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Szene aus dem Kreispokalfinale (von links): Robin Böcher, Patrick Kuczok (beide Dietkirchen), Jason Schäfer und Jacob Pistor (Hadamar).

Fußball-Kreispokal-Finale Limburg-Weilburg

Der "Pott" bleibt auf dem Reckenforst

Der Fußball-Kreispokal-Wettbewerb der Saison 2019/2020 ist Geschichte. Im finalen Hessenliga-Duell führte der SV Rot-Weiß Hadamar 15 Minuten vor dem Ende mit 2:0, ehe das Spiel kippte, und der TuS Dietkirchen nach Verlängerung noch mit 3:2 gewann. Ein irres Finish!

VON PATRICK JAHN

TuS Dietkirchen – SV Rot-Weiß Hadamar 3:2 n.V. (2:2, 0:0). Was für ein Spiel. Alles, aber wirklich alles hatte nach dem 2:0 in der 75. Minute für den SV Hadamar gesprochen. Doch nur 60 Sekunden danach sollte das große Zittern beginnen. Maximilian Zuckrigl, einmal mehr gefährlichster TuS-Akteur, setzte sich nach Dankof-Vorlage im Sechzehner durch und schloss aus der Drehung zum Anschlusstreffer ins lange Eck ab. Was dann folgte, war das pure Drama.

Doch der Reihe nach. Nach einer intensiven und zweikampflastigen Anfangsphase war der erste Aufreger eine Gelbe Karte gegen Dietkirchens Trainer Thorsten Wörsdörfer, der zu heftig reklamiert hatte (19.). Die erste nennenswerte Chance vergaben dann auch seine Jungs, als Robin Dankof eine Flanke von Moses Nickmann über den Kasten köpfte (24.). Diese Szene war schließlich der Auslöser dafür, dass der TuS fortan optisch einen Tick überlegener wirkte. Maximilian Zuckrigl setzte eine Kratz-Ecke per Hacke auf die Oberkante der Latte (30.). Apropos Latte: Auf der Gegenseite versemmelte Jason Schäfer die wohl dickste Gelegenheit im ersten Durchgang, als er nach einem Ballverlust im Aufbauspiel von Jerome Zey bedient wurde, die Kugel jedoch wuchtig ans Gebälk setzte (32.).

Und noch einmal war die Elf vom Reckenforst im Glück, als Jacob Pistor eine Hereingabe von Steffen Rücker mit der Fußspitze an den Pfosten setzte (42.). Doch auch die Schwarz-Roten machten noch einmal auf sich aufmerksam: Robin Dankof setzte einen Chip-Ball Zuckrigls knapp neben das Ziel (45.). Waren die ersten 45 Minuten noch etwas zerfahrener, sollte es im zweiten Akkord drunter und drüber gehen, auch wenn es rund 20 Minuten dauerte. Dann legte sich der TuS das „Ei“ fast selbst Nest. Getreu dem Motto „Nimm du ihn, ich hab’ ihn“, luchste Jerome Zey das Leder ab, bediente Jacob Pistor, der zum 0:1 abschloss (65.). Der Treffer gab den Fürstenstädtern Sicherheit.

Und was folgte, war die vermeintliche Vorentscheidung. Jonas Herdering war urplötzlich frei durch und behielt vor Raphael Laux die Nerven – 0:2 (75.). War es das? – mitnichten. Der prompte Anschlusstreffer Zuckrigls (76.) läutete eine denkwürdige Schlussphase ein. Erst holte sich Hadamars Neuzugang Velibor Velemir die Gelb-Rote Karte ab, die gelinde gesagt nicht gerade clever war. Ein unnötiges Foulspiel im Mittelfeld ohne Anzeichen einer sich anbahnenden Gefahr (84.). Nur 60 Sekunden danach rückte SVH-Keeper Leon Hasselbach in den Mittelpunkt: Nach einem mehr als zweifelhaften Elfmeterpfiff nach einem Zweikampf zwischen Mirco Paul und Maximilian Zuckrigl zeigte der Unparteiische auf den ominösen Punkt. Marvin Rademacher scheiterte aber an Hasselbach – der nächste Nackenschlag für die Reckenforstler (85.).

Rot-Weiß war kurz davor, die Arme in die Luft zu reißen, ehe die Partie die Wendung nahm: Ein langer Ball von Kevin Kratz, ewig lang in der Luft, landete auf dem Hinterkopf Maximilian Zuckrigls und senkte sich von dort ins lange Eck – 2:2, Verlängerung (90.+2). Hadamar war mit den Kräften sichtlich am Ende, kämpfte, als gäbe es kein Morgen mehr. Die nummerische Überlegenheit war dann aber der Trumpf einer ohnehin aufstrebenden TuS-Elf. Kevin Kratz schickte Robin Dankof auf die Reise – 3:2, das Spiel war gedreht. Was folgte, war die rot-weiße Brechstange. Auf der anderen Seite junge Dietkircher Offensivkräfte, die gleich reihenweise die Entscheidung nach Kontern versäumten.

Dann war Schluss, Hadamar am Boden, und Dietkirchen als Titelverteidiger – wieder einmal – im siebten Himmel.

Dietkirchen: Laux, Nickmann(87. Weis), Rademacher, Hautzel, Kratz, Dankof, Zuckrigl, Stahl, Kuczok, Böcher (75. Königstein), Cakir (67. Schmitz) – Hadamar: Hasselbach, Paul, Mar. Neugebauer, Teller (65. Wölfinger), Pistor, Zey (88. Kittel), Schäfer, Velemir, Rücker, Herdering, Mat. Neugebauer (46. Sedy) – SR: Marcel Rühl (Wettenberg) – Tore: 0:1 Jacob Pistor (65.), 0:2 Jonas Herdering (75.), 1:2 (76.), 2:2 (90.+2) beide Maximilian Zuckrigl, 3:2 Robin Dankof (95.) – Gelb-Rot: Velibor Velemir (H./84./Foulspiel) – Zuschauer: 250.

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