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Will auch in Eddersheim für ein bisschen Sturmwirbel sorgen: der kopfballstarke Hadamarer Filip Pandza (Zweiter von links). Ganz rechts Hessenliga-Torschützenkönig Leon Burggraf (17 Treffer).

Fußball-Hessenliga

SV Rot-Weiß Hadamar freut sich auf die große Aufgabe

 Gespannt blickt der SV Rot-Weiß Hadamar am Sonntag seiner Auswärtsaufgabe bei Hessenliga-Spitzenreiter FC Eddersheim (Anstoß: 15.30 Uhr) entgegen.

VON PATRICK JAHN

Ein Blick auf die blanken Zahlen zeigt deutlich, dass der FC Eddersheim zurecht an der Tabellenspitze der Fußball-Hessenliga steht. 16 Gegentreffer in 18 Spielen, auf eigenem Platz erst deren sechs, zudem noch ohne einzige Heimniederlage. Und doch ist der Zeitpunkt für den SV Rot-Weiß Hadamar ein spürbar guter. Nach acht Spielen ohne Niederlage und Tabellenplatz fünf dürfen die Fürstenstädter relativ entspannt und ebenso selbstbewusst in den Main-Taunus-Kreis fahren.

Rot-Weiß-Trainer Stefan Kühne: "Die Vorfreude ist nicht nur aufgrund unserer tollen Serie da, sondern auch weil wir im Hinspiel nur 45 Minuten auf dem Platz waren. Das wollen wir ändern und am Sonntag über die volle Distanz ein starker Gegner sein." Über den Widersacher und dessen Tabellenführung hat der Coach eine klare Meinung: "Wenn du solange da oben stehst, darf man schon sagen, dass die Tabelle nicht lügt. Das ist eine tolle Mannschaft mit guten Einzelspielern, die aber auch als Team regelmäßig eine gute Performance zeigt."

Wer es mit den Hadamarer hält, wird der Meinung sein, dass es mal wieder an Zeit wäre für eine Eddersheimer Niederlage. Die letzte datiert auf den 24. August - eine wahnsinnig gute Bilanz. Sollte den Fürstenstädtern der Auswärtssieg tatsächlich gelingen, stünden nur noch mickrige drei Zähler Rückstand auf den Kontrahenten und die Tatsache, dass Rot-Weiß in der Spitzengruppe mächtig mitmischt. "Ich schaue nur sekundär auf die Tabelle. Uns interessiert aktuell nur das nächste Spiel. Egal, wer der Gegner ist - wir wollen unsere Serie weiter fortführen. Wir fahren besser damit, wenn wir uns von Spiel zu Spiel orientieren", sagt Stefan Kühne. Eines ist aber klar: Angesichts von zwei verbleibenden Spielen gegen Kellerkind SV Steinbach könnten sich die Hadamarer in eine glänzende Ausgangsposition für 2020 bringen.

Verschiedene Systeme

Was die taktische Ausrichtung für das Spiel beim FC Eddersheim angeht, hüllt sich Stefan Kühne in Schweigen. Auch ob er - wie zuletzt gegen Fernwald - auf ein 4-4-2-System setzt, scheint noch nicht klar: "Es geht nicht darum, ob wir defensiv oder offensiv spielen. Mir ist es generell wichtig, den Jungs verschiedene Systeme mit auf den Weg zu geben, damit wir variabler sind." Und mit einem Schmunzeln: "Mal schauen, was wir am Sonntag anbieten können."

Am Personal dürfte sich im Vergleich zur Vorwoche nichts ändern, auch wenn Mirco Paul unter Umständen wieder eine Alternative sein könnte. Es wird interessant sein, zu sehen, wie sich der Hadamarer Tross beim Spitzenreiter schlägt. Ganz zart duftet es aber nach Auswärtssieg. Irgendwie . . .

Der TuS Dietkirchen ist am Samstag, 14.30 Uhr, im Heimspiel gegen Türk Gücü Friedberg gefordert. Die späte 2:3-Niederlage der Dietkircher letzte Woche beim Tabellenzweiten, Eintracht Stadtallendorf, tut Trainer Thorsten Wörsdörfer auch in der Nachbetrachtung noch weh. Einige positive, auch Mut machende Aspekte, hat er aber festgestellt: "Vieles hat die Mannschaft richtig gemacht. Einsatz, Wille und Leidenschaft waren genauso vorhanden, wie wir es Woche für Woche brauchen, um in dieser Spielklasse zu bestehen. Wir haben die wichtigen Szenen analysiert und erkannt, was wir weiter verbessern müssen." Nach nunmehr vier Pleiten in Folge wird die Luft im Abstiegskampf doch merklich dünner. Die Verantwortlichen des Tabellen-Zwölften bewahren richtigerweise Ruhe, wissen aber auch, dass die letzten vier Spiele in diesem Jahr von sehr großer Bedeutung sind.

Das Positive: Gleich drei der vier Partien finden auf dem Reckenforst statt. "Wir wollen den Heimvorteil mit der gewohnt tollen Unterstützung nutzen. Gerade jetzt braucht diese junge Mannschaft den 12. Mann. Unser tolles Publikum spürt das und hat letzte Woche gesehen, auf welche Großkaliber wir in dieser Klasse treffen", sagt "Wörsi". Das anstehende Heimspiel gegen Türk Gücü Friedberg sollte im Normalfall ein Treiben auf Augenhöhe sein. Die Friedberger weisen als Zehnter des Klassements nur drei Zähler mehr als die Schwarz-Roten auf. Bei der 1:4-Niederlage aus dem Hinspiel war - zumindest gefühlt - mehr drin gewesen. Thorsten Wörsdörfer über den Widersacher: "Sie haben neben Shelby Printemps noch einige andere Top-Spieler, die sehr torgefährlich sind. Diese gilt es, auszuschalten. Zudem sollten wir versuchen, unsere Chancen effektiver zu nutzen." Auf die Frage, ob die 90 Minuten gegen Türk Gücü die bisher wichtigsten der Saison sind, sagt der Coach: "Wir haben 50 Prozent der notwendigen Punkte erreicht, aber auch noch einiges an Lernstoff für die Hessenliga aufzuarbeiten. In den verbleibenden Spielen bis zur Winterpause wird sich zeigen, ob im ,Blauen Brief' steht: ,Die Versetzung ins neue Jahr ist leicht, stark oder sehr stark gefährdet'. Wir brauchen noch sieben Siege, und einer davon am Samstag würde dem Kopf und dem Punktekonto gut tun."

Der TuS muss den Ausfall von Patrick Kuczok (Gelb-Rote Karte) kompensieren. Nach Aussage von Thorsten Wörsdörfer sind Jonathan Mink und Marco Müller wieder Alternativen für die Startelf, zumal zwei Akteure noch auf der Kippe stehen. Und gewohnt kämpferisch: "Alle im Kader müssen brennen, damit wir den Bock umstoßen."

Freitag:

KSV Baunatal - FV Bad Vilbel 20.00

Samstag:

Hessen Kassel - SC Waldgirmes 14.00

TuS Dietkirchen - Türk Gü. Friedberg 14.30

Viktoria Griesheim - Rot-Weiß Walldorf 14.30

FC Hanau 93 - Hessen Dreieich 14.30

Sonntag:

FSV Fernwald - Eintr. Stadtallendorf 14.45

SV Steinbach - SV Neuhof 14.45

VfB Ginsheim - SGB Fulda-Lehnerz 14.45

FC Eddersheim - SV RW Hadamar 15.30

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