzen lassen. In einem gesonderten Schreiben geht Riedel auf die Situation ein und berichtet, ihre Suspendierung sei erfolgt, da sie um ein Gespräch mit Döll gebeten habe.

„Nach einem vor Donnerstag stattgefundenen Austausch mit Gerhard Döll wurde mir die Bitte nach einem zeitnahen weiteren Gespräch verwehrt“, so Riedel in einer persönlichen Erklärung an die TZ, „ich verdeutlichte daraufhin die Dringlichkeit dieses Gesprächs bezüglich Umgang sowie persönlicher Wertschätzung untereinander. Die Antwort darauf war der Verzicht auf meinen Einsatz im Spiel am Sonntag. Ob ich mich damit ’nicht an Absprachen gehalten’ habe, liegt im Auge des Betrachters.“

In einem dritten Schreiben bezieht auch Lisa Lichtlein, die von Gerhard Döll neben Riedel als zweite Wortführerin gegen seine Person genannt wurde, Stellung. Der ehemalige Manager berichtete, Riedel sowie Lichtlein haben mit ihrem Abgang gedroht und dem Verein somit „die Pistole auf die Brust gesetzt“. Lichtlein bestreitet dies: „Ich habe nie konkret mit meinem Weggang gedroht. Als einzelne Spielerin hat man – und das ist gut so – überhaupt nicht die Macht, irgendwem oder gar dem Verein ’die Pistole auf die Brust’ zu setzen.“ Sie habe lediglich die Meinung der Mannschaft wiedergegeben. Diese lautete, dass es zuletzt in der Zusammenarbeit mit Gerhard Döll „gravierende Schwierigkeiten“ gab. Ein weiteres, gemeinsames Wirken innerhalb des Vereins sei daher nicht mehr möglich gewesen.

Spielen will die Mannschaft weiterhin für die TSG Ober-Eschbach. Für den Vorstand hat nun die Suche nach einem Lizenztrainer Priorität, um die sich Abteilungsleiterin Antje Salzer und Vereinschef Holger Fritzel gemeinsam kümmern. Doch bei der Damenmannschaft, die als Unternehmergesellschaft geführt wird, lief seit gut sieben Jahren fast jeder Faden bei Manager Döll zusammen. Unklar ist aktuell, wie es um die Finanzierung der Restsaison steht. Diesbezüglich wurde ein Treffen der Gesellschafter einberufen. „Aktuell befinden wir uns in einem Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt“, sagt Fritzel. Erst in den kommenden Tagen werde Klarheit herrschen.

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