Nicht strafstoßwürdig empfand der ansonsten gut leitende Schiedsrichter dieses Foul an Pascal Heene.
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Nicht strafstoßwürdig empfand der ansonsten gut leitende Schiedsrichter dieses Foul an Pascal Heene.

Fußball-Hessenliga

Rot-Weiß auf der Suche nach Spielkultur

Der SV Rot-Weiß Hadamar hat zum Jahresauftakt in der Fußball-Hessenliga einen klassischen Fehlstart hingelegt und die „Generalprobe“ vor dem am Samstag anstehenden Hessenpokal-Halbfinale in Seligenstadt regelrecht in den Sand gesetzt. Es war zugleich die erste Niederlage der Dempewolf-Elf auf dem Niederhadamarer Kunstrasen seit Oktober.

Der Tabellenfünfzehnte bestimmte beim 1:2 (0:1) des SV Rot-Weiß Hadamar gegen den SKV Rot-Weiß Darmstadt die ersten 20 Spielminuten und ließ die Hausherren mehr als schlecht aussehen. Hadamar war auf der Suche nach einer Spielkultur, fand sie aber nicht. Die Fürstenstädter operierten viel zu sehr mit langen Bällen und zeigten auf dem dafür eigentlich idealen Untergrund kaum einmal zum Kombinationsfußball. Die in der Anfangsphase gut attackierenden, leicht spielbestimmenden Südhessen profitierten zudem von einer etwas ungestümen Abwehraktion von Hadamars Youngster Jerome Zey, der im SVH-Strafraum Darmstadts Zeki Ech Chad von den Beinen holte. Dorian Miric verwandelte den fälligen Strafstoß mit etwas Glück zum 0:1, denn Christopher Strauch, der erstmals seit seiner Verletzung im Juli 2016 wieder im Tor stand und den Vorzug vor Leon Hasselbach erhalten hatte, war fast noch dran. Der Keeper ahnte die Ecke, war aber um einen Bruchteil zu spät unten und konnte so die zum diesem Zeitpunkt verdiente Gästeführung nicht verhindern (18.). Der SV-Keeper hatte schon eine Minute zuvor eine Glanztat gegen Borger vollbringen müssen und bewahrte seine Mannschaft in der 23. Minute vor dem 0:2, als er mit den Fingerspitzen einen Volleyschuss von Barusic gegen die Querlatte lenkte.

Darmstadt verlor anschließend etwas seine Linie und wurde von den nun sich aufraffenden Hadamarern immer mehr in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Ab der 25. Minute folgte die beste Phase der Hausherren, die nun endlich zeigten, dass sie auch einen gepflegten Ball spielen können. Darmstadt geriet mächtig unter Druck. Daraus ergaben sich eine Reihe bester Chancen für die Mannen um Kapitän Benjamin Kretschmer. Jonas Herdering traf nur den Pfosten (32.), auch Jura Gros – alleine vor Keeper Scholz (35.) –, Robin Böcher per Kopf (37.) und Pascal Heene per Dropkick (45.) hatten den Ausgleich auf dem Fuß. Es sollte einfach nicht sein „Wir hätten in dieser Phase zwei, drei Tore machen müssen, haben aber keinen Profit aus den vielen Chancen gezogen“, ärgerte sich Florian Dempewolf.

Die zweite Hälfte begann erneut mit einer Großchance für Hadamar: Patrick Kuczok verfehlte das Gehäuse mit seinem Kopfball. Diese Aktion gab den Gastgebern weiteren Auftrieb, der aber nach der 60. Minute wieder erlahmte. Der weiter vorne operierende Robin Böcher kombinierte sich mit Lukas Haubrich gekonnt durch die Abwehrreihe der Gäste, nur der Abschluss wollte wieder nicht gelingen (65.).

Darmstadt machte sich allmählich etwas Luft. Trotzdem fiel 15 Minuten vor Schluss der längst überfällige Ausgleich. Lukas Haubrich hatte von der Strafraumkante flach abgezogen, Torwart Scholz tauchte zu spät ab, um das Leder zu parieren. Die meisten Hadamarer Anhänger wären nach dem Spielverlauf und den vielen vergebenen Chancen sicher am Ende mit dem einen Punkt zufrieden gewesen, aber es sollte anders kommen. Der auf Kompaktheit rund um den eigenen Strafraum setzende Aufsteiger steckte den Ausgleich gut weg, spielte nun besser mit und nutzte nach einem Ballverlust in der Hadamarer Mittelzone seinen ersten gefährlichen Angriff des zweiten Abschnitts zum Siegtreffer. Christopher Felter und Pasqual Verkamp spielten die Situation trotz Unterzahl gekonnt aus. Verkamp setzte den Ball zum 1:2 ins lange Eck (83.). Die „Roten“ hatten darauf keine Antwort mehr und mussten spätestens nach dem Pfostentreffer von Thorsten Dillmann, der Marvin Rademacher enteilt war, den Sieg des Außenseiters anerkennen.

Hadamar: Strauch, Schraut, Kuczok, Rademacher, Horz, Böcher, Heene (60. Heep), Kretschmer, Herdering, Zey (46. Neugebauer), Gros (46. Haubrich) – Darmstadt: Scholz, Borger, Scheurich, Ech Chad, Barusic, Kalbfleisch, Bohm, Verkamp (86. Polat), Felter, Volk (73. Dillmann), Miric (49. Koyuncu) – SR: Weickenmeier (Frankfurt) – Zuschauer: 170 – Tore: 0:1 Dorian Miric (18./FE), 1:1 Lukas Haubrich (75.), 1:2 Pasqual Verkamp (83.).

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