Redbacks: Nur noch zu neunt

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Die Frankfurt Redbacks, Gründungsmitglied der Australian Football League Germany (AFLG), befinden sich weiter in einer Konsolidierungsphase. Andere Clubs haben auch mit bescheidenem Interesse an der australischen Nationalsport zu kämpfen.

Not macht erfinderisch. Erstmals trägt die AFLG bundesweit eine Runde mit lediglich neun hartgesottenen Männern pro Team aus. Der Spielerrückgang an einigen erprobten Standorten hat die Macher der Liga in der Winterpause dazu bewogen, diesen Schritt zu gehen. Auch die Frankfurt Redbacks unterstützten diese Maßnahme. Am Samstag im Ostpark (Beginn: 13 Uhr) sind die Schwarz-Roten Gastgeber des sechsten Turniers in diesem Jahr.

„Die Liga hat sich umstrukturiert, weil einige Vereine Probleme hatten, eine 16er-Mannschaft zu stellen“, sagt Thorsten Exner, 31 Jahre alter Kassenwart und langjähriger Akteur der Redbacks. Frankfurt hatte sich vor zwei Jahren aus der Liga mit 16 Spielern zurückgezogen. Die Berlin Crocodiles und Stuttgart Emus gingen nach Abschluss der vergangenen Spielzeit diesen Schritt, somit sind für 2015 nur noch die Rheinland Lions, Hamburg Dockers und Munich Kangaroos übriggeblieben. Während deren Saison erst Anfang Juli beginnt und Mitte September endet, ist in der Neuner-Liga gerade Halbzeit.

Die Redbacks belegen nach fünf von zehn Veranstaltungen lediglich Rang acht, sie haben nur zwei Mannschaften hinter sich gelassen. Entsprechend muss am Samstag gegen Köln, Stuttgart und Berlin gepunktet werden, um sich noch fürs Final-Four-Turnier zu qualifizieren. Dies findet laut Exner voraussichtlich am 27. Juni in Frankfurt statt.

18 Spieler umfasst derzeit das Redbacks-Aufgebot. „Für die Neuner-Liga ist das optimal“, sagt Exner. Für die 16er-Variante freilich viel zu wenig. Das mittelfristige Ziel des Clubs ist aber, wieder dieses Level zu erreichen, was der 1,94 Meter große Exner, der die Position des Ruck Man bekleidet, nicht verhehlt. Immerhin waren die „Giftspinnen“ vor elf Jahren auch schon Meister.

Zu den führenden Figuren zählen weiterhin die drei Nationalspieler Matthias Klusemann, Johannes Mast und Kevin Hopf sowie Samuel Dawkins. Der Australier, der Anfang des Jahres Hopf als Clubvorsitzenden ablöste, fungiert auch als Trainer. Vier Spieler haben die Redbacks in diesem Jahr hinzubekommen: einen Rückkehrer, einen Aus-tralier und zwei, die bei ihren Aufenthalten in Down Under die Sportart liebgewonnen haben. Das drückt indirekt auch das große Problem der Freunde von „Footy“ aus. Besteht kein Bezug zur Sportart oder dem Land, kann bei Außenstehenden nur schwer Interesse geweckt werden. Sämtliche Werbeversuche, auch an Uni und Fach-Universität, fruchteten nicht.

So ist man gewissermaßen auf Glückstreffer angewiesen. Wie etwa in Freiberg/Neckar. „Da hat einer seinen Freundeskreis dafür begeistern können“, berichtet Exner.

(fri)

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