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Gleich erzielt Krzystof Kopylowicz (EFC) das 1:2-Anschlusstor, Cedric Heller (SGO, l.) und Torwart Adrian Fischer können es nicht verhindern.

Fußball, Kreisoberliga Hochtaunus

"Poldi" sorgt im Verfolgerduell in Kronberg für die Wende

Mit Mühe entscheidet Spitzenreiter FV Stierstadt das Topmatch der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus beim FC Neu-Anspach II zu seinen Gunsten. Auch Verfolger FC Oberstedten kann beim Pflichtsieg über den Letzten FC Weißkirchen nicht überzeugen.

EFC Kronberg - SG Ober-Erlenbach 3:2 (0:2): Dass die Zuschauer eine spannende Partie erwartet, ließ neben dem Blick auf die Tabelle auch ein Blick in die Vorsaison vermuten. Damals endeten die Vergleiche zwischen dem EFC Kronberg und der SG Ober-Erlenbach 2:2. Auch das aktuelle Verfolgerduell in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus gab einiges her. Am Ende gingen die Kronberger mit einem knappen 3:2-Sieg als Gewinner vom Platz, nachdem sie zur Pause noch mit 0:2 zurückgelegen hatten. Großen Anteil daran hatte EFC-Stürmer Krzystof Kopylowicz, der in der Vorwoche bei der herben 2:5-Derbyniederlage in Oberhöchstadt gefehlt hat, mit einem Doppelpack in der zweiten Halbzeit.

Dabei sah es gerade in der ersten Halbzeit alles andere als vielversprechend für die Kronberger aus. Auch deshalb sprach EFC-Trainer Tobias Fleck von einem „nicht verdienten“ Sieg. „Wir hatten mehr Glück als Verstand“, sagte Fleck, der sich vor allem über ein „zu braves Zweikampfverhalten“ seiner Mannschaft ärgerte. Aber am Ende sei es nur wichtig, die Punkte geholt zu haben.

Und tatsächlich machten die Gäste gerade in der ersten Halbzeit den besseren Eindruck. Sie ließen defensiv wenig zu und kamen in der 10. Minute durch einen gut getretenen Freistoß von David Bremerich zu ihrer ersten Chance. Nur kurze Zeit später erzielte Julian Grassler mit einem halbhohen Schuss von der Strafraumkante das 1:0 für Ober-Erlenbach (17.). In der Folge war die SGO spielbestimmend, konnte aber die Fehler der Kronberger nicht ausnutzen. Die Hausherren kamen erst in der 27. Minute das erste Mal halbwegs gefährlich vor das Tor, aber Kopylowicz verpasste die Kugel knapp. Rund acht Minuten vor der Pause musste Fleck verletzungsbedingt wechseln, als Philipp Thull in einem Laufduell unglücklich umknickte. Vom Verletzungspech geplagt kassierten die Kronberger durch Thomas Pottmeyer das 0:2 (41.). Damit ging es auch in die Pause. Doch in Hälfte zwei wendete sich das Blatt.

Der EFC kam etwas besser ins Spiel und konnte in der 54. Minute den Anschlusstreffer erzielen. Nach toller Vorlage vom eingewechselten Simon Hoffmann brauchte Kopylowicz nur noch einschieben und leitete so die Wende in einer mitunter hitzigen Partie ein. Auch die Gäste zeigten sich noch ab und an gefährlich. Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr ließen die Kräfte bei den Ober-Erlenbachern nach. Dies nutzte Kopylowicz, liebevoll „Poldi“ genannt, mit seinem zweiten Treffer des Tages zum 2:2 aus (82.). Nur eine Minute später war es eine Unachtsamkeit der Ober-Erlenbacher Defensive, die zum 3:2-Siegtreffer der Heimmannschaft führte. Kai Hoffmann traf mit einem platzierten Schuss aus 25 Metern gegen einen zu weit vor dem Tor stehenden SGO-Torhüter Adrian Fischer.

Nach Abpfiff verweilten die SGO-Verantwortlichen noch lange auf dem Spielfeld und sprachen über die Gründe der bitteren Niederlage. „Es ist äußerst frustrierend“, meinte Trainer Philippe Chakour. Individuelle Fehler hätten zur dritten Niederlage in Folge beigetragen. Die Spieler seien „platt“ gewesen am Ende. Chakour ließ durchblicken, dass die Personaldecke derzeit zu dünn ist. Mit diesem Sieg rücken die Kronberger auf Platz vier der Tabelle vor und bleiben an den Spitzenteams der Liga dran, während die ambitionierten Ober-Erlenbacher im Mittelfeld verharren.

BJÖRN HAHN

FC Neu-Anspach II – FV Stierstadt 1:3 (0:1): Beim Stand von 1:2 drängte der Herausforderer auf den Ausgleich. Nach einem Pass in die Spitze rasselten Gerome Rossner und Stierstadt Torwart Marcel Dumann aneinander. „Ein klarer Elfmeter“, betonte FC-Trainer Raffaele Parisi und legte nach: „Ein Skandal-Schiedsrichter, er war total überfordert, hat das Spiel kaputt gemacht und uns um den verdienten Lohn gebracht.“ Rudelbildung war nach dieser Szene die Folge, infolgedessen David Hidalgo nach einem Schubser gegen Marvin Diehl, Schütze des 0:1, die Rote Karte erhielt; laut Parisi hatte Diehl zuvor getreten. Anstatt des möglichen Ausgleichs machte Tim Pelka in der Nachspielzeit alles klar; der Toptorjäger der KOL hatte auch schon für das 0:2 gesorgt, gegen drei Gegenspieler zeigte er seine Klasse. Kurz darauf machte es Najmaddin Abuhoureyah aber wieder spannend. Den Ausgleich verpassten Maiwand Djamshedzad respektive Sinan Parmaksiz. Tore: 0:1 Diehl (26.), 0:2 Pelka (56.), 1:2 Abuhoureyah (60.), 1:3 Pelka (90.+5).

