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Dieser wuchtige Kopfball des Hadamarers Mirco Paul, der sich gegen Kubilay Kücükler (Steinbach) durchsetzt, bedeutet das 1:0 für den SV Rot-Weiß Hadamar.

Fußball-Hessenliga

Rot-Weiß: Acht auf einen Streich

VON PATRICK JAHN

SV Rot-Weiß Hadamar – SV Steinbach 8:0 (3:0). Personelles vorab: Auf Hadamarer Seite musste Mirko Dimter, bislang zusammen mit Christopher Strauch und Jonas Herdering ohne eine einzige verpasste Spielminute in der gesamten Saison, wegen Magen-Darm-Infekt passen; Iddris Sedy verletzte sich beim Aufwärmen und wurde durch Matthias Neugebauer ersetzt. Den Steinbachern erging es noch schlimmer: Mit nur 13 Feldspielern angereist, schnürte sich sogar Trainer Petr Paliatka für den Notfall die Schuhe. Dass der SVS aber derart gebeutelt war, zeigte sich in der ersten halben Stunde ganz und gar nicht. Nachdem Hadamars Keeper Christopher Strauch für den ersten Schockmoment gesorgt hatte, als er nach einem Rückpass den Ball nicht getroffen hatte und im Vollsprint die Situation bereinigen musste (5.), gab es auch offensiv den ersten Akzent: Michel Gschwender prüfte SVS-Torwart Daniel Heinrich, der ein Geschoss aus spitzem Winkel über den Querbalken lenkte (7.). 

Hadamar wirkte dennoch nicht wach, so dass die zunächst gut sortierten Osthessen ebenfalls zu Chancen kamen. Michael Wiegand schloss noch zu harmlos ab (8.), um für ernsthafte Gefahr zu sorgen, doch 180 Sekunden danach wurde es richtig brenzlig: Luca Uth bediente mit klugem Zuspiel Leon Wittke, der an Christopher Strauch scheiterte, und beim Nachschuss visierte Jan Ullrich seinen am Boden liegenden Mitspieler an – Glück für Rot-Weiß. Nach einer halben Stunde wurden die Fürstenstädter merklich besser und operierten häufig mit gefährlichen Diagonalbällen. Klärte Dumitru Neacsu gegen Jerome Zey noch auf der Linie (30.), so sorgte der folgende Eckstoß für die Erlösung, als Mirco Paul eine maßgenaue Hereingabe Jonas Herderings per Kopf in die Maschen wuchtete – 1:0 (31.). 

Dann lief der Motor der Kühne-Elf: Nach verunglücktem Abschlag Daniel Heinrichs hatte Jonas Herdering abgezogen und den unglücklich reagierenden Schlussmann zum 2:0 überwunden (34.). Vier Minuten vor der Pause durften die Zuschauer mit der Zunge schnalzen: Ein fantastischer Angriff landete bei Filip Pandza, der Jerome Zey bediente, und dessen Querpass musste Leon Burggraf nur noch über die Linie drücken – 3:0. Der Torjäger hätte sogar noch zweimal treffen können – wenn nicht sogar müssen (43., 45.).

Nach Wiederbeginn wurde die Dominanz der Gastgeber noch größer. Immer wieder waren Jerome Zey und Leon Burggraf die Initiatoren gefährlicher Szenen. Eine solche Kombination vereitelte Gäste-Schlussmann Daniel Heinrich zunächst noch stark gegen Burggraf (51.), ehe er wenig später bei umgekehrter Konstellation gegen Zey machtlos war – 4:0 (58.). Steinbach fand bis auf einen 16-Meter-Schuss Nikola Milenkovskis, der knapp links vorbei flog (62.), offensiv kaum statt. Als Dumitru Neacsu nach einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte (65.), brachen beim Tabellen-Drittletzten alle Dämme. Nachdem auch noch ein Steinbacher Team-Offizieller den „Roten Karton“ bekam, setzte Jonas Herdering den folgenden Freistoß wunderschön in den rechten Torwinkel zum 5:0 (67.).

Bei den Rot-Weißen lief das Bällchen nun wie am Schnürchen. Vor allem über die linke Angriffsseite wurde es immer wieder brandgefährlich. Filip Pandza per Doppelpack (82., 83.) und Leon Burggraf auf tolle Vorarbeit von Yuki Noguchi schraubten das Resultat binnen vier Minuten gar auf 8:0 in die Höhe. Der SV Steinbach durfte einem da schon ein bisschen leidtun. Hadamar, das sich teilweise in einen echten Rausch spielte, hatte einmal mehr seine Klasse bewiesen. 

Hadamar: Strauch, Sembene, Burggraf, Zey (59. Noguchi), Gschwender (65. Pandov), Rücker, Neugebauer (46. Aschenkewitz), Kröner, Pandza, Herdering, Paul – Steinbach: Heinrich, Gemming, T. Wiegand (56. Milenkovski), F. Wiegand, M. Wiegand, Neacsu, Wittke (70. Rudolph), Ullrich, Kvaca, Kücükler, Uth –SR: Amirian (Hünstetten) – Tore: 1:0 Mirco Paul (31.), 2:0 Jonas Herdering (34.), 3:0 Leon Burggraf (41.), 4:0 Jerome Zey (58.), 5:0 Jonas Herdering (67.), 6:0 (82.), 7:0 (83.) beide Filip Pandza, 8:0 Leon Burggraf (86.) – Rot: Dumitru Alin Neacsu (S./65., Notbremse) – Zuschauer: 180.

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