Macht nicht nur im Fußballtrikot des Verbandsligisten RSV Weyer eine gute Figur, sondern auch im Tennisdress des TC Dehrn: Raphael Schmidt.
+
Macht nicht nur im Fußballtrikot des Verbandsligisten RSV Weyer eine gute Figur, sondern auch im Tennisdress des TC Dehrn: Raphael Schmidt.

NNP-Serie: Fußballer des Monats September

Raphael Schmidt: Viel mehr als nur ein toller Sportler

Die Nassauische Neue Presse hat sich bei der Wahl zum „Spieler des Monats September“ für Raphael Schmidt vom RSV Weyer entschieden. In die engere Auswahl kommt jeweils ein Fußballer/eine Fußballerin, der/die auf oder neben dem Sportplatz besonders positiv aufgefallen ist.

Es gibt einfach Tage im Leben, da läuft es besonders gut. Einen solchen erwischte Raphael Schmidt am 5. September 2021. Wer den Offensivspieler des RSV Weyer kennt, weiß, dass er nicht nur die Fußballschuhe für den Verbandsligisten schnürt, sondern auch für seinen TC Dehrn mehr als passabel Tennis spielt - und das in der Bezirksliga A auf gutem Niveau.

Am Morgen des besagten Sonntags stand denn auch zunächst einmal die gelbe Filzkugel im Fokus. Das Auswärtsspiel der Dehrner Cracks beim TC Grün-Weiß Elz hätte für den gebürtigen Dehrner besser nicht laufen können. Zunächst verpasste er seinem Gegner eine „Brille“ - sprich: 6:0, 6:0, danach profitierte er mit seinem Doppel-Partner Henry Immel von der Aufgabe der Gegner. Am Ende gewann der TC Dehrn das Aufeinandertreffen mit 8:1 - und noch viel wichtiger: Raphael Schmidt hatte reichlich Kraft und Power gespart, um am Nachmittag mit seinem RSV Weyer beim FV Biebrich zu kicken. Und was dort passierte, kam schon fast einem Märchen gleich. Die Weyerer siegten in der Nachspielzeit nach einer effektiven Vorstellung mit 3:2 - zwei der drei RSV-Tore hatte Raphael Schmidt beigesteuert.

„Das war natürlich ein besonderer Tag für mich. Erst das wichtige Tennisspiel, das wir als Tabellenführer unbedingt gewinnen wollten, zumal wir im letzten Aufeinandertreffen gegen die Elzer verloren hatten. Das hat super geklappt. Und dann verhelfe ich meiner Mannschaft mit zwei Toren auch noch zum Sieg in Biebrich. Das nennt man wohl den perfekten Sonntag“, meint Raphael Schmidt rückblickend.

Vereine akzeptieren die Doppelrolle

Wie schafft er es, all das unter einen Hut zu bringen? „Das klappt vor allem deshalb, weil beide Vereine, und natürlich mein Trainer, Frank Wissenbach, diese Doppelrolle akzeptieren und mir den Rücken stärken.“ Auch wenn ihm oft geraten wird, sich doch lieber auf eine Sportart zu konzentrieren, zeigt ein solcher Sonntag aber halt auch, dass es mit beidem parallel funktionieren kann.

Vor allem der späte 3:2-Erfolg beim FV Biebrich kam dann vielleicht doch überraschender, als viele sich das vorstellen konnten. Der 29-Jährige klärt auf, wie es mit dem „Dreier“ geklappt hat: „Wir hatten die nötige Portion Glück, die wir uns aber auch Woche für Woche erarbeiten. Die gute Sturmreihe der Biebricher hat reihenweise Großchancen liegen lassen, während wir aus unseren drei bis vier Gelegenheiten das Maximum herausgeholt haben.“

Wie im Allgemeinen seine sportlichen Ziele aussehen, erklärt Raphael Schmidt vor allem bezogen auf die gute Kameradschaft: „Ich bin froh, dass ich beide Sportarten leistungsorientiert und in guter Gemeinschaft mit super Typen ausüben kann. Ich möchte mit vielen Torbeteiligungen dazu beitragen, dass wir mit Weyer den Klassenerhalt in der Verbandsliga schaffen. Genauso möchte ich aber auch mit dem TC Dehrn in den nächsten Jahren in die Bezirksoberliga aufsteigen. Nach drei zweiten Plätzen und verlorenen Aufstiegsspielen fühlt es sich so an, als seien wir endlich mal dran.“

Im August hatte Raphael Schmidt bekanntlich auch Tennis-Größe Mischa Zverev für ein Show-Match gewinnen können. Wie es dazu gekommen war? „Mit Mischa verbindet mich eine jahrelange Freundschaft. Wir haben uns am Flughafen in Frankfurt kennengelernt und festgestellt, dass wir mit Fliegen und Tennis zwei Interessen teilen. Er hat mich auch schon zu mehreren Turnieren eingeladen, und einmal durfte ich sogar als sein Trainingspartner mit zu einem Profi-Turnier nach Prag. Auch seinen Bruder Alexander (Anm. d. Red.: Olympiasieger von Tokio 2020 d. Red.) durfte ich bei unseren gegenseitigen Besuchen kennenlernen. Aber er ist durch seine Erfolge natürlich terminlich sehr stark

Abseits des Sports hat der seit zwölf Jahren zudem noch als Jugendwart im Tennisclub tätige Schmidt natürlich noch andere Aufgaben. Als Berufspilot hat er die Corona-Pandemie mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgt: „Ich konnte viel Zeit mit meiner Freundin und meiner Familie verbringen. Und wenn es dann erlaubt war, auch mehr in den Tennis- und Fußballsport investieren. So viele Einheiten habe ich lange nicht mehr besucht. Zum anderen merkt man in jedem Kurzarbeitsmonat aber auch, wie sehr man das Fliegen und Reisen vermisst. Ich gehe stark davon aus, dass meine Dienstpläne in Zukunft wieder deutlich voller werden.“ Dann wird auch seine Freundin, mit der er seit einem Jahr in Eschhofen wohnt, wieder öfter auf ihren Raphael verzichten müssen. Damit wird sie aber leben können, denn schließlich kann nicht jede Frau von sich behaupten, einen solchen Pfundskerl an ihrer Seite zu haben. PATRICK JAHN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare