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Zeigt unverkennbar, wo es langgeht: Torsten Kierdorf, Cheftrainer des Fußball-Hessenligisten SV Rot-Weiß Hadamar.

Fußball-Hessenliga

Rot-Weiß Hadamar: Aus Fülle wird Klasse

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Die Hälfte der Vorbereitungszeit ist vorbei; der Zeit des Ausprobierens folgt jetzt die Phase der Team-Findung. Das ist bei den Kreisligisten genauso wie beim Fußball-Hessenliga-Team des SV Rot-Weiß Hadamar. Wir haben bei Cheftrainer Torsten Kierdorf nachgefragt, wie weit seine Mannschaft ist.

Schnee, Eis und gefrorene Sportplätze machen natürlich auch vor einem Fußball-Hessenligisten nicht halt. Der SV Rot-Weiß Hadamar hatte unter den zuletzt bescheidenen Trainingsbedingungen unter freiem Himmel genauso zu leiden wie alle anderen Teams im NNP-Fußball-Land. Dennoch haben Trainer Torsten Kierdorf und sein Co., Ralf Schuchardt, das Beste daraus gemacht und präsentieren ihr Team in einem erstaunlich fitten Zustand. Zwar geht es für die Rot-Weißen erst am Samstag, 23. Februar, 15 Uhr, gegen den FC Eddersheim wieder ans Eigenmachte, sprich: um Punkte, aber Torsten Kierdorf bekennt forsch: „Von mir aus könnte es losgehen, wir sind so gut wie startklar.“

Zweimal hat seine Mannschaft bisher getestet, das geplante Spiel beim FV Engers war aufgrund der Witterungsbedingungen ausgefallen. Die Partie beim Tabellenführer der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, TuS Rot-Weiß Koblenz, ging zwar mit 1:3 verloren, „das war aber eher ein gefühltes 3:3“, meint Torsten Kierdorf. „Wir haben uns wirklich gut verkauft.“ Und das jüngste 11:2 beim Kreisoberligisten SG Selters fiel schmeichelhaft für das Team von Patrick Jahn aus. „Da hätten wir locker 20 Tore schießen müssen“, gibt der Rot-Weiß-Chef-Coach zu verstehen.

Am heutigen Samstag, 14.30 Uhr, wartet mit Rot-Weiß Walldorf der Tabellenzweite der Verbandsliga Süd auf die Fürstenstädter. Gelegenheit für Torsten Kierdorf, am Feinschliff zu arbeiten. Sein Kader ist derzeit 24 Mann stark; in den nächsten zwei Wochen will er die Kandidaten für das Hessenliga-Team auf 16, 17 eingrenzen. Überbewerten will der SV-Übungsleiter diesen Zustand der personellen Fülle allerdings nicht. Denn er weiß sehr gut: „Im Sommer waren wir in der Vorbereitung in einer ähnlich positiven Situation, und als es tatsächlich los ging, brach das Unheil über uns herein.“ Wir erinnern uns: Als Folge des Hadamarer Stotterstarts in die Saison mussten die Verantwortlichen noch einmal kräftig auf dem Transfermarkt zuschlagen, zogen aber seinerzeit beim Last-Minute-Shopping noch ein paar absolute „Juwele“ an Land.

Jetzt können die Hadamarer wieder aus dem Vollen schöpfen. Robin Böcher hat seine langwierige Fußverletzung auskuriert und bei der SG Selters schon wieder 20 Minuten gespielt. Christian Jindra ist nach seiner Leisten-Operation wieder voll einsatzbereit, und auch Niklas Kern, der vor der Winterpause im Rot-Weiß-Gruppenliga-Team sein Comeback gefeiert hatte, ist auf einem guten Weg.

Verschiedene Systeme

Die Hadamarer haben die Vorbereitungszeit auch dazu genutzt, verschiedene Spielsysteme auszuprobieren, auch mal mit einer Dreierkette zu spielen und die einzelnen Positionen von links nach rechts und wieder zurück zu wechseln. „Alle ziehen gut mit, es hat sich niemand mehr großartig verletzt“, gibt sich Torsten Kierdorf vorsichtig optimistisch.

Einmal in der Woche haben sich seine Jungs im ortsansässigen Fitnessstudio dem Cardio-Training gewidmet. Das machte Spaß und lockerte die Stimmung auf, denn immerhin „trainieren wir so ziemlich jeden Tag“, so Kierdorf. Da kann die Seele schon mal Schaden nehmen. „Ich merke sehr gut, wenn die Mannschaft müde wird, dann gönne ich ihr auch mal einen Tag Pause. Ein bisschen Privatleben muss ich ihnen schon lassen“, weiß der Oberzeuzheimer sehr gut. Auch er selbst verbringt natürlich liebend gerne Zeit mit seiner neun Monate alten Tochter und seiner Frau.

Viel Wert legt man bei den Rot-Weißen auch auf „Teambuilding“. Gelegenheiten dazu bieten sich eigentlich immer. Wenn etwa ein Geburtstag innerhalb der Mannschaft ansteht, ein Spieler das „Tor des Monats“ geschossen oder „NNP-Spieler des Monats“ geworden ist, organisieren die Spieler ein Essen im Vereinsheim. Das schweißt zusammen und gibt mentale Kraft für die schweren Aufgaben, die noch kommen werden.

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