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Vor allem Problem-Fans von Vereinen wie Koblenz, Trier oder Worms sorgten in der Vergangenheit für Polizeieinsätze bei Spielen der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. 

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

Problem-Fans sorgen für Gewalt im Stadion

VON ANDREAS EGENOLF

Die Zahl der Straftaten, die im Zusammenhang mit Spielen von rheinland-pfälzischen Clubs in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar verübt wurden, hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Das geht aus einer Antwort des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) auf eine kleine Anfrage im rheinland-pfälzischen Landtag hervor.

Hat es in den Saisons 2014/2015 sowie 2016/2017 noch keine einzige Straftat im Zusammenhang mit Spielen der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar in Rheinland-Pfalz gegeben, so wurde in der zurückliegenden Runde der bisherige Höchststand erreicht. 59 Straftaten wurden von der Polizei für die Saison 2018/2019 erfasst. 2015/2016 (elf Straftaten) und 2017/2018 (27) war die Zahl deutlich niedriger.

Zusammenhang mit Traditionsvereinen?

Gründe für den Anstieg der Straftaten in Zusammenhang mit Spielen von rheinland-pfälzischen Vereinen in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar - mit dabei bekanntlich seit Sommer 2019 auch die Eisbachtaler Sportfreunde - nennt das Innenministerium zwar nicht, doch es scheint etwas mit der Ligen-Zugehörigkeit der beiden Traditionsvereine und ehemaligen Zweitligisten Eintracht Trier und TuS Koblenz zu tun zu haben.

Während die TuS Koblenz in der Saison 2015/2016 in der Oberliga spielte und seit Sommer 2018 wieder der höchsten Spielklasse in Rheinland-Pfalz und dem Saarland angehört, ist Eintracht Trier seit der Saison 2017/2018 wieder Mitglied der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Teile der Fanlager der Trierer und Koblenzer haben in der Vergangenheit immer wieder für Probleme gesorgt, wodurch bei Spielen mit Beteiligung beider Mannschaften auch regelmäßig die Polizei zum Einsatz kommt.

So fanden beispielsweise in der aktuellen Saison die Heimspiele der Eisbachtaler Sportfreunde auf dem Kunstrasenplatz in Nentershausen gegen Eintracht Trier und TuS Koblenz unter Begleitung eines größeren Polizei-Aufgebotes statt. Auch die Partie gegen Wormatia Worms, das ebenfalls für ihre Problemfans bekannt ist, wurde in Nentershausen von Polizeibeamten begleitet. Die Nibelungenstädter sind allerdings erst in diesem Sommer nach elf Jahren in der Regionalliga wieder in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar abgestiegen und fanden daher keinen Eingang in die Zahl der Oberliga-Straftaten des Innenministeriums, die sich auf die Spielzeiten von Sommer 2014 bis Sommer 2019 beziehen.

Das rheinland-pfälzische Innenministerium sieht unterdessen im Amateurfußball in Rheinland-Pfalz kein generelles Gewaltproblem. "In Rheinland-Pfalz finden in den Amateurligen an jedem Spieltag etwa 1000 bis 1100 Spiele statt, die regelmäßig friedlich verlaufen und grundsätzlich keiner polizeilichen Einsatzmaßnahmen bedürfen", so der Innenminister. 

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