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Rio ist für Christian Reitz eine Reise wert

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Von: Volker Hofbur

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Das haben sie sich verdient: Petra und Christian Reitz genießen diesen Moment nach ihrem Weltcup-Sieg im Mixed mit der Luftpistole. FOTO: imago
Das haben sie sich verdient: Petra und Christian Reitz genießen diesen Moment nach ihrem Weltcup-Sieg im Mixed mit der Luftpistole. © imago images / Golovanov + Kivri

Drei Weltcup-Siege für den Krifteler - Drei Medaillen für Doreen Vennekamp

Kriftel -Das ist auch für Christian Reitz nicht alltäglich. Beim Weltcup der Schützen in Rio de Janeiro gewann er drei Goldmedaillen, dazu kam eine Bronzemedaille bei den Luftpistolenschützen. Rio war schon immer ein gutes Pflaster für den Schützen des SV Kriftel: Neben seinem Olympiasieg holte er 2008 und 2019 den Weltcupsieg mit der Schnellfeuerpistole.

Der Auftakt für den Schützen des SV Kriftel war vielversprechend. Mit der Luftpistole gewann Christian Reitz mit 581 Ringen den Vorkampf, kam aber nicht so gut ins Finale rein. Dann steigerte er sich und hatte am Ende nur 0,8 Ringe Rückstand auf den späteren Sieger, dem Slowaken Juray Tuzinski, der sich im Finale gegen Robin Walter aus Reichenbach durchsetzte. Doreen Vennekamp, die bei Meisterschaften für den SV Kriftel schießt, erreichte bei den Damen mit der Luftpistole mit 566 Ringen Rang elf, direkt hinter Sandra Reitz aus Regensburg (568). Beide verpassten das Finale.

Das Ehepaar Reitz

ist "unschlagbar"

Besser lief es für Sandra Reitz mit der Luftpistole im Team mit Ehemann Christian. Sie setzten sich nach dem Vorkampf mit 577 Ringen an die Spitze des Feldes aus 20 Mannschaften. Damit standen sie im Finale gegen das Team aus Thailand mit Tanyaporn Prucksakorn und Noppadon Sutiviruch. Das deutsche Team sorgte schnell für klare Verhältnisse und setzte sich auf 12:4 ab. Mit 16:10 gewannen Sandra und Christian Reitz aber am Ende sicher. Die Freude bei Sandra Reitz war groß, speziell auf ihr Zusammenwirken mit Ehemann Christian angesprochen, meinte sie auf der Seite des Deutschen Schützen-Bundes: "Mit Chris zusammen zu schießen, ist immer wieder etwas Besonderes, weil wir wahnsinnig gut miteinander schießen können. Wir haben bewiesen, dass wir als Mixed-Team unschlagbar sind. Es macht wahnsinnig viel Spaß und ist umso schöner, dass es heute mit der Goldmedaille belohnt wurde. Ich bin wahnsinnig happy." Für sie war es der erste gemeinsame Weltcup-Sieg, zuvor hatten sie 2019 bei den European Games in Minsk gewonnen und waren zwei Mal Zweite bei Weltcups. Doreen Vennekamp/Robin Walter erreichten den zwölften Rang (563).

Nachdem die Männer in der Teamwertung im Luftpistolen-Finale gegen den Iran erfolgreich waren, begannen Doreen Vennekamp, Sandra Reitz und Andrea Heckner (Hitzhofen) die Qualifikation als Zweite. In der zweiten Qualifikation fielen sie hinter den Iran zurück und verpassten um zwei Ringe das Finale. Im kleinen Finale setzten sie sich aber klar gegen den Gastgeber Brasilien mit 16:6 durch und sicherten sich die Bronzemedaille.

Mit der Sportpistole sicherte sich Doreen Vennekamp zum zweiten Mal einen zweiten Platz im Weltcup. "Ich freue mich sehr. Ich hatte mir fest vorgenommen, ins Finale zu kommen und hatte mir dort auch eine Medaille vorgenommen. Ich weiß, dass ich es kann und ich war gut drauf. Camille war unglaublich", erklärte die Schützin. Dabei hatte sie den Vorkampf mit vier Ringen Vorsprung für sich entschieden und stand im Finale gegen drei Französinnen. Dort erwischte sie mit einem und zwei Treffern einen kapitalen Fehlstart, traf anschließend fünf Mal und überstand im Stechen die erste Runde. Dann steigerte sie sich und musste sich nur ihrer Waldenburger Vereinskameradin Camille Jedrzewski aus Frankreich geschlagen geben, die die letzten 17 Scheiben alle traf.

Dann folgte der goldene Abschluss. Im Wettkampf mit der Schnellfeuerpistole erreichte Christian Reitz als Sechster die zweite Qualifikation. Mit 577 Ringen lag er hinter seinen zweit- und drittplatzierten Landsmännern Florian Peter und Oliver Geis (je 584). In der zweiten Qualifikation scheiterte Oliver Geis als Dritter mit 13 Treffern, nur einen Treffer hinter dem Franzosen Jean Quiquampoix und zwei hinter dem Amerikaner Henry Turner Leverett. Christian Reitz kam als Zweiter ins Finale und lag drei Treffer vor dem Dritten Florian Peter (13). In diesem Finale startete Reitz mit drei Treffern, hatte aber nach der vierten Serie und zwei Mal fünf Treffern die Führung inne und baute diese aus. Die letzte Serie musste er gar nicht mehr schießen, da der Zweite Quiquampoix schon hinter ihm lag. "Es war ein schönes Finale mit schönen Serien und dem verdienten Sieg für mich. Vielleicht liegt mir der Stand, vielleicht ist es nur Zufall, es läuft auf jeden Fall ganz gut hier", sagte Reitz.

Dann legte das Sportpistolen-Team der Damen in der Besetzung Doreen Vennekamp, Monika Karsch (Regensburg) und Sandra Reitz noch einen drauf. Sie gewannen sowohl den Vorkampf als auch das Halbfinale und setzten sich im Finale gegen Thailand durch. Bis zum 9:7 war es ausgeglichen, dann setzte sich das deutsche Team ab. Vennekamp freute sich: "Wenn das kein goldener Abschluss unserer Reise nach Rio war. Wir sind mega-zufrieden und glücklich." Zum Abschluss im Team-Wettbewerb legten die Schnellfeuerpistolenschützen in einem überschaubaren Feld nach und gewannen überlegen gegen Brasilien im Finale mit 17:1. vho

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