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Im Gespräch mit seinen Turnern: Trainer Ralf Schwabe bei den hessischen Mannschaftsmeisterschaften in Stierstadt.

Turnen, Hochtaunus

Ralf Schwabe und die SGK: Abruptes Ende einer erfolgreichen Ära

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Er hat mit seinen Turnern für den Verein zahlreiche Titel geholt und deutsche Jugendmeister geformt. Wie es nach mehr als elf Jahren bei der SGK Bad Homburg zum Rauswurf von Trainer Ralf Schwabe kam.

Seit gestern wissen auch Landrat Ulrich Krebs und Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes darüber Bescheid, wer dieser Ralf Schwabe ist. Was seine Arbeit als Turntrainer bewirkt hat. Und vor allem: Dass er sie nicht mehr in Kirdorf in der Sporthalle der Gesamtschule am Gluckenstein ausüben darf.

Eine E-Mail der Familie Rüenbrink aus Frankfurt hüpfte auch in die Postfächer der Oberhäupter. Bei der SGK Bad Homburg muss dieses schon überfüllt sein. Der Verein stand natürlich auch in Cc. Seitdem der Vorstand am 5. Dezember die fristlose Kündigung des Übungsleiterverhältnisses ausgesprochen hat, haben viele Eltern ihren Unmut darüber und über die Vorgehensweise des Vereins geäußert. Man könnte sagen: Die Eltern laufen Sturm. Doch die maßgeblichen Entscheider um Vereinschef Jürgen Sukop und Abteilungsleiterin Ulrike Reinking bleiben hart. Es gibt kein Zurück.

Seitdem Schwabe - gebürtiger Thüringer, wohnhaft in Bockenheim, hauptberuflicher Lehrwart für Leistungsturnen - 2008 über den Kontakt eines Vaters die erste Trainingseinheit mit acht Kinder leitete, haben sich in Kirdorf rund 100 Turner unter seiner Anleitung sportlich weiterentwickelt. Nicht wenige schafften es bis in die hessische, manche in die deutsche Spitze. Der Wehrheimer Pascal Brendel (16), ein früherer Schwabe-Schützling, zählt heute zu den Talenten, denen einmal eine Olympiateilnahme zugetraut wird.

Jahrelang sonnte sich die SGK Bad Homburg in diesem Erfolg, und seit diesem Frühjahr sollte es dank des Hallenneubaus noch bessere Voraussetzungen geben. Laut Schwabes schon seit Jahren gehegtem Wunsch sollte die Gesamtschule am Gluckenstein (GaG), mit der sich der Verein die Hallennutzung teilt, zu einer "Partnerschule des Sports" werden. Jetzt wird die moderne Sportstätte mit "Schnitzelgrube", in der sich die Turner vom Gerät aus hineinplumpsen lassen können, öfters leer stehen. Es gibt keinen Trainer mehr, der einundzwanzigeinhalb Stunden pro Woche auf der Matte steht. Einundzwanzigeinhalb Stunden. Für eine, dem Vernehmen nach, dreistellige Übungsleiterpauschale.

Zwei sagen viel, eine schweigt

Wie konnte es zur Trennung kommen? Zumal SGK-Chef Jürgen Sukop auf Nachfrage dieser Zeitung das "gute Verhältnis des Trainers zu den Kindern" herausstellt. Dass an der Trainingsarbeit nichts auszusetzen sei. Dass der Aufbau der "tollen Jungen-Turnabteilung" ein Glücksfall für den Verein gewesen sei.

Schwabe sagt, unaufgeregt und gut gelaunt, der Verein habe kein echtes Interesse an seiner Arbeit, am Jungenturnen gehabt. Er sei Einzelkämpfer gewesen. Andere Trainer hätten ob der fehlenden Unterstützung der Vereinsführung wieder aufgehört.

Wer hat sich nun von wem getrennt? Um das zu verstehen, muss man wissen: Es geht in dieser Geschichte nicht darum, was geleistet wurde und was nicht geleistet wurde. Sondern um den Umgang miteinander.

