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Schwer was los im Luftraum vor dem Erlenseer Tor. Von links: Gästespieler Sebastian Wagner, Hadamars Jacob Pistor, Danny Fischer (E) und Markus Neugebauer (H) beim Kopfball. Rechts in Position: FCE-Keeper Tim Kuhl.

Fußball-Hessenliga

SV Rot-Weiß Hadamar zittert sich ins Ziel

Da ist er, der neue Startrekord: Dank eines mühsamen 1:0-Sieges gegen Aufsteiger 1. FC Erlensee hat der SV Rot-Weiß Hadamar erstmals in seiner Historie sechs Punkte zum Auftakt einer Hessenliga-Saison geholt. Und noch was Positives: Die Fürstenstädter sind weiterhin ohne Gegentreffer.

VON PATRICK JAHN

SV Rot-Weiß Hadamar – 1. FC Erlensee 1:0 (1:0). Der Mann des Tages war einer, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war: Brooklyn Wölfinger, eigentlich auf der linken Abwehrseite „zu Hause“, war drei Minuten vor der Pause der Schütze des „goldenen“ Tores. Nach einem langen Einwurf Steffen Rückers verlängerte der in die Startelf gerückte Philipp Basmaci per Kopf auf den zweiten Pfosten, wo Wölfinger nur noch das Füßchen hinhalten musste – 1:0. Bis dahin hatte sich Hadamar gegen einen erstaunlich ballsicheren und mutig nach vorne spielenden Aufsteiger schwer getan, auch wenn das Chancenplus klar auf Seiten der Fürstenstädter war. „Wir hätten zur Pause 3:0 führen müssen, dann wäre das Spiel entschieden gewesen“, erkannte SVH-Coach Stefan Kühne richtigerweise.

Es dauerte aber bis zur 21. Minute, ehe Jacob Pistor nach einem langen Ball Jonas Herderings frei vor Torhüter Tim Kuhl auftauchte, am fantastischen Reflex des Schlussmanns jedoch scheiterte. Sechs Zeigerumdrehungen danach bereitete Jason Schäfer über rechts vor, doch Philipp Basmaci fand ebenfalls in Erlensees Keeper seinen Meister (27.). Zwar war die Elf von Trainer Stefan Kühne von Beginn an bemüht, frühes Pressing zu betreiben, doch der Liga-Neuling wusste mit teils schnellen Stafetten Richtung gegnerisches Gehäuse zu gefallen. Doch auch genau da lag das Problem: Die kompromisslos verteidigende Defensive des SVH sorgte dafür, dass allerspätestens am Strafraum Endstation war – mit anderen Worten: Den Gästen fehlte es an Durchschlagskraft. Auf der anderen Seite fehlte es den Rot-Weißen zwar weiterhin an zündenden Ideen, doch Jacob Pistor vergab dennoch per Kopf die nächste gute Gelegenheit (39.). Mit dem Pausenpfiff rutschte den SVH-Verantwortlichen das Herz aber in die Hose: Sebastian Wagner hatte mit tollem Pass in die Schnittstelle der Abwehrkette vorbereitet, doch Alexander Schuncks Abschluss sprang vom Innenpfosten wieder heraus (45.). „Das wäre zu diesem Zeitpunkt nicht dem Spielverlauf nicht gerecht geworden“, befand Stefan Kühne, dem dennoch klar war, dass seine Mannschaft in dieser Szene mächtig Glück hatte.

Nach Wiederbeginn wurde Hadamars Dominanz zunächst spürbar größer. Wieder war einer von vielen langen Einwürfen Steffen Rückers der Ausgangspunkt einer Großchance, als Brooklyn Wölfinger aus zentraler Position zum Kopfball ansetzte, Torhüter Tim Kuhl jedoch abermals prächtig reagierte (48.). Die Bestnote verdiente sich Kuhl spätestens, als er gegen Jason Schäfer aus kurzer Distanz rettete (68.). 15 Minuten vor dem Ende dann die „Monster-Chance“ für den FCE: Nach Vorarbeit Toben Beckers tauchte Tom Niegisch frei vor Leon Hasselbach auf, der zwar stark parierte, doch Mirco Paul musste trotzdem auf der Linie klären. Beim folgenden Schuss von Jan Lüdke war Hasselbach per Flugeinlage zur Stelle und verhinderte das 1:1. Machtlos wäre der Rot-Weiß-Keeper 180 Sekunden später gewesen, als Tom Niegischs Lupfer hauchzart drüber flog (78.). Und nochmal hieß es, Luft anhalten, als Niegisch Teamkollege Alexander Schunck bediente, dessen 16-Meter-Schuss allerdings links vorbei gegangen war (82.). Stefan Kühne: „In der Schlussphase haben wir geschwommen, doch letztlich zählt das Ergebnis. Wir haben sechs Punkte aus zwei Spielen, und darüber sind wir sehr glücklich“.

Hadamar: Hasselbach, Paul, Wölfinger, Jindra, Mar. Neugebauer, Sedy (46. Zey), Pistor (67. Teller), Schäfer, Rücker, Basmaci (85. Kittel), Herdering – Erlensee: Kuhl, Hixt, Fischer, Hamann, Mohn, Wagner (86. Zimpel), Bassenauer (64. Becker), Schunck, Lüdke (88. Schmidt Isermann), Niegisch, Wörner –SR: Metzger (Wolfhagen) – Tor: 1:0 Brooklyn Wölfinger (42.) – Zuschauer: 220.

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