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Florian Reus (Nummer 4) und Jasper Püschel (99) setzten sich schon nach dem Start an die Spitze.

Eschathlon: 1170 Teilnehmer am Start

Püschels Abschied mit Sieg

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Im vergangenen Jahr feierte der Eschathlon eine spektakuläre Premiere: Über 1000 begeisterte Läufer hatten sich für die fünf verschiedenen Strecken angemeldet. Bei der zweiten Auflage, die gestern stattfand, wurde diese Zahl sogar noch getoppt.

Auf dem Rathausplatz herrschte eine ausgelassene Stimmung. Die Sonne lachte vom Himmel und im Zielbereich rund um die Kurt-Schumacher-Straße sah man in zahlreiche erschöpfte, aber vor allem glückliche Gesichter. Einer strahlte ganz besonders: Jasper Püschel hatte sich im Halbmarathon durchgesetzt und durfte sich als Sieger des zweiten Eschathlons feiern lassen.

Für die 21,1 Kilometer benötigte der Flörsheimer 1:13:49 Stunden. Der Zweitplatzierte Marco Schwab vom PSV Grün-Weiß Kassel kam nach 1:14:35 Stunden ins Ziel. Püschel drückte den Volksläufen im Kreis mit dem Sieg in Eschborn endgültig seinen Stempel auf. In diesem Jahr hatte er bereits über zehn Kilometer in Hochheim, Langenhain und Lorsbach triumphiert, zudem belegte er zweite Plätze beim HK-Kreisstadtlauf und beim traditionsreichen Eppsteiner Burglauf. Mit dem Sieg beim Eschathlon verabschiedet sich Jasper Püschel nun für acht Monate nach Peru. „Ich bin gespannt, was mich dort erwartet. Das Laufen werde ich aber nicht sein lassen, auch wenn dort bei über 2500 Höhenmetern ganz andere Bedingungen als hier herrschen“, hat sich der Flörsheimer über die Bedingungen im südamerikanischen Staat bereits ausgiebig informiert.

Im Vergleich zum Vorjahr, als er hinter dem Äthiopier Solomon Amdebirhan als Zweiter über die Ziellinie lief, verbesserte Püschel seine Endzeit um fast eine Minute. „Dafür trainiert man ja auch das ganze Jahr, um sich weiter zu steigern“, resümierte der 18-Jährige. Dritter im Halbmarathon wurde der Sulzbacher Ultraläufer und amtierende Welt- und Europameister im 24-Stunden-Lauf Florian Reus (1:19:01).

Die drei erfolgreichen Sportler führten das Teilnehmerfeld an, in dem sich insgesamt 1170 Läuferinnen und Läufer tummelten. „Damit haben wir knapp 150 Voranmeldungen mehr als im Vorjahr“, berichtete Vorstandsmitglied Jürgen Wrona. Gemeinsam mit über 150 Helfern hatte er in den vergangenen Wochen und Monaten die Voraussetzungen geschaffen, dass der Eschathlon auch 2015 wieder ein voller Erfolg wurde. „Gerade nach der Absage des Radklassikers am 1. Mai ist man als Veranstalter natürlich ganz besonders sensibilisiert“, betonte Wrona.

Nur wenige Meter entfernt stand Aysegül Weber (Team Ärzte ohne Grenzen), die schnellste Frau im Halbmarathon: „Diese Veranstaltung ist wirklich klasse. Die vielen Leute an der Strecke und im Ziel sorgen dafür, dass man noch einmal einen Tick schneller unterwegs ist.“ In 1:32:06 Stunde war sie eine Minute schneller als die Zweitplatzierte Barbara Schwefer (B-Team).

Der erste Läufer, der sich gestern im Ziel als Sieger vom Moderations-Duo Jürgen Brzoska und Michael Schellhaas interviewen lassen durfte, war Sebastian Bienert von der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain, der in 36:17 Minuten die 10-Kilometer-Distanz bewältigt hatte. „Letztes Jahr habe ich den Eschathlon noch verpasst, weil ich erst im Nachhinein davon erfahren hatte. Diesmal wollte ich aber unbedingt dabei sein“, verriet der 25-Jährige, der Marius Overdick vom TV Lorsbach (36:43 Minuten) und Jörg Alff (LG Vulkaneifel) auf die Plätze zwei und drei verwies.

Die Siegerin der Frauen, Ann-Katrin Hans (TSV Krodorf-Gleiberg), war für den Eschathlon aus Gießen angereist. „Die Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Mit meiner Zeit (43:31 Min., Anm. d. Red.) bin ich zufrieden, mit der Platzierung sowieso, und die Veranstaltung ist unabhängig von den Läufen klasse“, strahlte die 26-Jährige.

Damit sprach sie einen Aspekt an, der auch Jürgen Wrona sehr am Herzen lag. „Der Eschathlon wird so toll angenommen, dass er mehr als eine reine Laufveranstaltung sein soll“, sagte er mit Blick auf den mittlerweile vollen Rathausplatz, wo sich die Live-Band Emozioni Italiane in Stellung brachte und die Sportler den Lauf bei dem ein oder anderen Kaltgetränk Revue passieren ließen. Der Eschathlon – so viel scheint nach der zweiten Auflage festzustehen – verbindet ambitionierte Sportler und Hobbyläufer. Für ein stimmiges Gesamtbild sorgten die Teilnehmer der Staffel sowie der beiden Schülerläufe über 2,7 und 1,4 Kilometer. „Wäre doch schön“, so Wrona abschließend, „wenn wir hier in acht Jahren zehnjähriges Bestehen feiern würden“.

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