Der klare und direkte Ton, für den die Kinder und deren Eltern den Schwabe im Training so schätzen, der aus tiefstem Turnerherz kommt und den Nachwuchs besser macht, dieser Umgangston schmeckt anderen gar nicht. Und dieser wurde nicht unbedingt sanfter, da sich der 59-Jährige nicht verstanden fühlte und Dinge, die er als richtig empfand - wie die Kooperation mit dem Leistungszentrum in Frankfurt - einfach im Alleingang iniziierte. Schwabe ist niemand, der ein Blatt vor den Mund nimmt. Der GaG-Leitung teilte er mit, sie solle bitte die Halle in einem aufgeräumten Zustand hinterlassen.

"Das Verhältnis von Ralf Schwabe zur Vereinsführung, anderen Trainern und der Schulleitung der GaG war der Kündigungsgrund", sagt Sukop. Er ist um Schadensbegrenzung bemüht, nennt keine Details. Außer: "Der letzte Vorfall brachte das Fass zum Überlaufen."

Am 29. November, am Tag der offenen Tür der Schule, wollte Schwabe mit seinen Leistungsturnern eine halbe Stunde früher in die Halle. Er wollte nicht stören, schon mal eine Besprechung in der Kabine abhalten. Er ging von einem Trainingsbeginn um 18 Uhr aus, die Lehrer von 19 Uhr.

Als Schulleiterin Ursula Hartmann-Brichta die Turner nicht in die Halle ließ, eskalierte die Diskussion, in die sich auch Lehrer und Eltern einmischten. Die Schulleiterin sprach gegen Schwabe ein Hausverbot aus.

Hartmann-Brichta wollte sich gegenüber dieser Zeitung dazu gestern nicht äußern. Der Verein schon. Dessen Vorstand verschickte sechs Tage später, am Vormittag des 5. Dezembers, die Kündigung und wollte abends auf Nummer sicher gehen, dass Schwabe auch kein mehr Training abhält.

"Es ist dann eine sehr unglückliche Situation eingetreten", schildert Sukop das Szenario mit vielen weinenden Kindern und einem Trainer, der sich zunächst weigerte, die Halle zu verlassen.

Nach den Ferien soll das Jungentraining bei der SGK, die auch im Mädchenturnen auf Hessenebene Erfolge erzielt, wieder stattfinden. "Wir sind bemüht, eine Lösung zu erarbeiten", sagt Jürgen Sukop. Mal sehen, wer sie noch benötigt.

Ralf Schwabe meint, er hätte schon am Tag nach seiner Kündigung bei einem neuen Verein beginnen können. Er befindet sich im regen Austausch mit den Eltern seiner Leistungsturner. "Im Mittelpunkt müssen aber immer die Jungs stehen", sagt er. "Und ich habe ihnen versprochen: Im nächsten Jahr werden wir auf den Hessenmeisterschaften wieder um Medaillen kämpfen."

Kommentar von Thorsten Remsperger: Die großen Verlierer sind die jungen Turner

Wenn es nach mehr als elf Jahren zu einer Trennung zwischen einem Verein und einem Trainer kommt, wird im Sportjournalisten-Jargon gerne davon gesprochen, dass eine Ehe geschieden wird. Tatsächlich passt dieses Bild auch zum bitteren Ende der gemeinsamen Erfolgsgeschichte von Leistungsturntrainer Ralf Schwabe und der SGK Bad Homburg. Denn die hauptsächliche Ursache für das Zerwürfnis ist identisch mit dem Hauptgrund, der meistens hinter kaputten Lebenspartnerschaften steht: fehlende Kommunikation.

Wer Ralf Schwabe einmal im Training erlebt hat, der weiß, weshalb der Mann so viel Erfolg hat. Er findet genau die richtige Mischung aus der Vermittlung traditioneller Werte wie Disziplin und Fleiß und einer dennoch individuellen, liebevollen Ansprache an die Kinder. Ihm macht durch seine langjährige Erfahrung niemand etwas vor. Er ist ein typischer Anführer mit glasklaren Vorstellungen und großem Ehrgeiz. Aber auch einer mit Ecken und Kanten. Ein Charakterkopf der alten Schule.

