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Heißes Duell aus dem ersten Hessenliga-Aufstiegsspiel zwischen Maximilian Zuckrigl (TuS Dietkirchen, links) und Branimir Velic (SV Neuhof).

Fußball am Wochenende

Ring frei: Gong zur zweiten Runde

Am Wochenende geht der Aufstiegs- und Relegations-„Wahnsinn“ in seine nächste Runde.

VON PATRICK JAHN

Hessenliga-Aufstiegsrunde: Für den TuS Dietkirchen ist das erste Spiel um den Aufstieg in die Hessenliga gegen den SV Neuhof enttäuschend verlaufen. Bei der 0:2-Heimniederlage vor mehr als 1000 Zuschauern bekamen die Jungs von Trainer Thorsten Wörsdörfer zu spüren, wie abgezockt der Verbandsliga-Nord-Zweite seine Chancen nutzte. Die Ausgangslage vor dem Duell am Sonntag (17 Uhr) beim 1. Hanauer FC ist klar: Selbst wenn Bayern Alzenau den Sprung in die Regionalliga Südwest schaffen sollte, braucht die Reckenforst-Elf einen Sieg, um zumindest noch Chancen auf Platz zwei zu haben. Durch das 2:2 der „Bayern“ bei Röchling Völklingen reicht Alzenau am Mittwoch gegen die Stuttgarter Kickers ein Sieg zum Aufstieg. Unter dieser Voraussetzung würde in der Aufstiegsrunde zur Hessenliga auch der Zweite aufsteigen. Thorsten Wörsdörfer gibt sein Team selbstverständlich noch nicht auf: „Auch wenn Hanau für mich der große Favorit ist, gehen wir das Spiel mit neuer, guter Moral an. Wir werden am Samstag vor dem Abschlusstraining gemeinsam frühstücken, und ich führe mit meinen jungen Spielern viele Einzelgespräche, denn sie sind natürlich am Boden zerstört. Wir sind am Ende einer für uns tollen Saison am nächsten Schritt hängengeblieben, aber noch ist nicht aller Tage Abend.“ Der Optimismus ist nicht unbegründet, hatte der TuS doch vor allem gegen den Verbandsliga-Primus FSV Fernwald auch auswärts bewiesen, was möglich sein kann. Hanau, Zweiter der Verbandsliga Süd, ist noch einmal eine andere Hausnummer als der SV Neuhof. Im Kader des ältesten Vereins im hessischen Fußball (1893 gegründet) tummeln sich durchweg Topspieler. Einer davon: der Ex-Hadamarer Khaibar Amani, der mit 19 Saisontoren bester Schütze seines Teams ist. Auch Daniyel Cimen, Aufstiegstrainer des FC Gießen, hat seinen Spielerpass dort hinterlegt und kam in der abgelaufenen Runde zehnmal zum Einsatz. Selbst Ex-Eintracht-Profi Ervin Skela könnte theoretisch spielen, allerdings ist nicht klar, welche Rolle der Albaner in Hanau angesichts von zwei Einsätzen spielt. Somit dürfte klar sein, wer der Top-Favorit auf den Aufstieg ist. Vielleicht ist genau das aber eine Rolle, die Dietkichen liegt.

Mit dem Bus nach Hanau

Der TuS Dietkirchen setzt zur Fahrt zum Aufstiegsspiel in Hanau-Kesselstadt einen Bus ein. Treffpunkt: 13.45 Uhr, Abfahrt: 14 Uhr am Sportplatz.

Aufstiegsspiele zur Verbandsliga Mitte: In Hin- und Rückspiel zwischen dem FC TuBa Pohlheim und dem RSV Weyer wird ermittelt, welches Team den letzten freien Platz in der Verbandsliga Mitte einnehmen darf. Am Sonntag, 17 Uhr, wartet Pohlheim auf die Elf vom Weilersberg. „TuBa“ bedeutet Turabdin-Babylon und spielt auf die Herkunft des Vereins an. Der Turabdin – „Berg der Knechte Gottes“ – ist ein Teil Nord-Mesopotamiens (Zweistromland) und liegt im Südosten der heutigen Türkei an der Grenze zu Syrien und Irak. Eines ist also schon vor dem Anpfiff klar: Die Weyerer betreten ein womöglich heißes Pflaster mit enthusiastischen Zuschauern. Dennoch kicken beim Dritten der Gruppenliga Gießen/Marburg auch einige deutsche Spieler. Unter ihnen 32-Tore-Stürmer Kevin Rennert, den es für die RSV-Defensive zu stoppen gilt. Eine Prognose fällt schwer, klar ist aber, dass die Elf von Trainer Frank Wissenbach eine gute Ausgangslage für das Rückspiel erarbeiten möchte und dies natürlich auch kann. Dieses ist für Samstag, 8. Juni, 17 Uhr, angesetzt.

Gruppenliga-Aufstiegsspiele: Die SG Selters hat bei der 0:1-Hinspielniederlage gegen den SV Hallgarten einen gebrauchten Tag erwischt. Nach einem Platzverweis in der ersten Halbzeit mussten die „Wassermänner“ in den letzten 15 Minuten aufgrund einer Verletzung nach der dritten Auswechslung zu neunt über die Runden kommen. Dennoch scheint am Sonntag, 15 Uhr, noch alles möglich, allerdings liegen die Trümpfe natürlich bei Hallgarten. Wenn es der SGS gelingen sollte, im Rheingau in Führung zu gehen, stehen die Uhren wieder auf Null. Und dann könnten auch beim SVH die Nerven eine Rolle spielen. Die SG Selters hat ohnehin nichts mehr zu verlieren und kann ganz befreit versuchen, doch noch an der Überraschung zu schnuppern. Im zweiten Spiel trägt der FCA Nied eine 1:3-Hypothek aus dem Hinspiel gegen die Fvgg. Kastel mit sich. 

Kreisoberliga-Relegation: Sprichwörtlich „um die Wurst“ geht es zwischen dem Zweiten der A-Liga, TuS Waldernbach, und dem wankenden Kreisoberligisten VfL Eschhofen (Sonntag, 15 Uhr). Die Mannschaft von Ex-Hadamar-Coach Florian Dempewolf hatte durch ein Last-Minute-Tor bei der FSG Gräveneck/Seelbach (2:2) gerade noch Platz zwei vor dem FC Steinach gesichert. Jetzt will der TuS natürlich aufsteigen. Die Eschhöfer bauen auf ihre Offensive um die Torjäger Marius Jung und Luca Weber. In diesem Duell scheint absolut alles offen, so dass die Tagesform den Ausschlag geben wird. Zeitgleich hoffen beide auf die SG Selters, die bei einem Aufstieg in die Gruppenliga diese Relegation zur Farce machen würde.

A-Liga-Relegation: In der Aufstiegsrunde zur Kreisliga A kommt es am heutigen Samstag (16 Uhr) zum ersten Duell. Der B1-Zweite, TuS Drommershausen, empfängt den (noch) A-Ligisten FC Dorndorf 2. Dritter im Bunde ist der Zweite der B2, SC Dombach, der am Mittwoch ins Geschehen eingreift. Angesichts der Tatsache, dass die Dorndorfer Reservisten als 13. der A-Klasse eine gar nicht mal so schlechte Saison absolviert haben, dürfte die Favoritenrolle bei der Verbandsliga-Reserve liegen. Der holprige Rasenplatz in Drommershausen hat schon so manchem arge Probleme bereitet. Bei einem Sieg des FC Dorndorf 2 würde der SC Dombach am Mittwoch den TuS Drommershausen empfangen. Im Normalfall steigt nur der Sieger dieser Dreierrunde auf.

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