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"Regionalliga wäre außergewöhnlich"

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Von: Harald Joisten

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Bei einem Testspiel traf der FC Eddersheim kürzlich auf den FSV Frankfurt (hier mit Dennis Lang/unten und Dusan Crnomut). Gibt es ein Wiedersehen in der Regionalliga-Saison 2022/23?FOTO: Lorenz
Bei einem Testspiel traf der FC Eddersheim kürzlich auf den FSV Frankfurt (hier mit Dennis Lang/unten und Dusan Crnomut). Gibt es ein Wiedersehen in der Regionalliga-Saison 2022/23?FOTO: Lorenz © Marcel Lorenz

FUSSBALL-HESSENLIGA Eddersheim blickt der Aufstiegsrunde entgegen

Eddersheim -Der große Coup ist möglich: Der Sprung hinauf in die Regionalliga Südwest. "Das wäre etwas außergewöhnliches für einen kleinen Ort wie Eddersheim und natürlich reizvoll", sagt Erich Rodler. Der Sportliche Leiter des FC Eddersheim betont jedoch, noch habe sich sein Verein nicht entschieden, ob ein möglicher Aufstieg in die vierthöchste deutsche Fußball-Liga tatsächlich wahrgenommen werden würde. Schließlich würde dies große Veränderungen mit sich bringen. Der Aufwand würde in nahezu allen Bereichen steigen, von den Finanzen bis zu organisatorischen Dingen.

"Aus sportlicher Sicht möchte man es wahrnehmen. Die Auflagen dürften wir auch mehr oder weniger erfüllen können. Aus wirtschaftlicher und infrastruktureller Sicht gibt es aber natürlich auch Bedenken", betont Rodler. Deswegen möchte er bei dieser schweren Frage möglichst den gesamten Verein einbeziehen. Bei einer Jahreshauptversammlung, die Ende März/Anfang April in Präsenzform stattfinden soll, "wollen wir die Mitglieder befragen. Denn es bringt ja nichts, wenn es die Leute in unserem direkten Umfeld nicht wollen." Auf die tatkräftige Unterstützung der Mitglieder wäre der FC Eddersheim angewiesen. Das fängt schon beim Ordnungsdienst bei Heimspielen an. Regionalligist Kickers Offenbach verfügt dort über bezahltes Personal. Eddersheim könnte sich das finanziell nicht leisten. "Das müssten unsere Leute ehrenamtlich machen."

Bis Mitte April hat der Club Zeit, sich zu entscheiden. Dann müssen die Unterlagen beim Verband eingereicht werden. "Bis dahin finden ja auch noch ein paar Spiele statt. Vielleicht hat sich das Thema Aufstieg dann ohnehin erledigt", sagt Rodler mit Blick auf die bevorstehende Aufstiegsrunde in der Hessenliga. Eddersheim bestreitet dort seine erste Partie am 13. März zu Hause gegen den SV Neuhof. Die Ausgangslage ist positiv. An der Tabellenspitze besitzt zwar Eintracht Stadtallendorf (17 Punkte) ein Vier-Punkte-Polster auf die ärgsten Verfolger. Eddersheim liegt jedoch als Tabellenzweiter glänzend im Rennen - punktgleich vor der SG Barockstadt Fulda und dem SV RW Hadamar (je 13). Der Erstplatzierte steigt direkt in die Regionalliga auf, der Zweitplatzierte geht in eine Relegation. Verzichtet dieses Team darauf oder erhält keine Zulassung zur Regionalliga, können die Teams bis Platz vier das Relegations-Recht wahrnehmen. "Andere Vereine wie Barockstadt haben das klare Ziel, aufzusteigen. Für uns ist es im Moment nicht die maßgeblichste Sache. Natürlich wollen wir aber weiterhin so erfolgreich wie möglich Fußball spielen", betont Rodler.

Verträge mit vier Spielern verlängert

Im Hintergrund bastelt die sportliche Club-Führung bereits eifrig am Kader für die Saison 2022/23 - unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit. Nach Trainer Christian Lüllig hat der Verein auch die Verträge der Spieler Jonas Kummer, Daniel Zeaiter, Tom Bernhardt und Nils Kohlbacher vorzeitig verlängert. "Natürlich wird es nächste Saison ein paar personelle Veränderungen geben, wie immer. Aber wir gehen mit demselben Stamm an den Start. Auch die Regionalliga würde nichts an unserem grundsätzlichen Weg ändern, auch auf Talente zu setzen."

Seit zwei Wochen befindet sich die Mannschaft nach der Winterpause wieder im Training. Die ersten Testspiele verliefen gut, unter anderem gab es gegen die Regionalligisten FSV Frankfurt und Schott Mainz nur knappe Niederlagen. Und das, obwohl zahlreiche Eddersheimer Spieler derzeit angeschlagen fehlen. Am vergangenen Sonntag musste Trainer Lüllig beim 2:2 beim Hessenliga-Konkurrenten SV Zeilsheim auf knapp ein Dutzend Spieler verzichten.

Beim nächsten Testspiel am Dienstag bei RW Walldorf dürfte es nicht wesentlich besser aussehen. "Wir haben momentan große personelle Probleme. Unter anderen sind Andre Fließ, Kummer, Christopher Krause, Anthony Wade und Dennis Lang verletzt. Zum Glück ist es bei allen nichts schwerwiegendes."

Daher ist der Sportliche Leiter zuversichtlich, dass sich die personelle Lage bis zum 13. März entspannt und die Mannschaft mit einem "ordentlichen Fitnesszustand" in die Aufstiegsrunde geht. Wo die Reise dann hinführen wird, ob sogar in die Regionalliga, wird sich zeigen. Harald Joisten

Aufstiegsrunde Hessenliga

1. Eintracht Stadtallendorf 17 Punkte 18:7 Tore 2. FC Eddersheim 13 15:11 3. SG Barockstadt 13 13:13 4. SV RW Hadamar 13 13:18 5. SC Hessen Dreieich 12 15:15 6. SC Waldgirmes 11 17:15 7. FC Erlensee 11 12:12 8. TuS Dietkirchen 8 15:16 9. FSV Fernwald 7 13:18 10. SV Neuhof 7 9:15

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