TZ-Sportchef Thorsten Remsperger

Über die Jahre fühlte sich der gebürtige Thüringer von den Vorständen mehr und mehr alleine gelassen. Er sah sich als Einzelkämpfer in einem Verein, der von seiner Struktur her nicht auf Leistungssport ausgerichtet ist. Vielleicht hätte er mehr Hilfe einfordern sollen. Kompromissbereiter seine Ideen vortragen sollen, auf die er erst einmal kein Feedback bekam und deshalb Alleingänge unternahm, die im Verein nicht gut ankamen.

Um im Bild der Ehepartner zu bleiben: Die passive Rolle hat der Verein eingenommen. Der Partner, der jahrelang viel hinnimmt, ohne es zu besprechen. Um dann Schluss zu machen. SGK-Boss Jürgen Sukop sagt es so: Dem Trainer habe man sehr freie Hand gelassen. Vieles habe man jahrelang mitgetragen. Es sei keine Ad-hoc-Entscheidung gewesen. Warum aber hat seitens des Vorstands niemand den Mund aufgemacht und die Diskussion gesucht, wenn er mit etwas nicht einverstanden war? Warum hat man nicht gemeinsam mit den, von Schwabes Arbeit hellauf begeisterten Eltern nach Lösungen gesucht?

Dass die Mütter und Väter der Turner jetzt so aufgebracht sind, liegt ebenfalls an einer Kommunikationspanne und zwar an einer üblen. Nachdem Schwabe sich mit der Leitung der benachbarten Schule über Hallenzeiten gestritten hatte, beschloss der SGK-Vorstand, dem Übungsleiter direkt vor dem Training dessen Suspendierung mitzuteilen. So bekamen die jungen Turner am Nikolausabend die Demontage ihrer Bezugsperson live und unvorbereitet mit. Es ist wie in einer kaputten Ehe: Kinder sind die eigentlichen Verlierer. Sie müssen ausbaden, dass Erwachsene sich nicht mehr verstehen. Sie müssen sich nun zwischen ihrem Trainer und ihrem Verein entscheiden. Nach dem Erlebnis vom 5. Dezember scheint sonnenklar, wie diese Entscheidung ausfallen wird.

Wettkampfbericht: Teams der SGK-Jugend feiern zwei Hessenmeistertitel

Ihrem scheidenden Trainer Ralf Schwabe zuliebe ist der Turnnachwuchs der SGK zu den Landesmeisterschaften in Stierstadt angetreten. Die Eltern hatten das letztmalige Mitwirken Schwabes beim Vereinsvorstand erwirkt. Prompt machte der Nachwuchs mit hervorragenden Leistungen auf sich aufmerksam. Allen voran das Quartett in der Altersklasse 15 Jahre und jünger, das in der Besetzung Ben Walter (94,15/davon 16,53 Punkte an den Ringen), Jaron Rüenbrink (91,75), Moritz Meissgeier (89,90) und Julian Rettig (80,65) den Sechskampf der Pflichtübungen „P5 bis P8“ mit 284,20 Punkten mit mehr als 20 Zählern Vorsprung vor dem TV Hersfeld (261,30) und der Riege von Ausrichter TV Weißkirchen (260,35) gewonnen hat. Außer beim Sprung hatten die im Schnitt zwei Jahre jüngeren Kirdorfer Talente an allen anderen fünf Geräten die Nase vorn. Am deutlichsten war der Abstand an den Ringen, wo die Schwabe-Schützlinge nach Abzug der Streichnoten mit 49,50 Zählern 4,70 Punkte Vorsprung vor dem Turngau-Feldberg-Rivalen TVW hatten. Für Weißkirchen holten Mika Blohsfeld (92,75), Jacob Jung (85,00), Daniel Stuhlmann (82,80) und Erik Hellmuth (70,30) in diesem Wettkampf Bronze.

Hessenmeister Jahrgang 2004 und jünger: Moritz Meissgeier (SGK Bad Homburg).

