Thomas Gölzenleuchter begrüßt den späten Saisonstart, da die Spielerinnen und Spieler nach der langen Pause einen behutsamen Trainingsaufbau benötigen. foto: marcel Lorenz
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Thomas Gölzenleuchter begrüßt den späten Saisonstart, da die Spielerinnen und Spieler nach der langen Pause einen behutsamen Trainingsaufbau benötigen.

Handball

Positives Echo auf späten Start

  • Volker Hofbur
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Viel Zustimmung für geplanten Beginn Ende Oktober

Main-Taunus -Beim Hessischen Handball-Verband laufen Überlegungen, nach den Herbstferien in die kommende Saison am Wochenende des 30./31. Oktober zu starten. Was sagen die Vereine dazu?

Daniel Wernig als Trainer der Oberliga-Handballer der TSG Münster begrüßt das bestehende Konzept: "Es ist noch eine sehr lange Zeit. Ich finde es aber gut, dass die Saison gestartet wird. Um mit Zuschauern zu spielen und eine hohe Impfquote zu haben, finde ich diesen Termin gut. So haben wir nach der langen Pause drei bis vier Monate Zeit, um uns darauf vorzubereiten." Der Trainer findet den Spielmodus mit zwei Achterteams und anschließenden Auf- und Abstiegs-Play-offs, wobei die Punkte aus der Vorrunde mitgenommen werden. "Ich weiß nicht, ob dieser Modus jetzt nur für diese Saison gilt. Wir haben die Strukturen geschaffen und werden am 1. August mit der Vorbereitung beginnen. Bis dahin haben die Spieler Trainingspläne, die sie abarbeiten müssen. Sie können in den Urlaub fahren oder im Juni und Juli Beach-Turniere spielen", erläutert Wernig, "so haben wir in unserer Vorbereitung mit den Beach-Turnieren keine Kollisionen und können anschließend intensiv trainieren. Ab 1. August geht es mit viel Ambitionen in die Halle, da gibt es auch keine Agreements mehr". Bei seinen Spielern hat Wernig Euphorie festgestellt, wie bei sich selbst auch: "Wir haben wieder ein Ziel vor Augen und große Lust. Wir gehen mit einem 17 Mann großen Kader in die Vorbereitung. Die Wahrscheinlichkeit, dass bis dahin alle ein Impf-Angebot bekommen, ist groß."

Auch Yvonne Thon als Trainerin der Oberliga-Damen der TuS Kriftel begrüßt diese Planung: "Angesichts der ausgefallenen Saison finde ich es gut. Ich habe Urlaub für Juni und Juli gebucht, dann gehen wir in die erste Phase, in der wir die Defizite aus der Pandemie aufarbeiten und Übungen für die entscheidenden Körperpartien wie Schulter, Arme und Knie machen werden. Danach folgen zwei sechswöchige Phasen als Vorbereitung", erklärt die Trainerin, "die Perspektive auf eine Saison ist das Entscheidende. Das Teilen der Oberliga finde ich eine gute Sache".

Kritik ernten die Überlegungen bei Daniel Mosbacher , Trainer der Landesliga-Handballerinnen der TSG Eddersheim II. "Ich hätte es anders gemacht. Man hat den Termin nach hinten geschoben, aber dann wird jede Woche gespielt - ohne Ausweichtermine. Wir wurden nicht gefragt", erklärt er, "immerhin wurde eine Saison terminiert. So gehen wir in eine fünfmonatige Vorbereitung".

Jennifer Walter als Rückraumspielerin des Eddersheimer Ligakonkurrenten HSG Sindlingen/Zeilsheim hofft darauf, dass diese Überlegungen realisiert werden und bis dahin alle geimpft werden können: "In unserer Mannschaft sind fast alle geimpft - außer mir. Wir haben noch frei bis Ende Juni und werden dann nur in der Woche und nicht an den Wochenenden trainieren", erklärt sie.

Thomas Gölzenleuchter als Trainer des Landesligisten HSG Epp/La, der Spielgemeinschaft von Eppstein und Langenhain, macht sich noch Sorgen um die Gesundheit der Spieler: "Bei uns haben nur drei Leute eine Erstimpfung. Wir dürfen zwar wieder in die Halle, aber fangen erst einmal draußen in kleinen Gruppen an. Die Spieler wollen gleich in die Halle, aber ich habe als Trainer auch die Verantwortung. So komme ich aus dem Kreis Groß-Gerau, der eine höhere Inzidenz hat als der Main-Taunus-Kreis. Daher tue ich mich schwer damit, da ich nicht vollständig geimpft bin." Gölzenleuchter findet es gut, dass der Saisonstart bereits geplant wird, weil sonst dem Handball die Spieler wegbrechen könnten. "Man sollte aber immer ein Auge auf die Entwicklung der Inzidenz haben", mahnt er, "zudem müssen wir jetzt erst mal mit der Verletzungsprophylaxe beginnen. Ich trainiere derzeit kurzfristig die Mannschaft meiner Tochter und habe dabei gemerkt, dass wir ganz langsam beginnen müssen".

Ralph Gaßmann als Trainer des Bezirksoberligisten HSG Breckenheim Wallau/Massenheim II ist zufrieden, dass er keinen Stress haben wird, die Defizite im Sommer aufzuholen: "Im Main-Taunus-Kreis dürfen wir in der Halle, in Wiesbaden noch nicht", zeigt er die Unterschiede der benachbarten Landkreise auf, "die Teilung der Ligen ist ein gangbarer Weg. Wir müssen uns Zeit lassen, um die für diesen Sport so wichtigen Körperpartien wieder zu trainieren". Volker Hofbur

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