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Mirko Dimter, Jonas Herdering und Yves Böttler (in Rot, von links) im Strafraum des FC Ederbergland. Dieser Kopfball von Jonas Herdering findet nicht sein Ziel.

Rot-Weiß: Schlecht gespielt und doch gewonnen

VON PATRICK JAHN

VON PATRICK JAHN

Das absolute Spitzenspiel der Hessenliga entschied der FC Gießen mit 2:1 beim FC Bayern Alzenau für sich und bleibt damit auf dem Platz an der Sonne. Während der KSV Hessen Kassel (2:0 gegen Buchonia Flieden) Dritter bleibt, setzte Türk Gücü Friedberg durch ein überraschendes 4:2 beim KSV Baunatal ein Ausrufezeichen im Tabellenkeller. SV Rot-Weiß Hadamar – FC Ederbergland 4:2 (3:1).Nach nicht einmal 60 Sekunden wurden bei den Zuschauern Erinnerungen an das letzte Heimspiel wach: Der FCE war scheinbar noch in der Kabine, als Jerome Zey einen langen Ball Marius Löbigs mitnahm und souverän zum 1:0 ins lange Eck abschloss (1.). Was dann aber folgte, erinnerte so gar nicht an die 9:0-Gala gegen Neu-Isenburg. Hadamar hatte eine extrem hohe Fehlerquote, wirkte einfallslos und ließ jeglichen Spielwitz vermissen. Der Tabellenletzte stand erwartungsgemäß tief – aber er stand kompakt. Bis auf einen Kopfball von Jonas Herdering nach Löbig-Freistoß, den Torhüter Dominik Geiss parierte, passierte nicht viel (24.). 

Anders der FC Ederbergland, der nach einem tollen Spielzug zum Ausgleich kam, als Valon Ademi frei vor Christopher Strauch die Nerven behielt (27.). Erst jetzt wurden die Gastgeber wach und ließen zumindest teilweise ihre Klasse aufblitzen. Wieder war es ein langer Ball, den Steffen Rücker mit der Brust mitgenommen hatte, mustergültig zurücklegte, wo Marius Löbig zum 2:1 vollstreckte (31.). Und es kam noch besser: Yves Böttler, ansonsten blass geblieben, schlenzte das Spielgerät aus 18 Metern ins linke Eck zum 3:1 (37.). Dennoch schlich sich bei den Fürstenstädtern der Schlendrian ein. Jonas Dienst hätte um ein Haar den Anschlusstreffer besorgt, doch Christopher Strauch war zur Stelle (40.). Beinahe hätte Marius Löbig auf der Gegenseite für ein Highlight gesorgt, als er aus 45 Metern den zu weit vor seinem Tor postierten Dominik Geiss bereits überlistet hatte, der Ball aber knapp links vorbei ging (42.). 

War der erste Durchgang zumindest noch halbwegs ansehnlich, so wurde es im zweiten Akkord nicht unbedingt besser. Der FC Ederbergland  präsentierte sich tapfer und steckte nicht auf. Die Rot-Weißen  hatten bis auf einen Jerome-Zey-Schuss, der knapp drüber ging (68.), wenig zu bieten und wirkte nach wie vor unkonzentriert. 

In der Schlussphase wurde es noch einmal heiß: Nachdem Valon Ademi (80.) und Robin Wissemann (86.) dicke Chancen zum Anschluss liegen gelassen hatten, verkürzte Manuel Todt aus 16 Metern tatsächlich auf 3:2 (85.). Und plötzlich hatten die Fürstenstädter sogar noch Glück, dass Valon Ademi freistehend den durchaus möglichen Ausgleich verpasste (87.). Stattdessen sorgte Jonas Herdering per Direktabnahme nach Zey-Vorarbeit für den 4:2-Schlusspunkt (90.+1). Angesichts der zweiten Hälfte hätte sich niemand beschweren dürfen, wäre das Tabellen-Schlusslicht mit einem Zähler  nach Hause gefahren. Hadamar, mit etwas durchgewirbelter Startaufstellung, erwischte hingegen zweifelsfrei einen seiner schlechteren Tage und musste froh sein, dass es dem Gegner letztlich an Qualität fehlte, um daraus Kapital zu schlagen. 

Hadamar:Strauch, Kuczok, Dimter, Mar. Neugebauer, Zouaoui (61. Kröner), Zey (90.+2 Noguchi), Böttler (61. Bangert), Rücker, Löbig, Herdering, Mat. Neugebauer – Ederbergland:Geiss, Dreher (46. Todt), Kovacevic, Möllmann, Erdem (20. Dienst), Miß, Ademi, Gora (62., Runzheimer), Wissemann, Klaus, Guntermann –SR:Reimund (Zwingenberg) –Tore:1:0 Jerome Zey (1.), 1:1 Valon Ademi (27.), 2:1 Marius Löbig (31.), 3:1 Yves Böttler (37.), 3:2 Manuel Todt (85.), 4:2 Jonas Herdering (90.+1) –Zuschauer:220.

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