Bei den jüngsten Turnküken der Altersklasse 7 (Jahrgang 2012) gewann der SGK-Nachwuchs ebenfalls. Mit 143,20 Punkten lagen Nikita Guzev (49,55), Justus Philipp (49,45) und Nicolas Maximilian Büche (44,20) nach sechs Geräten vor MT Melsungen (142,90). Der KTV Obere Lahn hatte als Dritter schon einen gewaltigen Rückstand (92,45). Auch der TV Weißkirchen, der als Ausrichter kurzfristig für die Frankfurter TG eingesprungen war, stand mit einer Riege ganz oben auf dem Siegerpodest. In der jahrgangsoffenen Wertung der Leistungsklasse 2 setzten sich Fabian Urban (75,15), Marlon Urban (70,70), Niklas Roth (65,10), Patrick Ohl (5,15) und Tim Drape (28,40) mit 214,35 Zählern klar und deutlich durch, erster „Verfolger“ war der TV Petersberg (193,90).

Die weiteren Ergebnisse der Turngau-Feldberg-Riegen, Altersklasse U13 (Sechskampf P5 – P7): 7. TV Weißkirchen 249,70; 10. SGK Bad Homburg 224,25. – U11 (Sechskampf P4 – P6): 3. SGK Bad Homburg 253,55; 4. TV Weißkirchen 247,50. – U9 (Sechskampf P4): 3. SGK Bad Homburg 228,20; 4. TV Weißkirchen 226,40. (sp)

Offener Brief der Familie Rüenbrink an die SKG-Verantwortlichen

Sehr geehrte Verantwortliche der SGK Bad Homburg,

obwohl mittlerweile zahlreiche Briefe und Emails bei Ihnen eingegangen sein dürften, die sich auf die aktuell vorliegende Situation innerhalb der SGK Bad Homburg beziehen, sehen auch wir die Notwendigkeit – gerade nach dem zweiten offiziellen Schreiben des Vereins vom 13.12.2019 – Ihnen unseren Unmut mitzuteilen.

Dieses Jahr hatten wir uns vorgenommen eine stressfreie Vorweihnachtszeit mit wenigen Terminen und viel Familienzeit zu verleben. Leider wurde daraus nicht…

Die Entlassung des Trainers Ralf Schwabe traf unseren Sohn Jaron am Abend des 05. Dezembers völlig unvorbereitet, da die kurzfristige Information per E-Mail über die Trainingszeitverlegung nicht rechtzeitig bei uns eintraf. So kam unser Sohn nach einstündiger Anfahrt zur gewohnten Trainingszeit in der Turnhalle an – um von völlig aufgelösten Trainingsfreunden zu erfahren, dass gerade eben vor allen anwesenden Kindern ihr langjähriger Trainer gekündigt und der Halle verwiesen worden sei. Eine Begründung wurde nicht genannt. Obwohl wir uns sofort auf den Weg machten, um vor Ort nähere Informationen zu erhalten, war leider kein Verantwortlicher des Vereins mehr anwesend, der die vielen offenen Fragen der Elternschaft hätte beantworten können.

Der erste Brief von Frau Reinking vom 06. Dezember brachte leider nicht die notwendige Erklärung, die sich die betroffenen Familien gewünscht hätten. Ein Fehlverhalten seitens des Trainers gegenüber Lehrern und der Schulleitung wurde angedeutet, aber nicht näher erläutert. Ob das ausgesprochene Hallenverbot für eine Sporthalle der Stadt seitens der Schulleitung überhaupt rechtens ist, müssen andere beurteilen. Dass die Kündigung im Beisein der Kinder alternativlos gewesen sei und es „insbesondere für die Kinder leid tue“, halten wir jedoch für inakzeptabel. Vielmehr sind wir davon überzeugt, dass Ihnen die Tragweite Ihrer Handlung in diesem Moment nicht bewusst war. Da Sie nicht selbst unmittelbar von den Folgen dieser Kündigung betroffen sind, da Sie unseres Wissens nach keine Kinder in diesem Training haben, können Sie sich nicht vorstellen, wie sehr dieses Erlebnis unsere Kinder emotional belastet hat. Wir stehen sicherlich nicht allein da, wenn wir sagen, dass für unseren Sohn eine Welt zusammengebrochen und die gesamte Familie geschockt ist.

