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Sechs Tore gegen ihr früheres Team: Andrea Mertens.

3. Liga

Für die Pirates ist der Weg das Ziel

Die Handballfrauen der TSG Ober-Eschbach unterliegen mit 31:20 (17:9) bei der SG Mainz-Bretzenheim. Momentan erfreuen sich die Spielerinnen beim führungslosen Drittligisten ohne Trainer und Manager an den kleinen Dingen.

Am Samstagabend ging es für die Damen der TSG Ober-Eschbach endlich wieder um das Kerngeschäft: Handballspielen. Nach dem Abgang des langjährigen Managers Gerhard Döll entstand viel Trubel in und um den Verein, und noch immer sind nicht alle die Zukunft betreffenden Fragen geklärt. „Den Teamgeist hat die aktuelle Situation nochmals unglaublich gestärkt“, konnte Celine Gehrke den zuletzt stressigen Tagen auch etwas Positives abgewinnen. Aktiv am Spielbetrieb teilnehmen kann die Rückraumspielerin in der Folge eines Kreuzbandrisses weiterhin zwar nicht, doch als Betreuerin unterstützte sie die Mannschaft nach Kräften, die jedoch bei der SG Mainz/Bretzenheim die vierte Niederlage in Folge kassierte – 20:31.

Ebenfalls als Betreuer auf dem Meldebogen war Gehrkes Vater Michael, der sich als Trainer speziell um die jungen Torfrauen Milena Deppisch und Sophie Löbig kümmerte. Löbig, die im Kasten begann, hatte auch gleich einiges zu tun. Nach gut sieben Minuten lagen die Gastgeberinnen durch Treffer von Lena Kahnert, Juliane Dold und Linda Bach in Führung. „Auch wenn es das Endergebnis nicht widerspiegelt, so haben wir in der Abwehr sehr gut angefangen“, berichtet Gehrke. Der Schuh drückte in der Tat, wie auch in den Vorwochen schon, im Angriff.

Beste Werferin der Pirates wurde mit sechs Treffern Andrea Mertens, die gegen ihren ehemaligen Verein mit Sicherheit besonders motiviert gewesen ist. Eine zweite verlässliche Option aus dem Spiel heraus fand sich allerdings nicht. Immerhin blieb Pia Özer bei fünf Versuchen von der Linie ohne Fehlwurf.

Insgesamt konnte das Vakuum, das Top-Werferin Juliane Grauer mit ihrem Abgang in der Vorwoche erzeugte (sie solidarisierte sich mit Döll), aber nicht gefüllt werden. „Allerdings hätte heute auch eine Juliane Grauer das Spiel nicht gewonnen“, erklärt Gehrke.

Gerade in der zweiten Halbzeit wurden einige taktische Varianten ausprobiert. „Wir haben beispielsweise die Halben rausgenommen, was zeitweise auch ganz gut funktioniert hat“, sagte Gehrke, „aber leider haben wir uns zu viele technische Fehler erlaubt.“ So, wie die Zukunft der Pirates abseits des Feldes nun Stück für Stück geklärt werden muss, sei auch die Entwicklung auf dem Feld ein Prozess. Künftig wolle man daran arbeiten, mehr in die Tiefe und weniger parallel zu spielen, berichtet Celine Gehrke. Man merkt ihr deutlich an, dass sie, unabhängig vom Ausgang der Partie, Freude daran hat, wieder über den Sport reden zu können.

Spielfilm: 3:0 (8.), 6:3 (14.), 8:6 (17.), 13:7 (23.), 17:9 (30.) 23:11 (39.), 25:15 (50.), 28:19 (57.). – Pirates: Sophie Löbig, Milena Deppisch; Andrea Mertens (6), Pia Özer (5/5), Lena Riedel, Saskia Schwering, Adrienn Zsigmond (je 2), Lisa Lichtlein, Greta Bucher, Franziska Chmurski (je 1), Linda Brocke, Lilla Orban. rk

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