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Intensives Kopfballduell zwischen dem Hadamarer Matthias Neugebauer (links) und Marco Dawid (Kassel, rechts).

Fußball-Hessenliga

Rot-Weiß-Remis fühlt sich fast wie ein Sieg an

In der Fußball-Hessenliga hat der SV Rot-Weiß Hadamar in einem zuweilen atemberaubenden Spiel beim KSV Hessen Kassel ein 2:2 geholt. Trotz der Tatsache, dass der Ausgleichs-Gegentreffer kurz vor dem Ende fiel, durften sich die Fürstenstädter wie die Sieger fühlen.

VON PATRICK JAHN

KSV Hessen Kassel – SV Rot-Weiß Hadamar 2:2 (1:1). Irgendwie war schon das Einlaufen unter tosendem Gejohle der 1500 Zuschauer etwas Besonderes und erinnerte ein bisschen an das Hessenpokal-Finale in Wiesbaden. Die Fürstenstädter erstarrten nicht etwa in Ehrfurcht, sondern bestimmten zunächst das Geschehen. Den Startschuss guter Chancen setzte Marius Löbig nach einer Viertelstunde, als er nach starker Einzelleistung Kassels Torhüter Niklas Hartmann zu einer Glanzparade zwang. Bei der folgenden Ecke von Jonas Herdering verpasste Mirko Dimter das sicher geglaubte 0:1 per Kopf aus wenigen Metern. 

Dass die Rot-Weiß-Führung wenig später Fakt war, hatte Hadamar Jerome Zey zu verdanken: Der Außenbahnspieler wurde von Marius Löbig bedient und schloss aus 22 Metern abgefälscht und unhaltbar ins linke Eck ab – plötzlich war die prächtige Stimmung auf Eis gelegt (19.). Hessen Kassel reagierte wütend und kam zum Ausgleich: Nach einem Eckball fiel Sebastian Schmeer die Kugel vor die Füße, er sagte mit dem 1:1 artig „danke“ (23.). Urplötzlich bekamen die in schwarz gekleideten Rot-Weißen Probleme. Nach langem Ball von Jan-Philipp Häuser verpasste Marco Dawid das Spielgerät nur knapp (24.); wiederum 120 Sekunden später fand Jon Mogge über rechts den plötzlich ganz freien Sebastian Schmeer, doch Torwart Christopher Strauch parierte herausragend (26.). 

Die Elf von Trainer Torsten Kierdorf fing sich wieder und setzte Akzente. Einer davon hätte beinahe die erneute Führung bedeutet, doch KSV-Schlussmann Niklas Hartmann parierte einen Schlenzer Jann Bangerts, der von einer tollen Vorarbeit Jerome Zeys profitiert hatte, gerade noch zur Ecke (39.). 

Der zweite Abschnitt begann für die Fürstenstädter wie gemalt: Nach einem Standard entwickelte sich ein Hauen und Stechen im Kasseler Strafraum, bei dem Mirko Dimter nach einem kleinen Schubser seinerseits die Nerven behielt und das 1:2 besorgte (53.). Unmittelbar danach mussten Kierdorf & Co. die Luft anhalten, denn Marco Dawid schoss freistehend zwölf Meter vor dem Tor an selbigem vorbei (55.). Fortan wirkte Rot-Weiß ziemlich abgeklärt und ließ wenig zu. Einzig die sich bietenden Konterchancen wurden zuweilen zu nachlässig ausgespielt. Eine davon verzog Matthias Neugebauer völlig überhastet (63.). Kassel musste kommen, agierte aber häufig ungenau und nicht zielstrebig genug. Bis auf eine starke Rettungstat von Christopher Strauch gegen Brian Schwechel (66.) passierte wenig. Erst nach der Gelb-Roten Karte gegen Hadamars Dennis Winter (79.) ging es noch einmal hoch her. Der KSV startete die Schlussoffensive und hatte durch Egli Miloshaj (83.) und Joannis Mitrou (87.) zum Teil dicke Ausgleichschancen. 60 Sekunden vor dem Ende passierte es: Antonio Bravo Sanchez flankte von rechts maßgenau, und Marco Dawid köpfte zum 2:2 ein (89.). Für Hadamar zwar bitter, allerdings musste der SVH am Ende noch froh sein, dass Christopher Strauch den zu harmlosen Abschluss von Bravo Sanchez und damit einen wertvollen Punkt festhielt (90.+1). 

Kassel: Hartmann, Bravo Sanchez, Schmeer, Brill, Mogge (74. Miloshaj), Schwechel (74. Mitrou), Evljuskin (81. Ziegler), Brandner, Dawid, Häuser, Najjer – Hadamar: Strauch, Dimter, Schraut (14. Winter), Mar. Neugebauer, Zey (72. Böttler), Jindra, Löbig (81. Sembene), Kröner, Herdering, Bangert, Mat. Neugebauer – SR: Ulbrich (Büdingen) – Tore: 0:1 Jerome Zey (19.), 1:1 Sebastian Schmeer (23.), 1:2 Mirko Dimter (53.), 2:2 Marco Dawid (89.) – Gelb-Rot: Dennis Winter (H./79., wiederholtes Foulspiel) - Zuschauer: 1500.

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