Auch der Zeitpunkt der sofortigen Kündigung ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar: Zwei Wochen vor den Hessischen Mannschaftsmeisterschaften, der Vereinsmeisterschaft und der Weihnachtsfeier. Diese zwei Wochen wären im Sinne aller Beteiligten mit etwas gutem Willen und Rücksicht auf die Kinder von den Entscheidungsträgern des Vereins mit Sicherheit umsetzbar gewesen. In Ruhe hätten die Eltern informiert und vorbereitet werden können. Den Jungs wäre ein unbeschwerter Wettkampf, eine tolle Weihnachtsfeier und ein Jahresabschluss mit der Vereinsmeisterschaften vergönnt gewesen. Dass dies nun so nicht stattfinden konnte, haben Sie zu verantworten.

Leider wird auch im zweiten Brief vom 13. Dezember, nach den vielen besorgten Rückmeldungen der Eltern, nicht im Ansatz eine Begründung für die Entscheidung nachgereicht, stattdessen „Daumen drücken für einen erfolgreichen Wettkampf“ und „ eine schöne Adventszeit und besinnliche Feiertage“ gewünscht. Dies ist an Empathielosigkeit kaum mehr in Worte zu fassen.

Sie haben es noch immer nicht verstanden oder wollen es nicht verstehen!

Um es noch mal klar zu formulieren: Wir brauchen keine Pause! Unser Sohn braucht auch keine Pause! Er braucht sein Training! Wir wollen auch keinen Abstand. Wir erwarten Erklärungen! Und wir erwarten Lösungen! Von der irrigen Annahme, dass die Kinder und deren Familien Ihre Vorgehensweise über den Jahreswechsel vergessen werden, sollten Sie sich besser verabschieden.

Wie wichtig unserem Sohn der Sport ist, zeigt sich u.a. daran, dass er seit Jahren zwei bis dreimal in der Woche zwei Stunden Fahrzeit alleine mit Bus und Bahn auf sich nimmt. Das Schwänzen einer Trainingseinheit stand in der gesamten Zeit nicht ein einziges Mal zur Diskussion. Zu Weihnachten wünscht er sich eine weiße Turnhose und neue Reckriemchen…

In der Phase, in der sich die A- und B-Schüler gerade befinden, in der Pubertät, ist es besonders wichtig eine regelmäßige, stabile, soziale und außerschulische Aktivität zu haben, die einen hält und unterstützt. Körperliche Ertüchtigung und Erfolgserlebnisse sind in dieses Lebensphase von besonderer Bedeutung. Wir haben immer gedacht in der SGK sind wir da genau richtig. Hier ist das Jungenturnen keine Randsportart, sondern wird gefördert, und es wird alles dafür getan, dass die Jungen ein optimales Training erhalten. Wir haben uns in der SGK immer wohl gefühlt und auch deswegen einen weiten Weg auf uns genommen, um Teil des Vereins zu sein. Wir waren immer stolz darauf, dass „unsere Jungs“ für die SGK antraten und Titel holten.

 Und gerade in dieser Phase ziehen Sie den Jungs den Boden unter den Füßen weg. Ein wichtiger Teil ihres Lebens verschwindet einfach. Vielleicht fehlt Ihnen hier einfach die Vorstellungskraft, da Ihre Leidenschaft für den Sport nicht so groß zu sein scheint, als dass Sie diesen Verlust nachvollziehen könnten. Im Nachhinein mussten wir feststellen, dass wohl nur Ralf Schwabe dafür steht das Jungenturnen voranzubringen.

