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Artistik in Perfektion: Hünfelds Marcel Dücker und Hadamars Yves Böttler.

Fußball-Hessenliga

Rot-Weiß zündet spät, aber gewaltig

In der Fußball-Hessenliga hat der SV Rot-Weiß Hadamar ruhige und besinnliche Weihnachten vor sich. Gegen den Hünfelder SV zündeten die Fürstenstädter spät, aber gewaltig. Durch das 3:0 überwintert die Elf von Trainer Torsten Kierdorf auf dem tollen vierten Tabellenplatz.

Da der Zweite der Fußball-Hessenliga, der FC Bayern Alzenau, beim KSV Baunatal 1:2 verlor, darf sich Spitzenreiter FC Gießen angesichts von acht Punkten Vorsprung langsam, aber sicher, auf die Regionalliga Südwest einstellen. Die Hadamarer sind derweil „best of the rest“. 

SV Rot-Weiß Hadamar – Hünfelder SV 3:0 (0:0). 73 Minuten lang quälten die Fürstenstädter ihre Zuschauer, ehe sich Jerome Zey als „Dosenöffner“ entpuppte und eine tolle Schlussviertelstunde einläutete. Doch der Reihe nach. Hadamar hatte Probleme, ins Spiel zu finden und tat sich gegen defensiv eingestellte Osthessen extrem schwer. Die Hünfelder machten ihre Sache mehr als ordentlich, hielten das Geschehen kompakt und boten der Kierdorf-Elf kaum Räume. Das einzige Highlight in Sachen Torgefährlichkeit setzte Marius Löbig nach einer Viertelstunde, als sein 20-Meter-Versuch an den Pfosten klatschte und Yuki Noguchi mit dem Nachschuss an Torhüter Sebastian Ernst scheiterte. 

Während der HSV lediglich durch zwei Distanzschüsse von Julian Rohde und Sven Bambey eine leichte Gefahr ausstrahlte (33., 38.), liefen die Rot-Weißen zu oft in die Abseitsfalle des Gegners und wirkten im Passspiel zu ungenau. Auch nach Wiederbeginn änderte sich zunächst nichts. Hünfeld verteidigte gut, zeigte aber im Spiel nach vorne, warum erst 16 Treffer auf der Habenseite stehen. 

Die Hadamarer waren zwar optisch überlegen, kamen aber kaum zu gefährlichen Abschlüssen und bewegten sich schlecht. Einmal stockte den Fürstenstädtern der Atem, als Kevin Krieger im Anschluss an eine Ecke knapp links daneben zielte (66.). In den letzten 20 Minuten zündeten Herdering & Co. noch einmal den Turbo. Marius Löbigs Schuss von der Strafraumgrenze flog noch über den Kasten (70.), ehe bald darauf die Erlösung folgte: HSV-Keeper Sebastian Ernst wehrte Jonas Herderings 18-Meter-Geschoss nach vorne ab, parierte dann gegen den freien Jann Bangert, doch Jerome Zey war zur Stelle, ließ den Schlussmann stehen und schloss trocken ins kurze Eck zum 1:0 ab (73.). 

Der Treffer war das Signal für die Hadamarer, all das, was sie zuvor hatten vermissen lassen, nun nachzuholen. In diesen Minuten stand vor allem Marius Löbig im Fokus. Der Mittelfeldspieler steuerte nach einem Konter alleine auf das Tor zu, scheiterte aber an Sebastian Ernst. Und auch beim Nachschuss von Jann Bangert war der Torwart zur Stelle und lenkte das Spielgerät über die Latte (77.).

 Fünf Zeigerumdrehungen später bediente Löbig den eingewechselten Mohamed Zouaoui mustergültig, der die Nerven behielt und überlegt zum entscheidenden 2:0 einschoss (82.). Die Messe war gelesen, doch Hadamar war noch nicht satt. Mirko Dimter zirkelte einen Freistoß aus halbrechter Position sehenswert ins linke Eck: 3:0 – ein Traumtor (84.). Letztlich kam Rot-Weiß spät, aber dann doch noch gewaltig.

Hadamar: Strauch, Dimter, Mar. Neugebauer, Kröner, Böttler (60. Zouaoui), Noguchi (40. Zey), Rücker, Löbig, Herdering (89. S. Neugebauer), Bangert, Mat. Neugebauer – Hünfeld: Ernst, Dücker, Häuser, Faulstich, Vogt, Rohde, Rehm (89. Gadermann), Krieger (78. Schuch), Alles (80. Fröhlich), Bambey, Budenz – SR: Ulbrich (Büdingen) – Tore: 1:0 Jerome Zey (73.), 2:0 Mohamed Zouaoui (82.), 3:0 Mirko Dimter (84.) – Zuschauer: 220.

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