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Daniel Sailler (HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten) knackt die Ober-Eschbacher Mauer und trifft zum 20:20-Ausgleich.

Handball, Bezirksoberliga

Sailler entreißt der TSG noch den Sieg

Ein packendes BOL-Derby – allerdings ohne Sieger. Einer, der eigentlich mitwirken sollte, durfte dann aber doch noch nicht.

Spannend war’s – und am Ende auch gerecht: 20:20 trennten sich im Derby der Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt die Handballer der TSG Ober-Eschbach und HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten. Vor der enttäuschenden Kulisse von nur 30 (!) Zuschauern war es übrigens mit dem Debüt von Ober-Eschbachs angekündigtem bosnischen Neuzugang Dino Okanowic nichts geworden. Die Freigabe des Bosnischen Handball-Verbandes lag noch nicht vor.

Hüben wie drüben sorgten starke Abwehrreihen dafür, dass sich die Torerfolge in Grenzen hielten – wenngleich ein Ober-Eschbacher von Anfang positiv herausstach: der frühere Wallauer Irfan Kahrovic. Mit sieben Toren war er erneut erfolgreichster Schütze der Gastgeber, dank enormer Sprungkraft und mit Würfen meist aus der Distanz noch vor der Freiwurflinie und in den Winkel. Stark beim Gastgeber auch Torwart Andrius Veteras, der bereits in der 2. Minute einen Siebenmeter von Sebastian Linder parierte und wenig später einen „Hammer“ von Max Unterharnscheidt entschärfte.

Auf der Gegenseite vergab Zarko Jankovic gleich zwei Strafwürfe. Der eine ging am Tor vorbei, den anderen parierte Salvatore Salamone, der sich mit dem später eingewechselten Hadziabdic von seiner besten Seite zeigte. Ab dem 5:6 übernahmen die Gäste die Führung und nahmen ein 9:11 in die Pause.

Nach dem Wechsel lag die HSG stets knapp vorn, bei sporadischem Gleichstand. Kuriosum in Minute 46: Bei der TSG war plötzlich ein Feldspieler zu viel auf dem Parkett. Die Folge: eine Zeitstrafe. Dann die letzten sieben Minuten. Die brachten alles mit sich, was zu einem Derby gehört, vor allem Spannung. Mit 19:18 lag die HSG in Front. Matthias Böhland glich zum 19:19 (56:32 Minuten) aus. Die drei folgenden Minuten verliefen torlos, ehe 20 Sekunden vor Schluss Yvon Kamgaing von der halbrechten Rückraumposition in den Winkel traf. 20:19 – erste TSG-Führung der zweiten Hälfte. Natürlich hatten es die Gäste nun eilig. Ihr Angriff wurde aber durch ein Foul unterbunden. Freiwurf – und die Schlusssirene erönrte. Der Freiwurf musste also direkt ausgeführt werden. Daniel Sailler nahm sich den Ball, alle sechs TSG-Akteure bildeten die Mauer, Veteras stand in der rechten Torhälfte. Der Pfiff – der Sailler-Wurf per Heber – das 20:20. Unbeschreiblicher Jubel der Gäste. Sailler hinterher ganz cool: „Ich habe mir das genau so vorgenommen. Mir ist so ein Treffer schon mal gelungen – ein Tor des Monats.“

Ober-Eschbachs Trainer Armel Karadzic ärgerte sich natürlich: „Wir haben zu viele Weihnachtsgeschenke verteilt. Und mit den Schiedsrichtern war ich auch nicht zufrieden.“ HSG-Kollege Sebastian Linder entgegnete: „In dem Derby war alles drin. Beide Mannschaften haben unheimlich gekämpft. Wir hatten ja lange geführt. Das Spiel müssen wir eigentlich gewinnen.“

Spielfilm: 5:4 (10.), 7:9 (20.), 9:11 (30.), 14:14 (40.), 17:18 (50.), 20:20 (60.).

TSG Ober-Eschbach: Veteras, Redin; Kahrovic (7), Jankovic (4/2), Kamgaing, Wächtershäuser (je 3), Hess (2), Böhland (1), Giuseppe und Daniel Rafaele Pagano, Seel, Gottlieb, Hahne. – HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten: Salamone, Hadziabdic; Sailler (7/2), Unterharnscheidt (4), Bechtold, Mollath, Elfu (je 2), Becker, Weigand, Barth (je 1), Heidl, Linder. fiu

Die nächsten Spiele:

TGS Langenhain – TSG Ober-Eschbach (21. Januar. 16 Uhr, HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten – MSG Niederhofheim/Sulzbach (21. Januar. 18 Uhr).

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