Wie groß der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist, was es heißt, Haltung zu zeigen und für einander einzustehen, konnten alle Anwesenden bei den Hessischen Mannschaftsmeisterschaften am letzten Wochenende eindrucksvoll sehen. Trotz der aktuell belastenden Situation traten die Turner der SGK Bad Homburg in den unterschiedlichen Wettkampfklassen für einander ein und landeten mehr als einmal auf dem Siegerpodest ganz oben. Die A-Schüler siegten mit einem so deutlichen Abstand vor dem 2. und 3. Platzierten, dass dies sogar vor der Konkurrenz ganz klar und neidlos große Anerkennung fand. Zum sechsten Mal in Folge holte sich diese Mannschaft den Titel.

Dass diese Athleten auf ihre eigentlich verdiente Ehrung ihrer Verdienste für den Verein geschlossen verzichteten, erklärt sich für empathische Menschen von selbst. Es stand für alle Turner fest, dass Sie keine Ehrung aus den Händen derjenigen entgegennehmen wollten, die ihnen gleichzeitig ihren Trainer und Ihre Trainingsgrundlage ohne Begründung mit einem Handstreich weggenommen haben.

Zurück bleibt für uns nur das Gefühl, dass ihnen die Jungen völlig egal sind. Persönliche Differenzen oder eigene Interessen werden hier wohl vor die Fairness im Sport und einen respektvollen Umgang miteinander gestellt. Wenn erwachsene Menschen, die eigentlich eine Vorbildfunktion einnehmen sollten, es nicht schaffen vernünftig miteinander zu kommunizieren, wie können wir dies dann von unseren Kindern einfordern.

Den Eindruck, sie hätten nicht über die Konsequenzen nachgedacht, haben Sie durch Ausbleiben einer Erklärung Ihrerseits bis heute nicht entkräftet. Vermutlich ist es Ihnen wirklich egal. Darauf lässt zumindest die Reaktion der anwesenden Verantwortlichen während der HMM 2019 schließen.

Interessant ist, dass Gerüchte kursieren, die Verantwortlichen hätten sich schon seit einiger Zeit über den Rausschmiss von Herrn Schwabe und die damit verbundenen Konsequenzen Gedanken gemacht. Es wundert uns dann umso mehr, dass hier keine Kommunikation stattgefunden hat, kein Austausch mit den betroffenen Familien gesucht wurde. Nichts ist passiert.

Eine offene Kommunikation wäre an dieser Stelle geeignet gewesen, um zu signalisieren, dass Sie ernsthaft an einer Lösungsmöglichkeit interessiert sind. Diese Kommunikation fehlt uns leider völlig. Aus diesem Grund können wir Ihre Vorgehensweise nicht nachvollziehen.

Zum Ende dieses zugegebenermaßen langen Textes folgt noch eine kleine Anregung: Der anstehende Jahreswechsel ist für viele Menschen die Zeit, in der gute Vorsätze formuliert werden. Sollten Sie dazu noch keine Ideen haben, dann lesen Sie die Vereinssatzung der SGK Bad Homburg noch einmal sorgfältig durch, insbesondere § 2. Falls ihnen der Inhalt momentan nicht präsent ist, liefern wir Ihnen gerne die entsprechenden Ausschnitte:

Vereinssatzung des SGK Bad Homburg:

§ 2 ZWECK UND AUFGABEN DES VEREINS

(1) Zweck des Vereins ist die Pflege und die Förderung des Sports und die Gesunderhaltung seiner Mitglieder durch sportliche Betätigung, insbesondere der Jugend. Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch die Förderung sportlicher Übungen und Leistungen.

(2) Im Rahmen der sportlichen Betätigung und der Veranstaltungen sollen das Streben nach Toleranz, die Kameradschaft und das Gemeinschaftsgefühl bei allen Mitgliedern gefördert und gefestigt und damit zugleich zur Verwirklichung des gedeihlichen Zusammenlebens der Menschen beigetragen werden.

Sollten die Verantwortlichen des Vereins – also Sie - nicht in der Lage sein nach ihrer eigenen Satzung zu agieren, wäre vielleicht selbstkritisch zu hinterfragen, ob man der Verantwortung dieses Amtes noch gerecht wird…oder besser zurücktritt.

In diesem Sinne

Eine tief enttäuschte Familie Rüenbrink

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