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Er zeigte seine Ausnahmestellung: Robert Lambert holte 15 Punkte und war so maßgeblich am Saisonsieg der White Tigers beteiligt.

Motorsport

Robert Lambert überragt

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Was für ein Finish und was für ein Auftritt von Robert Lambert. In der Speedway-Bundesliga sicherte der Brite den DMV White Tigers beim zweiten Heimrennen den ersten Saisonsieg gegen den MC Nordstern Stralsund.

Das Wochenende beim MSC Diedenbergen war vollgepackt mit motorsportlichen Höhepunkten. Im Rhein-Main-Stadion stach aber trotzdem der 20-jährige Fahrer aus Norwich im Osten England heraus.

„Er war der einzige Fahrer, der ein lupenreines Maximum geschafft hat“, lobte Klaus Ziller seinen Schützling, der sich zum ersten Mal in dieser Saison die Ehre gegeben hatte. Mit 15 Punkten aus fünf Rennen trug der Brite den Großteil zum 44:40-Premierensieg der White Tigers bei. „Vor den beiden letzten Läufen stand es noch 37:35“, schilderte der Vorsitzende Ziller die Geschehnisse am vorletzten Renntag seines Bundesliga-Teams, „wir wollten die Rote Laterne nach zwei Niederlagen zum Saisonstart abgeben. Stralsund wollte sie aber unter keinen Umständen übernehmen“.

Nachdem die Entscheidung mit einem 3:3-Unentschieden im 13. Lauf verschoben worden war, kam alles auf die Diedenbergener Lambert und René Deddens an. Letzterer hatte auf der Speedway-Bahn an der Wildsachsener Straße bis dato acht Punkte für die Hausherren geholt. Sein britischer Teamkollege – wie erwähnt – perfekte zwölf Punkte aus vier Läufen. Im Vierer-Duell mit den beiden besten Stralsundern Tobias Busch (11 Punkte) und Mathias Bartz (8) gelang Lambert der fünfte Sieg, Busch wurde Zweiter, Deddens Dritter und Bartz ging leer aus. Durch den 4:2-Sieg wurde aus einem 40:38 der 44:40-Erfolg. „Das war wirklich ein super Rennen“, freute sich Ziller über den ersten Saisonsieg, „der Druck auf den letzten beiden Fahrern war immens, und sie konnten ihm standhalten.“

Nicht umsonst wurde dem 20-jährigen Lambert schon vor seinem Auftritt in Diedenbergen eine Wildcard für den großen Speedway-Grand-Prix in knapp zwei Wochen in Cardiff zugesagt. „Er ist schon ein Ausnahmefahrer und wird hoffentlich auch im letzten Bundesliga-Rennen am 15. August in Landshut für uns am Start sein“, hofft der MSC-Präsident auf Lamberts baldige Rückkehr zum Team der Tigers.

Dass aber auch die anderen Fahrer im Lager der „weißen Tiger“ ihre Berechtigung in der deutschen Elite-Liga haben, zeigten der Däne Patrick Hougaard mit 11 Punkten, Deddens mit 9 Zählern, sowie Daniel Spiller (7) und Hannes Gast (2). David Pfeffer und Marius Hillebrand blieben ohne Punkte.

„Das war Werbung für den Speedway-Sport“, fand Ziller und lobte die 350 Zuschauer, die den Weg nach Diedenbergen gefunden hatten ebenso wie die 280, die am Tag darauf gekommen waren. „Eigentlich hätte man an beiden Tagen an die Zuschauerzahlen eine Null dranhängen können, so großartig war der Motorsport“, behauptete der Vorsitzende und hatte damit nicht ganz Unrecht.

Schließlich trumpften neben der Speedway-Bundesliga auch die Talente des I. Deutschen Jugend Paar-Cups auf. Der Gesamtsieger am Sonntag ging an Ben Ernst aus Güstrow – also an keinen Geringeren als den frisch-gebackene Weltmeister der Speedway-Junioren-Klasse C und Weltmeisterschafts-Zweiten auf der Langbahn. Er schaffte mit seinem Kollegen Jordan Palin 29 Punkte – also zwei Zähler mehr als die Konkurrenten Maximilian Pongratz und Philip Hellström-Bangs aus dem Schwarzwald. Auf Rang vier platzierten sich die Diedenbergener Julian Bielmeier (5) und sein britischer Partner Nathan Ablitt (20+4). Mit zehn Punkten Sechster wurden die Diedenbergen Rockets mit Jelto Schäfer und Alexandra Schauer. Auch der Seitenwagen (SWG)-SuperCup wurde an der Wildsachsener Straße ausgetragen. Markus Venus und Markus Heiß aus Bayern bekamen den Pokal von Christel Zahn überreicht. Die Witwe der verstorbenen Diedenbergener Speedway-Legende Horst Zahn verlieh der Premiere des SWG-Cups einen angemessenen Rahmen. Der Diedenbergener Patrick Zwetsch und Viktor Caric belegten einen guten dritten Platz. „Das war ein rundum gelungenes Wochenende“, freute sich Ziller, „es gab keinen einzigen Unfall und bei bestem Wetter höchstens einmal Fahrer, die bei großer Hitze zu wenig getrunken hatten und deswegen Kreislauf-Probleme bekamen“.

(awo)

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