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Laufduell zwischen dem Eddersheimer Hendrik Dechert (links) und Jerome Zey (Hadamar). Beobacher sind Raymond Aschenkewitz (rechts) und Rot-Weiß-Coach Stefan Kühne im Hintergrund.

Fußball-Hessenliga

Rot-Weiß geht im Starkregen baden

Ein gemütlicher Fußball-Abend sieht anders aus: Im Dauer-Starkregen samt Blitz, Donner und Sturmböen duellierten sich am Freitagabend in der Hessenliga der SV Rot-Weiß Hadamar und der FC Eddersheim. Mit den unwirtlichen Verhältnissen kamen die Eddersheimer im ersten Durchgang besser zurecht und landeten einen 2:1-Sieg.

VON PATRICK JAHN

Der langersehnte Regen setzte ausgerechnet zum ungünstigsten Zeitpunkt ein. Unmittelbar bevor die Fußball-Hessenliga-Partie des SV Rot-Weiß Hadamar gegen den FC Eddersheim angepfiffen wurde, öffnete der Himmel seine Schleusen und spielte den Eddersheimern in die Karten. Sie gewannen die Partie mit 2:1 (2:0). 

In der Halbzeit hofften nicht wenige Hadamarer Fans, dass das Spiel abgebrochen werden würde. Bis dahin hatten die Rot-Weißen eine nahezu katastrophale Leistung gezeigt. Miserable Zweikampfquote, keine einzige gefährliche Torszene. Trainer Stefan Kühne versuchte – triefend nass wie alle an der Faulbacher Straße – irgendwie zu helfen, doch es ging rein gar nichts. Ganz anders die Eddersheimer; die nahmen die unwirtlichen Gegebenheiten schneller an, wirkten giftiger und galliger. 

Bezeichnend die Szene in der 8. Minute: Hendrik Dechert fuhr mit vier, fünf Hadamarern Slalom, ließ dann noch Keeper Christopher Strauch stehen, aber kurz vor dem Einschlag klärte Mirko Dimter vor der Linie. Ein tückischer Flatterball aus 18 Metern – von Turgay Akbulut abgefeuert (29.) – hätte die Führung sein können, doch Strauch rettete mit der Faust. Zwei Minuten später nahm Akbulut bei einem 20-Meter-Freistoß genauer Maß und zauberte den Ball schier unglaublich in den Winkel zum 0:1. Jetzt wollte es das Team von Rouven Leopold wissen. Nach einer Wade-Ecke wurde Vasilios Mantzafleris nicht ausreichend gestört – 0:2 (35.). Und es goss weiter aus einem tintenschwarzen Himmel. 

Die Pause dauerte geschlagene 45 Minuten. Und aus der Kabine kam ein SV Hadamar, der tatsächlich wie ausgewechselt wirkte. Die Hereinnahme von Noguchi und Paul sorgte für Offensiv-Impulse. Nachdem der FCE in einem letzten Energie-Akt durch Mantzafleris noch die Unterkante der Latte getroffen hatte, war es mit der Eddersheimer Herrlichkeit urplötzlich vorbei. Wie aus dem Nichts waren die Rot-Weißen wieder da. 

Als Noguchi flach in den Strafraum passte, unterlief Patrick Hilser im Klärungsversuch ein Eigentor (57.). Das war das endgültige Signal für die Fürstenstädter. Die Chancen häuften sich. „Wir haben überhaupt keine Entlastung mehr“, schrie FCE-Coach Leopold verzweifelt. Auch Kühne tobte und sah dafür Gelb. Herdering bediente Rücker, der machte das Tor – Abseits. Matthias Neugebauer zwang Keeper Hiebinger zur Parade, Mirco Pauls Direktabnahme wurde von der Linie geputzt. Auch Dimter hatte kein Glück; der Ball segelte am Winkel vorbei. 

Ein denkwürdiger Fußball-Abend auf einem Platz, der einem Swimmingpool glich . . . 

Hadamar: Strauch, Jindra, Dimter, Markus Neugebauer, Zey (63. Paul), Aschenkewitz (46. Noguchi), Rücker, Makengo, Kröner (46. Gschwender), Herdering, Matthias Neugebauer –Eddersheim: Hiebinger, Schmitt (24. Mantzafleris/66. Finger), Lang, Dechert, Hilser, Wade (55. Okbay), Krause, Phillips, Akbulut, Topcu, Henrich – SR: Radl (SV Olympia Biebesheim) – Tore: 0:1 Turgay Akbulut (31.), 0:2 Vasilios Mantzafleris (35.), 1:2 Patrick Hilser (57./Eigentor) – Zuschauer: 150.

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