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Wolfgang Kaufmann im BMW Z4 M Coupé vor der wesentlich leistungsstärkeren Porsche-Konkurrenz.

Motorsport

Rodeo am Hatzenbachbogen

Nach kleiner Kollision fiel Wolfgang Kaufmann auf dem Traditionskurs in der Eifel noch vom zweiten auf den vierten Rang zurück.

Eigentlich hatte sich Wolfgang Kaufmann für den Lauf der Cup- & Tourenwagen-Trophy am Nürburgring gar nicht so viel ausgerechnet. Das BMW Z4 M Coupé, mit dem der Westerwälder in der Eifel antrat, hat noch eine Straßenzulassung und ist weit weg von den anderen „reinrassigen“ Rennwagen in der Serie. Serienmotor und Seriengetriebe limitieren den Topspeed auf dem schnellen Kurs enorm. Doch Kaufmann wird nicht umsonst „Piranha“ genannt, was übrigens mit dem Einsatzteam des BMW, „Black Panther Racing“, eine überaus bissige Kombination ergibt . . .

Zum ersten Mal schnappte der Molsberger schon im Zeittraining zu. Gegen die schnellen Porsche- und Turbo-Fahrzeuge erkämpfte sich Wolfgang Kaufmann den Startplatz 4 im 39 Wagen starken Feld. „Wenig Verkehr und eine perfekte Runde im Training haben das ermöglicht, das hat schon viel Spaß gebracht“, schmunzelte er.

Zumindest am Anfang des Sprintrennens wurde sein Grinsen unter dem Helm noch breiter. „In der Startphase bin ich direkt auf Rang zwei vorgefahren. Gerade auf der langen Variante des Grand-Prix-Kurses hätte ich das nicht gedacht, es lief aber gut“, sagte Kaufmann. Doch die leistungsstarken Autos rückten langsam auf, und in der zweiten Runde hatte Kaufmann gleich zwei Konkurrenten mit rund 100 PS mehr Vermögen im Nacken.

Was dann kam, glich aber mehr einem Rodeo als einem ordentlichen Autorennen. „Der Hatzenbachbogen ist schnell, bietet aber genug Platz, wenn schnellere Autos kommen. Einer der verfolgenden BMW hat sich auf der Geraden vor der NGK-Schikane neben mich gesetzt, ist dann immer weiter nach links in meine Nähe gekommen und mir dann in den rechten Kotflügel gefahren.“

Nachvollziehen konnte Kaufmann die Bewegung nicht. „Beim Anbremsen oder in Kurven kann so was mal passieren, kein Problem. Aber mitten auf der Geraden und zusätzlich noch mit einem wesentlich schnelleren WTCC BMW – ich bin fassungslos!“

Im Verlauf des 14 Runden langen Rennens musste Kaufmann die beiden Konkurrenten ziehen lassen, verteidigte aber Platz 4 bis ins Ziel. „Wir haben uns wieder sehr gut im Feld geschlagen und ein Top-Ergebnis eingefahren.“

Mit dem Finale der Cup- & Tourenwagen-Trophy geht es im badischen Hockenheim weiter.

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