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Relegation zur Kreisoberliga: FC Mammolshain schafft den Aufstieg

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Von: Thorsten Remsperger

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Mammolshainer Jubel nach dem 1:0. Vorne ballt Torschütze Wayne Schäfer beide Fäuste.
Mammolshainer Jubel nach dem 1:0. Vorne ballt Torschütze Wayne Schäfer beide Fäuste. © Gerhard Strohmann

Vor 600 Fans gelingt in Oberhöchstadt ein 3:0-Sieg gegen den EFC Kronberg. Wayne Schäfer ist der Mann des Abends

Oberhöchstadt -"Alles oder nichts!!!" Mit diesen Worten hatte der FC Mammolshain einen Beitrag im Sozialen Netzwerk Instagram angereichert, mit dem der Verein seine Anhänger für das Relegationsspiel um den letzten Platz in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus mobilisieren wollte. Zentraler Bestandteil war ein Foto, dass eine ganze Menge Eintracht-Frankfurt-Fans auf einer Straße zeigte. "Alle im weißen Shirt oder Trikot nach Barcelona", stand darüber geschrieben. Allerdings war "Barcelona" durchgestrichen und durch "Oberhöchstadt" ersetzt worden.

Der überwiegende Teil der Anhängerschar des Tabellenzweiten der Kreisliga A war am Freitagabend auf der Sportanlage der SG Oberhöchstadt dann tatsächlich in Weiß erschienen, und nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Tobias Reinhardt (JFC Eintracht Feldberg) gab's für die meisten kein Halten mehr. Nach einem Sturm auf den Kunstrasenplatz feierten die Fans des Königsteiner Stadtteil-Clubs den 3:0-Erfolg gegen Nachbar EFC Kronberg. Der Tabellendreizehnte der KOL muss damit den bitteren Gang in die Kreisliga A antreten.

EFC Kronberg: Aushilfen auf der Trainerbank

In der ersten Jubeltraube trugen die Mammolshainer Fans, die sich im mit rund 600 Zuschauern sehr gut besuchten Spiel hinter der Auswechselbank ihrer Mannschaft eingereiht hatten, ihren Helden kurzzeitig sogar auf Händen. Wayne Schäfer verkörperte nicht nur den Kampfgeist der Weiß-Roten, als er in der zweiten Halbzeit nach mehreren Fouls über den Platz humpelte, um doch wieder mit vollem Einsatz in das nächste Sprintduell zu gehen. Er war auch der überragende Fußballer auf dem Platz. Der Torjäger (29 Saisontreffer) wurde permanent gesucht und auch angespielt. Kronberg - von Vorstandsmitglied Franco Marino und den verletzten Spieler Marius Becher für den coronainfizierten Sebastian Schwarzer gecoacht - besaß zwar öfters den Ball und war um Struktur im Spiel bemüht, jedoch strahlte der frühere Gruppenligist im Strafraum zu wenig Gefahr aus. Anders der FCM - dank Schäfer.

Nach 27 Minuten spielte er gegen Spielmacher Paul Holstein seine Schnelligkeit aus, und die Innenverteidiger des EFC waren zu weit entfernt. Schäfer traf mit links hoch zum 1:0 ins kurze Ecke, Torwart Jonas Kernich war machtlos (27.). Nach dem Wechsel traf Schäfer nach einem langen Ball den Innenpfosten, und EFC-Kapitän Marcel Würges konnte gerade noch klären (57.). Nach dem nächsten Steilpass wusste sich der herauseilende Kernich gegen Schäfer nur mit einem Pressschlag zu helfen. Der Keeper musste später verletzt gegen Nicholas Seiler ausgetauscht werden. Schäfer humpelte und blieb.

Der Ausgleich war lange möglich

Die nicht aufsteckenden Kronberger waren in mehreren Szenen gar nicht weit entfernt vom Ausgleichstreffer - das letzt Mal nach 77 Minuten, als erst Robin Krug an Torwart Anil Ali Dai scheiterte und Holstein beim Nachschuss den Ball über das Tor drosch. Doch in der 85. Minute nutzte Mammolshain einen Konter zum 2:0, als Schäfer uneigennützig zu Maximilian Fürst quer legte, der beinahe mit dem Ball ins leere Tor gelaufen wäre. Und nach der Zeitstrafe für Kronbergs Christian Girold, der seinem Gegenspieler etwas gesagt hatte, leitete Schäfer den alles entscheidenden Angriff ein, den Martin Funda zum 3:0 verwertete (90.). "Mammolshainer Jungs - wir sind alle Mammolshainer Jungs", sangen die jubelnden Spieler, gemeinsam mit den Fans im Kreis springend, alle ganz in Weiß. Wenn man bedenkt, dass ihre Mannschaft in 29 Saisonspiele gerade zwei Niederlagen kassiert hat, dann hat sie sich den Aufstieg auch redlich verdient.

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