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Lieber mittendrin statt nur dabei: Oberstedtens Manager Rüdiger Rau beim Torjubel mit der Mannschaft.

Fußball, Hochtaunus

Rüdiger Rau vor dem Topspiel: "Wer zuerst zuckt, der verliert"

FC Oberstedtens Manager Rüdiger Rau steht vor dem Schlagerspiel in der Kreisoberliga beim FV Stierstadt Rede und Antwort.

Derby in Oberursel, Spitzenspiel in der Kreisoberliga, Spiel der Woche der Taunus Zeitung: Die Partie FV Stierstadt - FC Oberstedten am morgigen Sonntag (14.30 Uhr) verspricht gleich aus dreifacher Sicht interessant zu werden.

Beide Kontrahenten haben ihre jeweils sechs letzten Ligaspiele gewonnen, stellen die zwei torgefährlichsten Angriffsreihen der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus (Stierstadt 55 Tore in 12 Spielen, Stedten 44 Treffer in 11 Partien) und treffen in Höchstform aufeinander. Allerdings trennen den in der Runde noch unbesiegten Spitzenreiter und seinen ersten Verfolger in der Tabelle sieben Punkte.

Rüdiger Rau, der Manager des FC Oberstedten, sprach mit TZ-Reporter Robin Kunze über den morgigen KOL-Hit, den aktuellen Lauf und die Ziele für diese Saison.

Herr Rau, Sie haben vor der Saison offen das Ziel Aufstieg formuliert. Hatten Sie da keine Sorge, zu großen Druck auf die Mannschaft auszuüben?

Dieses Ziel hat die Mannschaft ja selbst ausgegeben. Ich habe mich mit den Spielern schon frühzeitig unterhalten und da hieß es 'Wenn wir aus der Gruppenliga absteigen, dann möchten wir gleich wieder um den Aufstieg mitspielen'. Momentan sind wir diesbezüglich voll im Soll. Es war auch klar, dass wir einen guten Kader für die KOL haben, da wir diesen fast komplett zusammenhalten konnten.

Im letzten Jahr der Gruppenliga selten konkurrenzfähig, jetzt in der KOL kaum zu schlagen - was hat sich innerhalb des Teams getan?

Die Jungs trainieren gut, die Beteiligung ist hoch. Und zurzeit kommt es uns natürlich auch entgegen, dass es kaum Ausfälle gibt. Wir haben 21 Spieler, davon 19 Feldspieler. Zuletzt waren regelmäßig sechs Feldspieler auf der Bank, drei haben es nicht in den Kader geschafft. Und wenn diese in die erste Elf rutschen, entsteht kein großartiger Qualitätsverlust.

Welchen Anteil hat Trainer Leo Caic am Aufschwung?

Er leistet eine hervorragende Arbeit. Wie er die Mannschaft auf jeden Gegner detailliert einstellt, das ist schon klasse. Die Jungs loben auch immer wieder seine Trainingsgestaltung. Und er bringt darüber hinaus auch reichlich Ehrgeiz mit.

Ärgert es Sie eigentlich ein wenig, dass der FV Stierstadt ausgerechnet in diesem Jahr den Angriff auf die Tabellenspitze vorgenommen hat? Sonst wäre wohl Oberstedten das Maß der Dinge in der KOL.

Nein, das wäre ja Quatsch. Es ist legitim, dass Stierstadt das jetzt tut. Ich kann ohnehin nicht Einfluss darauf nehmen, was andere Vereine machen. Wir haben auch unabhängig von Stierstadt die Qualität, um aufzusteigen. Aktuell fühlen wir uns in der Jägerrolle auch ganz wohl, denn so müssen wir jeden Sonntag fokussiert bleiben.

Beide Mannschaften haben vor dem morgigen direkten Duell einen Lauf von sechs Siegen in Folge hingelegt. Wessen Serie reißt am Sonntag?

Ich denke, wer zuerst zuckt, der wird verlieren. Es wird wahrscheinlich nicht auf die Einzelspieler ankommen, obwohl ich vor der Leistung eines Tim Pelka (Anm. d. Red.: Der Stierstädter Goalgetter führt die Torschützenliste mit 30 Treffern an)natürlich meinen Hut ziehe. Aber ich glaube, dass in diesem Spiel jene Mannschaft gewinnt, die das bessere Gefüge und Kollektiv hat.

Beide Teams sind stark in der Offensive. Erwarten Sie einen wahren Torreigen?

Nein, das Spiel wird wohl eher von den Abwehrreihen bestimmt. Mein Tipp ist ein 2:2. Natürlich würden wir uns auch über einen Sieg freuen, aber mit einem Unentschieden gegen den aktuellen Tabellenführer könnten wir auch gut leben. Dann würde der Abstand nicht größer werden und wir auf jeden Fall auf dem zweiten Platz bleiben.

"Es geht am Sonntag um die Vorherrschaft in Oberursel", betont Marco Hentsch - und muss dann sofort schmunzeln. Ja, der Sportchef des FV Stierstadt freut sich auf das Derby gegen den FC Oberstedten. Das dieses zugleich das Spitzenspiel der KOL ist, macht ihn aber auch stolz. "Wir wussten, dass wir mit unserer Truppe guten Fußball spielen werden", sagt Hentsch, "dass wir aber so dominant auftreten, hat zumindest mich überrascht." Nach zwölf Spieltagen ist der FV noch ungeschlagen. Zuletzt gab es sechs Siege in Folge. Eine gleiche Serie erarbeitete sich allerdings auch der FC Oberstedten, weswegen Hentsch auf die Frage, ob der Lokalrivale gefährlich werden kann, mit Nachdruck antwortet. "Ja! Sie werden bis zum Äußersten gehen, uns mit Kampf und Leidenschaft alles abverlangen. Da müssen wir aufpassen, dass wir dagegen halten."

Hentsch war Zeuge von Oberstedtens 5:0 über die SGK Bad Homburg. Dabei zeigte er sich vor allem angetan vom Zentrum und dem Spielaufbau des FCO. Nicht nur als Scout bringt sich Hentsch mit ein: Er wird morgen gemeinsam mit Routinier Marcel Biskup den im Urlaub weilenden Coach Christian Liebig vertreten. Den Ausflug ins Trainerfach würde er am liebsten mit einem Sieg krönen. Hentschs Tipp: "Wir gewinnen 2:1.

ROBIN KUNZE

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