SG Oberhöchstadt – Eintracht Oberursel 1:1 (0:0): Nahe war der Aufsteiger dran, auf den spektakulären Derbysieg gegen den EFC Kronberg (5:2) ein unspektakuläres 1:0 folgen zu lassen. Doch in der Nachspielzeit entschied der Unparteiische auf Strafstoß, Leon Bohdal war nach einem Zweikampf zu Fall gekommen. „Ein umstrittener Elfer“, sagte SGO-Vorsitzender Paul Müller. Für Eintracht-Trainer Mehmet Cetin war es eine richtige Entscheidung. Laut Cetin hätte es schon nach 70 Minuten einen Strafstoß nach Foul an Murid Escandar geben können. Wenig später köpfte Vincent Dupuy De la Grand Rive einen Eckball ein. „Wir hatten mehr Ballbesitz, der entscheidende Pass in den Strafraum fehlte aber“, sagte Müller. Für mehr Gefahr sorgte Oberursel, so trafen Bohdal und Drilon Grajcevci den Pfosten. Tore: 1:0 Dupuy De la Grand Rive (78.), 1:1 Gaszmend Grajcevci (90.+2/FE).

SGE Feldberg – SG Eschbach/Wernborn 3:4 (1:1): Ergin Cakar avancierte zum entscheidenden Akteur im Aufsteigerduell. Der Goalgetter der SGEW markierte zweimal den Ausgleich und den Siegtreffer tief in der Nachspielzeit. „Die Moral der Mannschaft ist intakt, sie hat aus Rückschlägen gelernt“, sagte Trainer Andreas Arr-You. Dass es zur Wende kam, hatte für ihn zwei elementare Gründe: Nach der Auswechslung von SGE-Angreifer Christian Bös Mitte der zweiten Halbzeit war die Gästedefensive nicht mehr so sehr gefordert. Und Eschbach/Wernborn agierte nun zwingender: Nachdem Jan Zimmermann aus der Distanz das Anschlusstor gelungen war, bereitete der eingewechselte Daniel Maibach die weiteren Treffer vor. Pech hatte beim Sieger Murat Kaya, der zweimal den Pfosten traf und drei Chancen vergab. Tore: 1:0 Tomic (8.), 1:1 Cakar (29.), 2:1 Girbita (57.), 3:1 Bös (62.), 3:2 Zimmermann (71.), 3:3 Cakar (84.), 3:4 Cakar (90.+4).

FC Oberstedten – FC Weißkirchen 1:0 (1:0): Die entscheidende Szene kurz vor der Pause: Eine Freistoßflanke köpfte Marvin Klempin aus fünf Metern ein. Wenige Minuten davor wäre der Tabellenletzte beinahe in Führung gegangen nach einem Konter. „Das war aber die einzige große Chance für Weißkirchen“, betonte Oberstedtens Sportlicher Leiter Rüdiger Rau. Allerdings hielt sich auch der Offensivdrang des FCO in Grenzen. „Weißkirchen kam mit dem Betonmischer an“, beschrieb Rau die auf Absicherung bedachte Grundeinstellung der Gäste. Das Geschehen spielte sich häufig im Mittelfeld ab, zündende Ideen hatte der Favorit nur selten. „Wir können besser Fußball spielen“, sagte Rau dazu. Mit dem 1:0 hätte das Team aber „das Soll erfüllt“. Nach dem vierten Sieg in Serie scheinen die Schwarz-Weißen die Einzigen zu sein, die einigermaßen mit dem Titelfavoriten Stierstadt mithalten zu können. Am 3. November treffen beide aufeinander; davor gilt es für den Gruppenliga-Absteiger, die Pflichtaufgaben in Pfaffenwiesbach (diese Partie findet bereits am Donnerstag um 19.45 Uhr statt) und gegen die SGK (25. Oktober) zu lösen. Tor: 1:0 Klempin (44.).

SV Seulberg – SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach 4:1 (1:0): „Wir konnten die Ausfälle besser kompensieren als die SG. Es war ein Sieg für die Moral“, lautete das Fazit von SVS-Spielausschuss Thomas Pflüger. In der auf mäßigem Niveau stehenden Partie hatten die Gastgeber deutlich mehr Spielanteile, die Gäste versuchten über Konter zum Erfolg zu kommen, Patrick Hildebrandt hatte aber als Alleinunterhalter in vorderster Linie einen schweren Stand. So entwickelte sich laut Pflüger „mehr oder weniger ein Spiel auf ein Tor“. Seit fünf Begegnungen sind die Seulberger nun schon ungeschlagen und holten dabei elf von 15 Punkten. Diesen Lauf, so Pflüger, wolle man am Sonntag in Kirdorf fortsetzen. Tore: 1:0/2:0/3:0 Aiello (20./56./86.), 4:0 Schmidt (87.), 4:1 Brinkmeier (90.+2).

STEFAN FRITSCHI

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