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Kein unbeschriebenes Blatt im eFootball: Benjamin Graf, Nordrhein-Westfälischer FIFA-Meister 2017, startet für den RSV Würges beim HFV-StayAtHome-Cup.

HFV-StayAtHome-Cup

"Playstation-Party" beim RSV Würges

Nach dem reibungslosen Verlauf zum Auftakt des ersten eSport-Turniers des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV), dem HFV-StayAtHome-Cup 2020, startet nun die heiße Phase der Vorrunde. Erstmals haben dabei auch die Gamer des RSV Würges ins Turniergeschehen eingegriffen, die noch zum Auftakt spielfrei waren.

In der Vorwoche noch mit einem Sieg und einer Niederlage gegen den FV Bad Vilbel gestartet, gab es für den FC Rubin Limburg-Weilburg gegen die Spieler des JFV Hainburg Seligenstadt nichts zu holen. Mannschaftskapitän Alex Otto (1:5) kam dabei im Hinspiel gehörig unter die Räder, genauso wie Vadim Rutz bei seinem 1:6 im Rückspiel. Nach nunmehr drei Pleiten aus vier Matches brauchen die Rubine zum Abschluss der Gruppenphase am kommenden Wochenende gegen den FC Germania Enkheim unbedingt zwei Siege, um die K.-o.-Spiele noch zu erreichen.

Ähnlich erging es auch der FSG Gräveneck/Seelbach/Falkenbach in ihren Partien gegen den hochgehandelten TV Lampertheim. Tristan Frühwirth und Philipp Kohlhauer, also die gleiche Besetzung, mit der die FSG in der Vorwoche noch einen souveränen Doppelsieg feierte, verloren ihre beiden Begegnungen mit 1:2 und 1:4 und stehen nun im abschließenden Gruppenspiel gegen den FV Hausen unter Druck. Der FVH allerdings sollte - zumindest versprechen das die bisherigen Resultate - eine machbare Aufgabe darstellen.

Hadamar verliert trotz Umstellung

In die Niederlagenserie der Teams aus dem Kreis Limburg-Weilburg fügten sich ebenfalls die Zocker des SV Rot-Weiß Hadamar ein, für die neben Teamkapitän Denis Oriana diesmal Filip Pandza den Controller in die Hand nahm. Gebracht hat der Wechsel in der Besetzung nichts, gegen den 1. FC Erlensee verlor Neuling Pandza deutlich mit 0:3, Oriana ging nach einem bis zum Ende spannenden Match, das mit 3:4 endete, leer aus. Nach nur einem Sieg aus den ersten vier Gruppenspielen sind auch die Rot-Weißen damit am letzten Spieltag gegen den TV Rüsselsheim-Haßloch unter Zugzwang.

Nach den beiden Punkteteilungen zum Turnierstart verlor Pascal Litzinger für den FCA Niederbrechen das Hinspiel gegen den südhessischen Vertreter SC Rodau mit 5:7. Dennoch stehen die Chancen auf das Weiterkommen gut: Florian Ratschker gewann das Re-Match deutlich mit 6:1. Durch den klaren Erfolg Ratschkers können die in der kommenden Woche spielfreien Alemannen gespannt abwarten, wie sich die beiden Gruppengegner Rodau und Hatzfeld/Eifa im direkten Duell schlagen.

Immerhin vier Zähler nahm der zuletzt spielfreie RSV Würges aus seinem ersten Gruppenspiel mit, bei dem Hussein Harmouch im Hinspiel gegen den FC Gelnhausen ein 7:1-Kantersieg gelang. Im Rückspiel trat Kapitän Benjamin Graf selbst an. Trotz des 3:3-Unentschieden legten die Würgeser damit bereits den Grundstein für das Weiterkommen in ihrer Dreiergruppe. Selbst bei zwei Niederlagen am finalen Vorrundenspieltag gegen die eSportler aus Offenbach ist das Ausscheiden unwahrscheinlich. "Wir müssten schon mit mehr als elf Toren Differenz verlieren, damit da noch etwas schiefgeht. Die Jungs aus Gelnhausen sagten auch, dass Offenbach nicht so stark einzuschätzen ist", so Graf, der sich neben der sehr guten Ausgangsposition vor allem über den guten Umgang der Spieler miteinander freut. "Gerade in dieser Zeit, in der man nicht viele Leute trifft, sind die sozialen Kontakte schön. Über eine ,Playstation-Party' konnten wir uns schon vor den Spielen mit insgesamt acht Leuten online austauschen", berichtet der 36-Jährige, der dabei mit seinen Teamkameraden und den Gegnern via Headset und Mikrofon verbunden war. "Auch der Gegner war wirklich cool und total fair. Wir haben uns echt gut verstanden."

Knapp 100 Zuschauer im Livestream

Neuland betritt Benjamin Graf mit der Teilnahme an dem eFootball-Turnier im Übrigen nicht. Im Gegenteil: Der in Köln lebende Fan der Fußballsimulation FIFA, der durch seine enge Freundschaft zu Jens Rock, Torhüter des RSV Würges, zu dem Club im Bad Camberger Stadtteil gekommen war, setzte sich 2017 überraschend gegen 4000 weitere Spieler durch und kürte sich zum NRW-Meister. "Die Endrunde fand mit den letzten 300 verbliebenen Teilnehmern in den MMC Studios in Köln statt. Es waren sogar fast 600 Zuschauer in der Halle", erinnert er sich. Angemeldet hatte sich Graf damals, wie er selbst sagt, "just for fun". Dass es zum Titelgewinn reichen würde, habe er im Vorfeld so nicht erwartet. Ganz so viele Beobachter gab es zwar bei seinem ersten Auftritt im HFV-StayAtHome-Cup nicht, aber immerhin haben gut 10 Zuschauer die Spiele des RSV über Twitch, eine Livestreaming-Plattform, die vor allem von Gamern genutzt wird, verfolgt. "Den Link verschicken wir vor unseren Spielen über die sozialen Medien, damit möglichst viele Interessierte zuschauen können", erklärt Graf. "Wir hoffen, dass wir weit kommen. Es macht Spaß. Gerade in der Zeit, in der wir nicht auf dem Sportplatz kicken können. Ein bisschen Fußball, ein bisschen Wettkampf."YANNICK WENIG

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