+
Urlaub auf ?Malle?: 1500 Kilometer trennen am Sonntag Bad Homburgs Trainer Ralf Haub vom Kreisoberliga-Spitzenspiel in Köppern.

Fußball, Kreisoberliga

Ralf Haub: Daumendrücken auf Mallorca

Dass die Spielvereinigung 05/99 Bomber Bad Homburg am morgigen Sonntag als Tabellenführer der Fußball-Kreisoberliga zum Zweiten nach Köppern fährt, hätten vor der Saison wahrscheinlich nur die Wenigsten für möglich gehalten.

Dass die Spielvereinigung 05/99 Bomber Bad Homburg am morgigen Sonntag als Tabellenführer der Fußball-Kreisoberliga zum Zweiten nach Köppern fährt, hätten vor der Saison wahrscheinlich nur die Wenigsten für möglich gehalten. Selbst Trainer Ralf Haub nicht, der allerdings just beim Spitzenspiel fehlen wird. Der Urlaub auf Mallorca war bereits gebucht und so legt der just in Köppern wohnende Coach der Spielvereinigung die Geschicke seiner Mannschaft in die Hände von Bad Homburgs Sportchef Manfred Purz und Torwart Marco Häfner (siehe Box).

Für die Taunus Zeitung nahm sich „Keegan“ Haub – er ist ein großer Anhänger des Hamburger SV – der mittlerweile im siebten Jahr Trainer bei der Spielvereinigung ist, dennoch Zeit. Der Ex-Profi spricht mit unserem Reporter Robin Kunze unter anderem über den guten Saisonstart seiner Schützlinge und darüber, wie der weitere Verlauf der Spielzeit aussehen könnte.

Herr Haub, mal Hand aufs Herz: Hätte man Ihnen vor der Saison gesagt, dass Ihre Mannschaft als Tabellenerster nach Köppern fahren würde, hätten Sie das damals für möglich gehalten?

RALF HAUB: (lacht) Wahrscheinlich nicht. Aber Fakt ist, dass wir eine gute Mannschaft haben, die im Sommer noch mit starken und ehrgeizigen Jungs verstärkt wurde. Letztes Jahr waren wir bereits Fünfter, die beiden Jahre davor mussten wir allerdings in die Abstiegsrelegation. Mal schauen, wohin es nun dieses Mal geht. Ein Platz unter den ersten zehn wäre schon okay.

Ist nach diesem Start nicht vielleicht doch mehr drin für Ihre Mannschaft?

HAUB: Wenn die fünf oder sechs Erfahrenen in meiner Mannschaft die restlichen Spieler auch weiterhin so gut führen können und wir insgesamt die Ruhe bewahren, dann können wir als Team richtig viel erreichen. Aber wir müssen den Ball flach halten. Sobald die Sportfreunde Friedrichsdorf ihre Probleme in den Griff bekommen haben, werden sie vorneweg marschieren und dann wohl auch Meister werden.

Was glauben Sie: Welches sind die Gründe für den tollen Auftakt der Spielvereinigung?

HAUB: Wie bereits gesagt, wir haben den Kern der Mannschaft zusammenhalten könen und haben und sieben gute Jungs dazugeholt. Zudem ist auch ein ganz anderer Zug im Training als noch in den zurückliegenden Jahren. Druck, Meister zu werden oder in die Gruppenliga aufzusteigen, haben wir aber nicht.

Wie ärgerlich, ausgerechnet zum Spitzenspiel bei Teutonia Köppern werden Sie fehlen. Was haben Sie ihren beiden Stellvertretern Manfred Purz und Marco Häfner denn mit auf den Weg gegeben?

HAUB: Ich bin über WhatsApp in Kontakt mit Marco. Köppern hat, wie wir auch, eine sehr junge Mannschaft, die über ihre Konter kommt. Da müssen wir gut sortiert stehen. Gleichzeitig müssen wir aber auch nach vorne etwas kreieren. Wenn das beides klappt, dann hoffe ich auf einen Punkt für uns . Wenn’s noch mehr werden sollte – umso besser.

Wie doch die Zeit dahinfliegt: Sie sind bereits in Ihrer siebten Saison als Trainer bei der Spielvereinigung tätig. Können Sie sich eigentlich auch einmal eine neue Herausforderung vorstellen – oder bleiben Sie für immer ein Nullfünfer?

HAUB: Nein, für immer sicherlich nicht. Irgendwann einmal muss man auch sagen können, dass es auch mal reicht jetzt. Wir hatten hier einige schwierige Jahre, in denen teilweise nur sieben oder acht Spieler im Training waren. Da hat es für mich als Trainer natürlich keinen so großen Spaß mehr gemacht. Aktuell sieht es aber ganz anders aus. Ich habe regelmäßig 13 oder 14 Spieler im Training um mich herum – und es macht wieder richtig Spaß.

Max Eberl, der Manager vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, sagte kürzlich, die jungen Profis seien häufig verwöhnt und nicht mehr kritikfähig. Wie sieht es bei den Amateuren aus?

HAUB: Eigentlich sehr ähnlich. Das fängt ganz unten bereits an. Die jungen Spieler sind bei Kritik häufig schnell beleidigt, deswegen muss man versuchen, sie immer bei Laune zu halten. Wenn wir früher nicht marschiert sind, dann gab’s ruck, zuck einen Anpfiff. Anschließend hast du wieder Vollgas gegeben – oder du warst ganz einfach weg vom Fenster. Heute suchen sich viele dann einfach lieber einen neuen Verein. Ich glaube auch, dass einige verwöhnt sind, ja. Aber dieses Jahr ist die Moral bei uns wirklich sehr, sehr gut. Ich hoffe, dass es auch so bleibt.

Zurück zum morgigen Sonntagnachmittag: Wie geht denn das Spitzenspiel zwischen Ihren Jungs von der Spielvereinigung und dem SV Teutonia aus?

HAUB: Ich hoffe auf ein 2:1. Für uns!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare