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Olaf Rausch

Ring frei für Olaf Rausch

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Heute wird der frühere Klasseboxer und langjährige Trainer des ABC Oberursel 75 Jahre alt. Der Mann mit dem „Riesen-Bumms“ formt deutsche Meister.

Er gilt als lebende Legende des Boxsports und feiert heute seinen 75. Geburtstag: Olaf Rausch, der als Trainer im Amateurbereich über Hessens Grenzen hinaus so erfolgreich ist wie kaum ein anderer. Das Wichtigste und zugleich Schönste an dieser Meldung: Der gebürtige Frankfurter ist nach wie vor tagtäglich im Einsatz, vorwiegend für den ABC Oberursel – und das soll auch noch lange so bleiben. Einer seiner größten Erfolge als Coach am Ring liegt erst fünf Monate zurück und ist mit Platz drei bei der Wahl zum Trainer des Jahres 2014 gewürdigt worden. Sein Schützling Ali Kiydin wurde als erster Hesse überhaupt Deutscher Meister im Superschwergewicht.

Wer Rausch kennt, der weiß seine charakterlichen Stärken zu schätzen, bei denen Begriffe wie Zuverlässigkeit, Disziplin und Vereinstreue keine leeren Worthülsen, sondern tagtäglich praktizierter Lebensinhalt sind. Zu diesem Lebensinhalt gehört von frühester Jugend an der Boxsport, der Rausch nicht mehr losgelassen hat, seit er anno 1960 für die Frankfurter Eintracht erstmals in den Ring gestiegen ist. Es folgten weitere 51 Kämpfe, darunter als Höhepunkt ein Sieg über Manfred Jassmann, den deutschen Mittelgewichtsmeister des Jahres 1980.

Sein „Riesen-Bumms“ (so sein langjähriger Wegbegleiter Horst Gauß) in den flinken Fäusten verhalf Rausch auch zu einem K.o.-Erfolg über Roland Kubath, den späteren Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbands. Insgesamt gewann der gelernte Feinmechaniker und spätere Postler 32 seiner 52 Kämpfe im Mittel- und Halbschwergewicht. 1964 hob Rausch gemeinsam mit Gauß und fünf weiteren Enthusiasten in Sachsenhausen den CSC Frankfurt aus der Taufe, den die beiden Macher 1985, 1988 und 1990 zu drei Deutschen Meisterschaften führten. Seit 1970 besitzt Rausch die Trainer-Lizenz, die er erst unlängst wieder verlängert hat, und führte den CSC als Coach im Jahr 1984 bis in die Bundesliga.

Selbst im Ring gestanden hat er noch bis 1979, wobei er stets den ersten Kampf nach der Pause bestritt: „Während der Unterbrechung konnte ich mich warm machen. Dann zog ich mich wieder um, damit ich anschließend bei den Kollegen sekundieren konnte.“ Neben den Mannschaftserfolgen mit dem CSC zeichnete Rausch auch für die Karrieren einzelner Boxer verantwortlich, beispielsweise für den zweifachen Deutschen Meister Dieter Holm, den deutschen „Vize“ Peter Keller und Olympia-Teilnehmer Willi „de Ox“ Fischer.

Über den Boxring Hanau führte der sportliche Weg des Fassenachters Rausch – beim Sachsenhäuser Carnevalclub „Die Elfer“ lernte er auch seine Frau Petra kennen – zum ABC Oberursel, wo er seit 1998 tätig ist. Zum ABC folgte ihm 2001 sein zwei Jahre jüngerer Bruder Ulf, seit 1979 Sportwart im Hessischen Amateur-Boxverband, der seit nunmehr 14 Jahren in Personalunion auch noch Vorsitzender des Oberurseler Clubs ist.

Dank Olaf und Ulf ist der im Jahre 1924 gegründete ABC zum Vorzeigeverein in Hessen geworden, hat zahlreiche Landesmeisterschaften ausgerichtet (die diesjährigen finden am Pfingstsamstag statt) und das „Open Air“-Boxen zu einer Tradition werden lassen.

Die Jugend und die Arbeit mit dem Nachwuchs hat Olaf Rausch stets besonders am Herzen gelegen. Dafür ist er mit manchem Schützling Hunderte von Kilometern gefahren, um für einen einzigen Kampf an dessen Seite zu stehen. Feiern wird das Geburtstagskind am Samstagabend in einer Schrebergarten-Anlage in Bockenheim.

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