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Kreisschiedsrichterobmann Ralf Schuchardt.

Fußball im NNP-Land

Ralf Schuchardt: Schiedsrichterobmann im (Un-)Ruhezustand

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Seit 6. März ist Ralf Schuchardt Obmann der Schiedsrichtervereinigung Limburg-Weilburg. Seitdem sind ihm die Hände gebunden.

Es war ein Freitagabend Anfang März, genauer gesagt: der 6. März. Der Fußballkreis Limburg-Weilburg hatte es in Heringen gerade noch vor dem Lockdown geschafft, den neuen/alten Kreisfußballausschuss zu wählen und den komplett neu ernannten Vorstand der Kreisschiedsrichtervereinigung zu bestätigen, ehe die Pandemie über den Kreis, das Land, die Republik und schließlich über die ganze Welt hereinbrach und fortan alle Ampeln auf Rot stellte.

Viele Dinge "angeleiert"

Ralf Schuchardt war der frisch gewählte Kreisschiedsrichterobmann. Aber sein Amt anschließend auch auszuüben, wie man sich das gemeinhin vorstellt, dazu hatte er bislang keine Gelegenheit. Kein Fußball, kein Bedarf an Schiedsrichtern. Basta! Doch auch ein Schiedsrichterobmann muss mit der Zeit gehen. Und so haben Ralf Schuchardt - "nebenbei" bekanntlich Co.- und Torwarttrainer beim Fußball-Hessenligisten SV Rot-Weiß Hadamar - und sein ebenfalls neu ins Amt berufener Lehrwart Jakob Kufert (Heringen) unterdessen bereits zwei Online-Schulungen für die pfeifende Gilde auf die Beine gestellt. 213 Schiedsrichter zählt die Vereinigung, Teilnehmer-Höchststand in der virtuellen Welt waren 42 Unparteiische. Ralf Schuchardt hofft, ab August auch in der realen Welt wieder eine Zusammenkunft "irgendeiner Art" hinzubekommen. Aber er weiß: "Bislang hat der Verbandsschiedsrichterausschuss keine Erlaubnis erteilt. Ich bin hier der Verantwortliche und werde keine Risiken eingehen. Dennoch sind wir für den Fall, dass es losgeht gerüstet."

Es gab keinerlei Möglichkeit, die obligatorische Leistungsprüfung durchzuführen. Die Verantwortlichen der Schiedsrichtervereinigung hoffen, dass sich die Unparteiischen in Eigenverantwortung fit gehalten haben. "Die Gesundheit geht vor", hat es stets vom Verband geheißen. Daran hat man sich im Kreis Limburg-Weilburg strikt gehalten.

Dennoch hat sich "Tausendsassa" Schuchardt einiges überlegt, um seine Referees - vor allem die jungen - bei Laune zu halten. Zwischenzeitlich sind zum Beispiel schon zwei Ausgaben der neuen Schiedsrichter-Zeitung erschienen. "Die habe ich selbst an die Empfänger ausgeliefert", erzählt der eingefleischte Eintracht-Fan. Aber das war nicht alles. Schließlich mussten auch das dfb-net und die Kontakte gepflegt werden.

Der Förderkader

Um den Förderkader kümmert sich Lehrwart Jakob Kufert. Hier sollen Unparteiische mit Perspektive und Blick in höhere Ligen besonders unterstützt und ausgebildet werden. Und hier ist Engagement unbedingt erforderlich, denn mit Frederick Angermaier (Selters) in der Hessenliga und Marius Burkhardt aus Elbtal (Gruppenliga) gibt es im Kreis lediglich zwei "Leistungsträger". Das sollen in Zukunft auf jeden Fall mehr werden.

Und dann gibt es noch den Kreispokal-Wettbewerb. Prekär: Mit dem SV Rot-Weiß Hadamar spielt Ralf Schuchardts eigener Verein noch aussichtsreich um den "Pott" mit. Um jedem Vorwurf der Parteilichkeit zu entgehen, setzt daher Hubert Dickopf die Spiele an. "Wahrscheinlich ab dem Halbfinale werden wir einen Schiedsrichter-Austausch mit dem Kreis Wiesbaden vornehmen", sagt Ralf Schuchardt. 

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